Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. (BGA) lädt vor diesem Hintergrund in Zusammenarbeit mit der Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte GmbH Unternehmen des Großhandels und des Außenhandels sowie der B2B-Dienstleister zu einem Workshop zu den ab 1. Januar 2027 geltenden Regelungen und Anforderungen an die E-Rechnung ein. Der Workshop soll Unternehmen Informationen zum aktuellen Sachstand der Implementierung von E-Rechnungssystemen und einen Ausblick für die weiteren geschäftlichen Planungen gegeben.
Der Workshop findet virtuell als Zoom-Meeting statt am
Donnerstag, 12. November 2026, von 11:00 Uhr bis ca. 12:00 Uhr.
An den Workshops werden für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte GmbH, München, Dr. Diana-C. Kurtz, Senior Manager Indirect Tax, und Dr. Matthias Gries, Partner Indirect Tax, zu steuerlichen und technischen Fragen sowie für den BGA der für Steuerfragen zuständige Geschäftsführer Michael Alber als Gesprächspartner zur Verfügung stehen.
Bei Interesse steht beim BGA als Ansprechpartner Michael Alber unter der Telefonnummer +49 30 590099-571 oder elektronisch unter michael.alber@bga.de zur Verfügung.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.
Einkäufer können ein buntes und qualitativ hochwertiges Sortiment entdecken, neue Lieferanten kennenlernen und direkte Geschäftskontakte knüpfen. Das IPD unterstützt sie dabei mit sorgfältig geprüften Produzenten aus Entwicklungs- und Schwellenländern.
Diese Schnittblumen erwarten Besucher am IPD-Stand:
Alle vorgestellten Unternehmen wurden von unseren IPD-Experten vor Ort geprüft – auf Produktqualität, Exportfähigkeit und internationale Standards. So können Importeure sicher sein, dass sie zuverlässige Partner kennenlernen.
Einen vollständigen Überblick über alle IPD-Partner und ihr Sortiment finden Sie hier:
Download IPD Lieferanten-Broschüre
Weitere Informationen erteilt:
Tim Erdmann
IPD Experte Sourcing + Märkte
T +49 30 590 099 564
erdmann@importpromotiondesk.de
Bonn/Berlin, 21.09.2026 – Das Import Promotion Desk (IPD) präsentiert auf der World Travel Market London (WTM), die vom 3. bis 5. November stattfindet, 14 Unternehmen mit nachhaltigen Tourismusangeboten aus Brasilien, Ecuador, Nepal, Sri Lanka, Tunesien und Usbekistan. Ihre vielfältigen Angebote werden im Rahmen der jeweiligen Länderstände auf der Messe vorgestellt und richten sich insbesondere an europäische Reiseveranstalter, die ihr Portfolio um authentische Reiseerlebnisse erweitern möchten.
Die Bandbreite der Angebote zeigt, wie vielfältig nachhaltiger Tourismus sein kann: In Ecuador können Reisende mit einem spezialisierten Anbieter die artenreiche Vogelwelt des Landes entdecken. Tunesien lässt sich abseits der bekannten Routen erleben – etwa bei Handwerks- und Kulinarik-Workshops, bei Begegnungen mit lokalen Gemeinschaften oder beim Glamping in der Sahara. Ein brasilianisches Unternehmen führt Reisende per Boot tief in die Amazonas-Region. In Sri Lanka verbindet ein Anbieter Kitesurfing mit nachhaltigem Reisen, während den Besuchern in Nepal Wellbeing-Angebote erwarten, die traditionelle Heilmethoden mit modernen Retreat- Erlebnissen kombinieren.
Die Tourismusunternehmen im IPD-Programm sind kleine und mittelständische Unternehmen, die ökologische und soziale Nachhaltigkeitsziele verfolgen, eng mit den lokalen Gemeinschaften zusammenarbeiten und Angebote schaffen, die regionale Wertschöpfung fördert. Sie wurden von IPD-Experten ausgewählt und auf die Anforderungen des europäischen Marktes vorbereitet. Das IPD unterstützt europäische Reiseanbieter dabei, neue nachhaltige Reiseangebote aus Entwicklungs- und Schwellenländern zu erschließen und ihr Portfolio zu diversifizieren. Als Projekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sind seine Services neutral und kostenfrei, und sie stehen interessierten europäischen Veranstaltern offen.
