Zur Lage in der Ukraine

Mit Entsetzen blicken wir auf die Entwicklungen der letzten Tage, den Einmarsch Russlands in die Ukraine. Dies ist kein nationaler Krieg, sondern ein Angriff auf den Frieden in Europa, der seit 80 Jahren die Grundlage für unsere politische und wirtschaftliche Stabilität ist. Nun steht ein Land, in nur 800 km Entfernung von uns in Flammen. Wir sind schockiert über die Bilder aus Kiew und der Ukraine insgesamt. Unser Mitgefühl gilt all den Menschen, die jetzt in Kälte und Dunkelheit die Zerstörung ihres Landes miterleben und um ihr Leben und ihre Freiheit fürchten.

Die jetzt ergriffenen Sanktionsmaßnahmen sind richtig. Wir können keinen Krieg mit Russland führen. Es gibt für uns keinen anderen Weg, um Russland an den Verhandlungstisch zurück zu bringen. Sanktionen müssen weh tun, sonst sind sie wirkungslos. Sie werden auch Deutschland ein Stück weit weh tun. Der Handel wird deutlich eingeschränkt. Die Energiepreise werden steigen. Wir müssen mit einer höheren Inflation rechnen.

Dr. Dirk Jandura, Präsident des BGA, sagt:
„Mit Entsetzen blicke ich auf die Bilder und Nachrichten aus der Ukraine. Mein Mitgefühl gilt den Menschen, die in diesen Stunden und Tagen um ihr Leben und ihre Freiheit fürchten müssen. Die Unternehmen des Groß- und Außenhandels stehen für offenen, freien Handel und den friedlichen Austausch untereinander. Das ist unser Credo. Frieden, die Bewahrung des Völkerrechts und der Menschenrechte, gegenseitiger Respekt und die territoriale Unversehrtheit sind dafür Grundbedingungen. Der völkerrechtswidrige Angriff auf die Ukraine ist nicht zu rechtfertigen. Er bedroht die politische und wirtschaftliche Stabilität Europas. Es ist nun Aufgabe der Politik, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die weitere Ausbreitung kriegerischer Handlungen zu verhindern und Russland wieder an den Verhandlungstisch zu bringen.“

Zum Positionspapier des BGA sowie den aktuellsten Pressemeldungen gelangen Sie hier.

Sanktionen

Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges sind bereits jetzt deutlich spürbar. Die langfristigen Auswirkungen können wir aktuell noch nicht in vollem Umfang abschätzen. Ausfuhrbeschränkungen, die Maßnahmen mit Bezug auf den Finanzsektor sowie Listungen von Personen und Entitäten treffen uns direkt. Selbst wenn Unternehmen nicht direkt Handel mit oder über Russland betreiben, sind sie von den rapide ansteigenden Energiekosten und der Inflation massiv betroffen.
Hier finden Sie das aktuellste Rundschreiben des BGA.
Eine Link-Übersicht zu allen Sanktionen Russland und Belarus finden Sie im Folgenden:

Störungen der Lieferketten

Der Krieg in der Ukraine und die daraus resultierenden Sanktionen gegen Russland und Belarus beeinflussen die weltweiten Lieferketten. Die gesamte Region ist für den Transportverkehr zwischen Asien und Europa sehr wichtig. Nun sind Luft-, See- und Schienengüterverkehr gestört und teilweise komplett unterbrochen. Für alle Transportbereiche werden erhebliche Kostenerhöhungen durch steigende Energiekosten und Umwegverkehre erwartet. Für die Wirtschaft insgesamt ergeben sich zusätzliche Lasten durch die noch weiter zunehmende Störung der Lieferketten, ausfallende Rohstoffquellen und gefährdete ukrainische Zulieferer. Auch im Agrarbereich ergeben sich Verwerfungen auf der Logistik- und Verarbeitungsseite. Dies trifft die Industrie, die Umschlagpunkte und die Carrier.
 



Seefracht:

  • Die Arbeit in den ukrainischen Seehäfen wie Odessa, Yuzhnyy und Chornomorsk ist aufgrund der russischen Angriffe ausgesetzt
  • Nahezu alle großen Reedereien haben Buchungen für den Verkehr mit russischen Häfen gestoppt. Ausgenommen sind Hilfsgüter und Lebensmittellieferungen.
    Die chinesische Reederei COSCO hält den Containerverkehr mit Russland bisher aufrecht.
  • Der Hamburger Hafen- und Logistikkonzern HHLA nimmt wegen der EU-Sanktionen keine Container an, die aus Russland kommen oder dorthin gehen sollen. Das Unternehmen folge damit dem Beispiel von Terminalbetreibern in anderen europäischen Häfen wie Antwerpen und Rotterdam.
  • Auch Großbritannien hat alle Seehäfen für Schiffe unter russischer Flagge gesperrt.
  • Die Reedereien rechnen mit Personalengpässen, da russische und ukrainische Seeleute voraussichtlich ausfallen. Immer noch hängen MitarbeiterInnen, Fahrzeuge und Schiffe im Krisengebiet fest. Kritisch sind Kontrollen durch russische Sicherheitsbehörden in russischen Häfen. Polnische Hafenbehörden gestatten dem Vernehmen nach aus Sicherheitsgründen kein Auslaufen ukrainischer Crewmitglieder in Richtung Russland. Weitere Verwerfungen ergeben sich durch die Unterbrechung des Zahlungsverkehrs für russische Crewmitglieder.
     

Schienengüterverkehr:

  • Kritisch wird das absehbare Wegbrechen der durch Russland führenden Seidenstraßen-Korridore gesehen. Der Verkehr über einige Routen ist noch möglich, wird aber von Logistikunternehmen offenbar nicht mehr angeboten.
     

Luftfrachtverkehr:

  • Im Luftfrachtverkehr reduzieren sich die Frachtkapazitäten durch wegfallende Passagierflüge um 10%. Zusätzlich um ca. 10% reduzieren sich die Kapazitäten durch die notwendige „Unterladung“, um die zusätzlichen Reichweiten für Umwege zu ermöglichen.
     

Straßengüterverkehr:

  • Der ohnehin vorherrschende Fahrermangel verstärkt sich enorm. Viele Fahrer und auch LKW stammen aus der Ukraine und Russland.
    Auch polnische Fahrer scheinen auszufallen, da sie in Wehrbereitschaft versetzt wurden. Die Ausfälle können nicht ersetzt werden.
  • Am Freitag erklärte Verkehrsminister Wissing, das für LKW mit humanitären Hilfsgütern für die Ukraine die Lkw-Maut auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen entfällt.
    Dadurch soll der Transport mit dringend benötigten Spenden wie Lebensmittel und Kleidung unterstützt und erleichtert werden. Die Regelung gilt aktuell ausschließlich für LKW die humanitäre Hilfsgüter transportieren, die leere Rückfahrt an den gewöhnlichen Standort ist davon ebenso inbegriffen.
     

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Übersicht: Handel mit Russland und der Ukraine









 

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