Direkt aus Berlin

Wochennachrichten aus Politik und Wirtschaft | Ausgabe 19 | 22. September 2022

Großhandel

10 Jahre Import Promotion Desk – 10 Jahre Importförderung

Außenhandel fördert nachhaltige Entwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern

2012 gegründet, eröffnet das Import Promotion Desk (IPD) seit zehn Jahren kleinen und mittelständischen Unternehmen aus ausgewählten Entwicklungs- und Schwellenländern den Zugang zum europäischen Markt. Mit Erfolg: Die Unternehmen im IPD Programm steigerten ihr Exportvolumen nach Europa deutlich und schufen Arbeitsplätze in ihren Regionen. Zugleich konnte das IPD als Initiative zur Importförderung zahlreichen europäischen Unternehmen neue Geschäftspartner aus Entwicklungs- und Schwellenländern vermitteln. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums lud das IPD gemeinsam mit dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA) am 9. September zu einer Diskussionsveranstaltung nach Berlin ein. In Vorträgen und einer Podiumsrunde diskutierten Vertreter der Außenwirtschaft, der Entwicklungszusammenarbeit und der Politik über die Herausforderungen der Importförderung und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Zeiten globaler Krisen.



Nach der Begrüßung durch Stefan W. Dircks, Vorsitzender des Außenwirtschaftsausschusses des BGA, hob Dr. Bärbel Kofler, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, in ihrem Grußwort die Bedeutung des IPD hervor: „Wir brauchen gebündelte Anstrengungen, um im Bereich nachhaltige Entwicklung voranzukommen. Menschenwürdige Arbeit, existenzsichernde Löhne sowie faire, nachhaltige Lieferketten sind entscheidende Faktoren bei der Bekämpfung von Armut und Hunger.“



In 16 Partnerländern und fünf Sektoren aktiv
In einem kurzen Rückblick ging Dr. Julia Bellinghausen, Leiterin des IPD, auf die vier Projektphasen des IPD und die Erfolgsfaktoren der Arbeit, wie Nachfrageorientierung, Branchenexpertise des Teams, enge Vernetzung mit den Business Support Organisations (BSO) vor Ort sowie das große Importeur-Netzwerk ein.

Begonnen hat das IPD seine Arbeit vor zehn Jahren in drei Partnerländern und drei Produktgruppen. Heute ist das IPD in 16 Partnerländern und fünf Sektoren aktiv. Das IPD unterstützt Produzenten aus den Sektoren natürliche Zutaten für Lebensmittel, Pharmazie und Kosmetik, frisches Obst und Gemüse, Schnittblumen und nachhaltige Holzprodukte. Zudem fördert das IPD seit 2018 auch nachhaltige Tourismus-Angebote. Es vernetzt kleine und mittelständischen Unternehmen mit europäischen Einkäufern und Reiseveranstaltern auf internationalen Fachmessen, virtuellen Events, FAM Trips, Beschaffungs- und Einkäuferreisen.

Win-win-Situation für beide Geschäftspartner
In den vergangenen Jahren konnte das IPD eine Vielzahl an Geschäftsabschlüssen zwischen Exporteuren und europäischen Importeuren anbahnen. Eine Win-win-Situation für beide Geschäftspartner: Die Exporteure konnten ihren Umsatz steigern, in den Ausbau ihrer Produktion investieren und Arbeitsplätze schaffen. Die Importeure profitierten wiederum von hochwertigen Produkten, attraktiven Liefermärkten und zuverlässigen Lieferanten. „Das Ziel des IPD ist es, mit den Geschäftsabschlüssen eine Grundlage für langfristige Handelsbeziehungen zu schaffen“, sagt Dr. Julia Bellinghausen, Leiterin des IPD. „Nur so erreichen wir einen nachhaltigen Effekt für die Menschen in den Entwicklungs- und Schwellenländern.“

Importförderung in Zeiten globaler Krisen
Philippe Isler von der Global Alliance of Trade Facilitation gab in seinem Vortrag eine kurze Einführung in die aktuellen Trends im Außenhandel und ihre Implikationen auf den europäischen Import. Auf dem Podium diskutieren anschließend Dr. Christoph Hoffmann, MdB und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Oliver Kölsch, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Gycs Gordon, Direktor des PromPeru Büros in Hamburg, Dr. Julia Bellinghausen und Gregor Wolf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BGA, zu Wort. „10 Jahre IPD – das ist eine Erfolgsgeschichte“, fasste Gregor Wolf zusammen. „Als anerkannter Partner in der Importförderung unterstützt das IPD Importeure, ihr Handelsnetzwerk nachhaltig auszubauen. Das IPD zeigt das Potenzial von Entwicklungs- und Schwellenländern als alternative Beschaffungsmärkte auf und leistet damit einen wesentlichen Beitrag bei der notwendigen Diversifizierung des Beschaffungsmanagements.“



Im Schlusswort blickte Gebhardt Weiss, Geschäftsführer der Entwicklungsorganisation sequa gGmbH, die gemeinsam mit dem BGA Aufbau und Durchführung des IPD verantwortet, auf die Anfänge des IPD zurück. Sein Fazit: Der Plan ist aufgegangen und das IPD als starker Partner im Außenhandel und in der Entwicklungszusammenarbeit etabliert.   [Sandra Freiberg]