25.06.2026

Industrieproduktion stagniert - Auftragseingänge fallen

Im April verzeichnete das Produzierende Gewerbe, basierend auf den Angaben des Statistischen Bundessamtes mit 0,4 ein leichtes Plus. Dennoch steht zu Beginn des Jahres 2026 in Summe ein Rückgang zu Buche. Gegenüber 2025 lag die Produktion arbeitstäglich bereinigt um 0,5 Prozent niedriger. Auch im Dreimonatsvergleich verringerte sich die Ausbringung im Vergleich zum Vorjahr kalenderbereinigt um 1,7 Prozent. Geprägt wurde dies insbesondere durch die Stagnation in der Industrieproduktion. Der Energiesektor lag mit 0,2 Prozent nur knapp darüber. Im Baugewerbe hingegen lag mit 2,4 Prozent ein leichtes Plus vor. Die Auftragseingänge haben im April 2026 - sowohl mit als auch ohne Großaufträge - um 3,8 Prozent gegenüber dem Vormonat abgenommen. Im Vorjahresvergleich liegt zwar noch immer ein leichtes Plus vor (1,6 Prozent). Der weniger volatile Dreimonatsvergleich beläuft sich jedoch auf -3,1 Prozent.

Innerhalb der einzelnen Industriezweige waren unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten. So wurde unter anderem die Produktion pharmazeutischen Erzeugnissen (3,0 Prozent ausgeweitet) und chemischen Erzeugnissen (2,1 Prozent) ausgeweitet, ebenso in der Metallerzeugung und -bearbeitung um 1,9 Prozent, bei Metallerzeugnissen um 1,6 Prozent sowie im Maschinenbau um 0,8 Prozent. Hingegen musste die Produktion von Kfz- und Kfz-Teilen mit einem Minus von 4,7 Prozent einen deutlichen Rückgang hinnehmen. Auch Kokereien und Mineralölverarbeitung wies mit -2,9 Prozent einen deutlichen Rückgang aus. Bei den Auftragseingängen kam es zu signifikanten Rückgängen: Während der Rückgang in den Bereichen Kfz und Kfz-Teile (-5,3 Prozent) und im Maschinenbau (-7,4 Prozent) wenigstens noch im einstelligen Bereich blieben, fielen die Ordereingänge der Hersteller elektrischer Ausrüstungen um 16,3 Prozent. Ein leichtes Orderplus ergab sich lediglich bei Daten, EDV und optischen Geräten sowie in der Metallerzeugung und in der Textil- und Bekleidungsindustrie (jeweils + 0,6 Prozent).

Die Industrieproduktion war schon schwach in das Jahr 2026 gestartet und konnte sich trotz niedriger Ausgangslage nicht merklich bessern. In den fallenden Auftragseingängen deuten sich die Auswirkungen des Irankrieges an, die möglicherweise bei anhaltendem Konflikt in den kommenden Monaten noch stärker ausfallen könnte. Die deutsche Exportwirtschaft ächzt unter den geopolitischen Gegebenheiten, die Logistik und die Absicherung verteuern. Hinzu kommen explodierende Energiepreise und erneute Lieferengpässe. Der BGA plädiert daher immer wieder und nachdrücklich, dass die Bundesregierung nun endlich Entlastungen, Vereinfachungen und Bürokratieabbau mit Reformen mutig und konsequent voranbringt.
 

Michael Alber
Geschäftsführer
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