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title: Zweiter Mittelstandsmonitor erschienen
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description: AG Mittelstand mahnt Strukturreformen an.
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author: BGA
date: 2022-12-06
modified: 2026-09-01
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  - BGA
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# Zweiter Mittelstandsmonitor erschienen

15.10.2025

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[ Zweiter Mittelstandsmonitor erschienen ](https://bga.de/im-fokus/artikel/zweiter-mittelstandsmonitor/)
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Der Mittelstand in Deutschland steckt in einer hartnäckigen konjunkturellen und strukturellen Krise. Die unberechenbare Handelspolitik der Vereinigten Staaten sowie die geopolitisch angespannte Lage belasten die Wirtschaft spürbar. Trotz
 einzelner Lichtblicke wie die erhöhten Investitionen in die Infrastruktur und der
 Investitionsbooster bleibt die wirtschaftliche Situation anhaltend schwach. Mit dem aktuellen
 Mittelstandsmonitor zieht die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand (AG Mittelstand) – ein
 Zusammenschluss von zehn führenden Wirtschaftsverbänden – erneut eine ernüchternde
 Bilanz der politischen Rahmenbedingungen für den Mittelstand. Die Gesamtlage wird auf
 einer Skala von -3 (sehr schlecht) bis +3 (sehr gut) mit einem Wert von -2 bewertet und
 damit ähnlich negativ wie im Vorjahr.

 „Die Ergebnisse des Mittelstandsmonitors wertet die AG Mittelstand als deutlichen Weckruf“,
 betont Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und
 Raiffeisenbanken (BVR). „Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft, und er braucht
 jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, damit Investitionen wirken können. Der Monitor wird
 bewusst am Tag des gemeinsamen parlamentarischen Abends veröffentlicht, um den Dialog
 zwischen Politik und Mittelstand zu vertiefen. Denn: Nur mit einer starken Mitte gibt es einen
 starken Standort Deutschland. Vor diesem Hintergrund fordert die AG Mittelstand, zügig
 Reformen auf den Weg zu bringen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland
 zu sichern. Ankündigungen allein reichen nicht mehr aus.“

 Aus Sicht des Mittelstands besteht bei der Infrastruktur, der Linderung des
 Fachkräftebedarfs, den Bedingungen für Unternehmertum, bei der Energiepolitik, bei der
 Bürokratiebelastung und bei der Steuerpolitik weiterer Reform- und Handlungsbedarf:
  Zur schnelleren Modernisierung der Infrastrukturen braucht es beschleunigte
 Planungs-. Genehmigungs- und Umsetzungsverfahren. Neben einer rechtlichen
 Entschlackung und Harmonisierung sollte der technische Fortschritt etwa durch KI
 und Digitalisierung konsequent genutzt werden, um Prozesse in den zuständigen
 Behörden kunden- und mittelstandsfreundlich zu verbessern.

  Um die Unternehmenskultur zur stärken, ist unter anderem eine nachhaltige
 Steigerung der Gründungsbereitschaft erforderlich. Dazu sollte unternehmerisches
 Denken bereits an allgemeinbildenden Schulen viel stärker unterstützt und die
 Berufsorientierung ausgebaut werden, um junge Menschen frühzeitig mit der
 Selbstständigkeit als berufliche Option vertraut zu machen.

  In der Energiepolitik sind unter anderem eine weitere Erhöhung der Stromproduktion
 sowie ein weiterer Ausbau der Netze und der Speicherinfrastruktur notwendig. Die
 Stromsteuer sollte nicht nur für die produzierenden und agrarwirtschaftlichen
 Branchen gesenkt werden, sondern für alle Betriebe und Unternehmen auf dem
 europäischen Mindestniveau liegen. Dieses zentrale Versprechen sollte die
 Regierungskoalition endlich einlösen.

  Die Bundesregierung hat versprochen, die bürokratischen Lasten zu vermindern. Den
 Ankündigungen müssen nun rasch Taten folgen. Auch im Bereich der wichtigen
 Mittelstandsfinanzierung durch Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen
 müssen die Belastungen reduziert werden, beispielsweise durch eine Verminderung
 der hohen Anforderungen an Prüfungen und Stresstests insbesondere bei regional
 fokussierten Kreditinstituten.

  Das steuerliche Investitionssofortprogramm mit schnelleren Abschreibungen und den
 vorgesehenen Steuersatzsenkungen ist richtig, wobei die Steuerentlastungen
 deutlich früher als 2028 kommen sollten. Zudem gilt es, im Rahmen der
 angekündigten tariflichen Entlastungen bei der Einkommensteuer gerade auch die
 mittelständischen Personenunternehmen zu entlasten und die Besteuerung
 insgesamt zu vereinfachen. Der Mittelstandsmonitor steht www.arbeitsgemeinschaft-
 mittelstand.de zum Download zur Verfügung.

 Über die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand: Der Mittelstand in Deutschland repräsentiert die
 rund 3,5 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen aus Handel, Handwerk, dem
 Dienstleistungssektor, Gastronomie und Hotellerie, den Freien Berufen und der Industrie
 sowie, als wichtigste Finanzierungspartner der kleinen und mittleren Unternehmen, die
 Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Diese Betriebe und Unternehmen beschäftigen
 sechs von zehn sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (mehr als
 19 Millionen), bilden sieben von zehn der insgesamt mehr als 1,1 Millionen Auszubildenden
 aus und zählen zu den Innovationstreibern in Europa (Quelle: IfM Bonn).

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