Direkt aus Berlin

Wochennachrichten aus Politik und Wirtschaft | Ausgabe 2 | 19. Januar 2023

Aus den Mitgliedsverbänden

Neuer Tarifabschluss in der Zeitarbeit: Stundenentgelte für Fachkräfte steigen

Gemeinsam mit der Tarifgemeinschaft Leiharbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hat die arbeitgeberseitige Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit (VGZ) der Zeitarbeitgeberverbände iGZ (Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen) und BAP (Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister) einen neuen Tarifabschluss nach 19-stündiger Verhandlung erreicht.

Nachdem die Tarifpartner erhöhte Stundenentgelte bereits für die Entgeltstufen (EG) 1 bis 2b im letzten Jahr vor dem Hintergrund der Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns verhandelt hatten, steigen nun auch die Tarifentgelte für Fachkräfte ab Entgeltstufe 3 (abgeschlossene Berufsausbildung) bis 9 (Akademiker) mit Wirkung ab dem 1. April 2023.

Die Tariflöhne steigen demnach in zwei Schritten: Die EG 3 erhöht sich von 13,32 Euro auf 15,06 Euro, die EG 4 von 14,08 Euro auf 15,92 Euro, die EG 5 von 15,90 Euro auf 17,85 Euro, die EG 6 von 17,90 Euro auf 19,82 Euro, die EG 7 von 20,89 Euro auf 23,06 Euro, die EG 8 von 22,49 Euro auf 24,69 Euro sowie die EG 9 von 23,72 Euro auf 25,89 Euro. Die tarifvertraglichen Vereinbarungen können erstmalig mit einer Frist von sechs Monaten zum 31.03.2024 gekündigt werden.

„Damit zollen wir auch den aktuellen wirtschaftlichen Umständen wie dem zunehmenden Fachkräftemangel und der aktuellen Rechtsprechung Tribut“, erläuterte VGZ-Verhandlungsführer Sven Kramer (iGZ) die Entscheidung. „Allerdings ist auch Rentabilität nicht unendlich und wir müssen mit Blick auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darauf achten, diese Schmerzgrenze nicht zu überschreiten“, verwies er darauf, dass auch Zeitarbeitsunternehmen nur mit schwarzen Zahlen leben können.

Sven Schwuchow (BAP), stellvertretender VGZ-Verhandlungsführer, beurteilt den Abschluss als einen „gelungenen Spagat“, mit dem ein deutlicher Abstand zu den Entgeltgruppen ohne abgeschlossene Berufsausbildung gewahrt bleibe und gleichzeitig eine höhere Qualifikation gewürdigt werde. Zudem sei dieser Abschluss „ein klassischer Kompromiss. Beide Seiten haben große Zugeständnisse gemacht. Wieder hat sich gezeigt, dass eine Einigung zwischen den Tarifvertragsparteien die beste Lösung ist. Für viele unserer Unternehmen ist dieser Abschluss gerade noch verkraftbar. Und wir nehmen die Sorgen unserer Beschäftigten ernst, indem wir einen Abschluss deutlich über der aktuellen Inflationsrate erzielt haben“, so Schwuchow.

BAP-Pressemitteilung vom 13. Januar 2023
 

Dirk Scharmer wird neuer GVA-Geschäftsführer

Der Gesamtverband Autoteile-Handel e.V. bekommt einen neuen Geschäftsführer. Herr Dirk Scharmer wird als Nachfolger von Frau Marita Kloster am 8. Mai 2023 in den GVA als Geschäftsführer eintreten und ab dem 1. Juli 2023 die Geschicke des Verbandes führen.

Breites Bündel an Erfahrung
Dirk Scharmer hat nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre umfangreiche Erfahrungen als Selbstständiger und als angestellte Führungskraft in den Bereichen IT, Vertrieb, Unternehmensführung und Verbandstätigkeit gesammelt. „Wir freuen uns sehr, mit Herrn Scharmer eine neue Führungskraft für den GVA gefunden zu haben, die zum einen breit aufgestellt ist und zum anderen die richtigen Erfahrungen mitbringt.“, bewertet GVA-Präsident Thomas Vollmar die neue Personalie.

Tiefer Dank an Frau Kloster
Nach dem Ausscheiden von Hartmut Röhl als GVA-Präsident im Mai 2022 wird bald die zweite Person, die für den GVA unverkennbar prägend war, den Verband verlassen. Thomas Vollmar: „Frau Kloster hat unseren Verband mit sehr viel Kompetenz, Leidenschaft und Engagement geführt. Für den unermüdlichen Einsatz gilt ihr unser tiefster Dank; sie wird uns sehr fehlen.“

GVA-Pressemitteilung vom 11. Januar 2023