BERUFSBILDUNG

Ohne qualifizierte Mitarbeiter kein wirtschaftlicher Erfolg. Die Unternehmen des Groß- und Außenhandels bilden rund 60.000 Jugendliche in über 50 Berufen aus. Sie bieten ihren Mitarbeitern eine langfristige Perspektive und vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten in einem internationalen Arbeitsumfeld.  

Neue Herausforderungen  

Sich verändernde Qualifikationsanforderungen sowie der demographische Wandel stellen Auszubildende, langjährige Mitarbeiter und Unternehmer selbst vor ständig neue Aufgaben.   Eine Basisvoraussetzung, um diese Zukunft zu meistern, ist die Stärkung der ökonomischen Bildung und eine bessere Berufsorientierung an Schulen. Auch die Durchlässigkeit des beruflichen Bildungssystems und der Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte müssen verbessert werden. Die Politik sollte die individuelle Bereitschaft zu lebenslangem Lernen nachdrücklich fördern - ohne staatlichen Zwang auszuüben. Die Unternehmer wissen selbst am besten, welche Maßnahmen in ihren Betrieb erforderlich sind. 

Der BGA gibt Orientierung  

Der BGA koordiniert die Neuordnung und Modernisierung der Berufe im Groß- und Außenhandel. Wir sorgen dafür, dass deren erhebliche Potenziale bekannter werden, etwa mit unserer Ausbildungskampagne „Groß handeln – Groß rauskommen“. Für eine nachhaltige Personalpolitik haben wir den Praxisleitfaden „2015: Personal im Groß- und Außenhandel“ entwickelt. Mit unserem Berufsbildungsreport informieren wir über Neuerungen und aktuelle Entwicklungen. Im BGA-Berufsbildungsausschuss bringen Praktiker ihre Fachkompetenz ein.

MODERNE BERUFE FÜR DEN GROSS­ UND AUSSENHANDEL

Das Berufsbild Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel wurde zuletzt 2006 reformiert. In nur zehn Jahren haben sich die Anforderungen an die Mitarbeiter im Handel enorm weiterentwickelt.

Digitalisierung erfordert neue Berufsbilder

Die fortschreitende digitale Vernetzung von Wertschöpfungsketten, die erweiterten Möglichkeiten des Vertriebskanals Internet und die permanente Digitalisierung von Geschäftsprozessen (E­Business) verändern die beruflichen Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Groß­ und Außenhandel. Der BGA­Berufsbildungsausschuss nimmt den Wandel im Handel zum Anlass, auf eine Modernisierung des Berufsbildes Kaufmann/Kauffrau im Groß­ und Außenhandel hinzuarbeiten. Ein wichtiger Aspekt ist dabei das Thema E­Commerce, das auch im B2B­Handel unaufhaltsam auf dem Vormarsch ist.

Parallel hierzu gibt es branchenübergreifend die Absicht, einen völlig neuen Beruf für den Vertrieb von Waren und Dienstleistungen über das Internet (Arbeitstitel: E­Commerce­Kaufmann) zu schaffen. Ausgehend vom klassischen Versandhandel, hat der E­Commerce wachsende Bedeutung in ganz vielen Wirtschaftsbereichen, z.B. Großhandel, Industrie, Tourismus, Versicherungen, Medien­ und Unterhaltungsindustrie, Informations­ und Kommunikationstechnik.

Der geplante Beruf soll nicht in direkter Konkurrenz zu klassischen Waren­ und Dienstleistungskaufleuten, wie Groß­ und Außenhandelskaufmann, Einzelhandelskaufmann oder Tourismuskaufmann, stehen, sondern eine sinnvolle Ergänzung des Spektrums der dualen Ausbildungsberufe darstellen. Vermittelt werden sollen insbesondere Kompetenzen, die im Onlinevertrieb von Waren und Dienstleistungen gefragt sind. Vor allem im Hinblick auf die Analyse des Kundenverhaltens („Gläserner Kunde“) bietet das Internet völlig neue Möglichkeiten. Mit dem neuen Beruf soll letztlich auch die duale Berufsausbildung gegenüber der akademischen Bildung im zukunftsträchtigen Onlinemarkt gestärkt werden.

Nach derzeitigem Stand wird das Neuordnungsverfahrens zwei Jahre dauern, so dass die ersten angehenden E­Commerce­Kaufleute ihre Ausbildung voraussichtlich im Jahr 2018 beginnen und 2021 abschließen könnten.