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title: "EU-Diversifizierungsinstrument: Was plant die Kommission?"
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description: Die EU-Kommission arbeitet unter dem Arbeitstitel „DiversifyEU“ an einem neuen Instrument zur Verringerung strategischer Importabhängigkeiten und zur Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz. Die Initiative soll sich auf kritische Lieferketten und strategisch relevante Sektoren konzentrieren.
author: BGA
date: 2026-10-07
modified: 2026-10-08
keywords:
  - BGA
categories:
  - bga-update
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# EU-Diversifizierungsinstrument: Was plant die Kommission?

09.10.2026

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[ EU-Diversifizierungsinstrument: Was plant die Kommission? ](https://bga.de/bga-update/bga-update-091026/eu-diversifizierungsinstrument-was-plant-die-kommission/)
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**Worum geht es?**
Die EU-Kommission arbeitet unter dem Arbeitstitel „DiversifyEU“ an einem neuen Instrument zur Verringerung strategischer Importabhängigkeiten und zur Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz. Die Initiative soll sich auf kritische Lieferketten und strategisch relevante Sektoren konzentrieren. Noch ist allerdings nicht entschieden, wie das Instrument konkret ausgestaltet wird. Die Kommission prüft sowohl unterstützende Maßnahmen als auch mögliche handelspolitische oder regulatorische Instrumente. Ein Verordnungsvorschlag wird nach derzeitiger Planung im vierten Quartal 2026 erwartet.
Entscheidend ist damit die Frage, ob DiversifyEU Unternehmen beim Aufbau alternativer Bezugsquellen unterstützen oder künftig auch deren Beschaffungsentscheidungen stärker steuern soll. Diskutiert werden unter anderem Vorgaben zur Lieferanten- oder Länderdiversifizierung. Bestätigt sind solche Maßnahmen bislang jedoch nicht. Offen ist insbesondere, ab wann eine strategische Abhängigkeit vorliegt, welche Produkte und Sektoren erfasst werden und ob Unternehmen unmittelbar verpflichtet werden sollen.

**Wer ist betroffen?**
Betroffen wären vor allem Unternehmen, die in kritischen Lieferketten tätig sind oder sich bei strategisch relevanten Vorprodukten und Rohstoffen auf einzelne Bezugsquellen konzentrieren. Besonders relevant ist die Initiative damit auch für Importeure, Händler und mittelständische Unternehmen, deren Geschäftsmodelle auf international diversifizierten Lieferketten beruhen.
Noch offen ist, welche konkreten Pflichten auf Unternehmen zukommen könnten. Diskutiert werden beispielsweise Mindestzahlen von Lieferquellen oder Obergrenzen für den Anteil einzelner Lieferländer. Hinzu könnten neue Nachweis- oder Berichtspflichten kommen. Aus Sicht des BGA muss dabei berücksichtigt werden, dass es für bestimmte Produkte weltweit keine wirtschaftlich oder technisch gleichwertigen Alternativen gibt.

**Wie ist die Position des BGA?**
Der BGA unterstützt das Ziel, strategische und einseitige Abhängigkeiten zu reduzieren. Diversifizierung ist ein wichtiger Beitrag zu resilienten Lieferketten. Sie sollte aber vor allem durch mehr wirtschaftliche Optionen ermöglicht werden, etwa durch schnellere Handelsabkommen, Rohstoff- und Investitionspartnerschaften, gegenseitige Anerkennung von Standards, bessere Finanzierungsmöglichkeiten und verlässliche Informationen über alternative Lieferanten.
Klar ist für den BGA zugleich: Diversifizierung darf nicht in „Managed Trade“ münden. Beschaffungsquoten, pauschale Länder- oder Unternehmensobergrenzen, zusätzliche Berichtspflichten oder ein verdecktes „Buy European“ lehnt der BGA ab. Eine hohe Importkonzentration allein ist zudem kein Beleg für unfaire Handelspraktiken. Maßnahmen müssen auf konkrete Risiken ausgerichtet, verhältnismäßig, transparent und WTO-konform sein. Der BGA setzt deshalb auf einen klaren Grundsatz: Nicht Unternehmen vorschreiben, wo sie einkaufen sollen, sondern dafür sorgen, dass sie mehr Auswahl haben. Dazu gehören offene Märkte, neue Handelspartner und weniger regulatorische Hürden. Die Verantwortung für wirtschaftliche Resilienz darf nicht allein auf Unternehmen abgewälzt werden.

**Jetzt ist die Expertise unserer Mitgliedsverbände gefragt:**
Der BGA wird sich im Rahmen des laufenden Call for Evidence in die Konsultation der Europäischen Kommission einbringen. Wir begrüßen es ausdrücklich, wenn sich auch unsere Mitgliedsverbände mit ihren Erfahrungen, konkreten Beispielen und Hinweisen zu möglichen Auswirkungen auf Unternehmen beteiligen. Gerade die praktischen Erfahrungen aus den eigenen Lieferketten sind wichtig, um deutlich zu machen, wo Diversifizierung sinnvoll unterstützt werden kann und wo staatliche Vorgaben an der Realität internationaler Beschaffung vorbeigehen.
Die [Konsultation](https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/19397-Trade-proposal-for-a-new-trade-instrument-Diversify-EU-to-help-diversification-and-economic-resilience_en) läuft noch bis zum 27. Oktober 2026.

Bei Fragen und Anmerkungen wenden Sie sich gerne an Alexander Hoeckle (alexander.hoeckle@bga.de).

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