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title: Handelsschutz darf nicht zur industriepolitischen Allzweckwaffe werden
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description: Wer seine Industrie mit immer neuen Handelsbarrieren abschirmt, verteuert Vorprodukte, belastet den Mittelstand und schwächt am Ende die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Exporteure.
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author: BGA
date: 2022-12-06
modified: 2026-09-01
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  - BGA
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# Handelsschutz darf nicht zur industriepolitischen Allzweckwaffe werden

28.10.2026

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[ Handelsschutz darf nicht zur industriepolitischen Allzweckwaffe werden ](https://bga.de/presse/pressemitteilung/handelsschutz-darf-nicht-zur-industriepolitischen-allzweckwaffe-werden/)
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**„Europa muss sich gegen unlautere Handelspraktiken wehren können. Aber Handelsschutz darf nicht zur industriepolitischen Allzweckwaffe werden. Die Warschauer Erklärung von 15 EU-Industrieministern setzt wichtige Impulse für die europäische Wettbewerbsfähigkeit. Den geforderten breiteren und offensiveren Einsatz von Handelsschutzinstrumenten sehen wir jedoch kritisch. Wer seine Industrie mit immer neuen Handelsbarrieren abschirmt, verteuert Vorprodukte, belastet den Mittelstand und schwächt am Ende die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Exporteure“, so Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), zur heute veröffentlichten Warschauer Erklärung.**

Jandura weiter: „Auch bei DiversifyEU brauchen wir Augenmaß. Wir müssen kritische Abhängigkeiten reduzieren und Lieferketten breiter aufstellen. Das gelingt aber nicht, indem die Politik Unternehmen vorschreibt, wo sie einkaufen sollen. Wir brauchen mehr Bezugsquellen und neue Handelspartner, nicht weniger Auswahl und zusätzliche Markteingriffe. Diversifizierung bedeutet mehr Optionen, nicht neue Beschränkungen.“

„Kritisch sehen wir auch zusätzliche EU-Ursprungskriterien im Rahmen des Industrial Accelerator Act. Neue Herkunftsvorgaben schaffen Bürokratie, verteuern die Beschaffung und können internationale Lieferketten beeinträchtigen. Europa darf sich nicht selbst das Leben schwermachen, während es seine Wettbewerbsfähigkeit stärken will“, betont Jandura.

„Handelsschutz muss sich an klaren rechtlichen Kriterien orientieren, verhältnismäßig sein und die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigen. Nicht jeder Importdruck ist unfairer Wettbewerb, und nicht jedes industrielle Problem lässt sich mit Zöllen lösen. Europa wird nicht stärker, indem es sich vor Wettbewerb schützt, sondern indem es im Wettbewerb besser wird. Dafür brauchen wir wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie, einen funktionierenden Binnenmarkt und neue Freihandelsabkommen. Das schafft Wachstum und eröffnet Unternehmen neue Märkte. Zusätzliche Handelsbarrieren tun das nicht“, Jandura abschließend.

28\. Oktober 2026

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