Mehr Informationen zu den Unternehmen auf der WTM 2026:
https://www.importpromotiondesk.de/fileadmin/Messebroschueren/wtm_IPD_tourism_companies.pdf
Terminvereinbarung:
forms.importpromotiondesk.de/form-92942/wtm-2026-meet-ipd-partners
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Import Promotion Desk (IPD)
Sandra Freiberg
IPD Leiterin Marketing /PR
Phone: +49 (0) 228 909 00 81 63
E-Mail: freiberg@importpromotiondesk.de
Pressekontakt
Annegret Winzer
w communications
Phone: +49 (0) 30 23 99 72 14
E-Mail: a.winzer@w-communications.de
Wer einen externen Partner für digitale Projekte oder Services sucht, blickt meist auf die bekannten IT-Standorte. Tunesien gehört noch nicht selbstverständlich dazu – dabei bietet das Land gut qualifizierte IT-Spezialisten mit hoher Verfügbarkeit und attraktiven Konditionen.
Das Import Promotion Desk (IPD), eine Initiative des BGA, hat tunesische IT-Dienstleister nach klaren Kriterien geprüft und ausgewählt – darunter technische Fähigkeiten, europäische Standards, Datenschutz, Zertifizierungen und Zuverlässigkeit.
Mit der Delegationsreise können Unternehmen sich selbst ein Bild davon machen, ob Tunesien zu ihren Projekten passt.
Mehr als nur Unternehmensbesuche:
Teilnehmer lernen das digitale Ökosystem Tunesiens kennen
Teilnahmebeitrag: 600 € pro Person.
Darin enthalten sind fünf Hotelübernachtungen mit Frühstück, sämtliche Transfers innerhalb Tunesiens, die Organisation des kompletten Programms sowie die Betreuung durch das IPD vor Ort. Alle Details dazu im folgenden Link:
Jetzt anmelden
Einen Überblick über die vom IPD ausgewählten tunesischen IT-Unternehmen finden Sie in unserer Broschüre: Download Broschüre „IPD Partner in Tunesien“
Für weitere Informationen wenden Sie sich an:
| Stefan Schütze |
IPD Spezialist Sourcing + Märkte Digitale Services & Produkte T +49 228 90 900 81 621 schuetze@importpromotiondesk.de |
Wie verändern Geopolitik, Technologie und neue Handelsrealitäten die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Asien-Pazifik? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die 19. Asia-Pacific Conference of German Business (APK) vom 29. bis 31. Oktober 2026 in Seoul.
Im Mittelpunkt stehen die großen Zukunftsthemen der internationalen Wirtschaft: geopolitische Veränderungen und wirtschaftliche Sicherheit, resiliente und wettbewerbsfähige Lieferketten, neue Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, technologische Innovation und Industrial AI sowie nachhaltiges Wachstum und die Transformation der Industrie. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der strategischen Bedeutung des Indo-Pazifik und auf Südkorea als Technologie-, Innovations- und Industriestandort. Die APK will damit nicht nur über aktuelle Herausforderungen diskutieren, sondern konkrete Partnerschaften und neue wirtschaftliche Perspektiven zwischen Deutschland und der Region voranbringen.
Für das hochkarätig besetzte Programm haben sich unter anderem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Siemens-CEO Roland Busch, BGA-Präsident Dr. Dirk Jandura, DIHK-Präsident Peter Adrian, BDI-Präsident Peter Leibinger, BASF-CEO Markus Kamieth, Infineon-CEO Jochen Hanebeck, DHL-CEO Tobias Meyer, Deutsche-Bank-CEO Christian Sewing, Toshiba-CEO Taro Shimada und NAVER-CEO Soo-yeon Choi angekündigt.
Die APK ist damit eine der wichtigsten Plattformen für den Austausch zwischen deutscher Wirtschaft und der dynamischen Asien-Pazifik-Region – und gerade angesichts der aktuellen geopolitischen und handelspolitischen Veränderungen ein wichtiger Treffpunkt für Unternehmen und Politik.
Mehr zum Programm und zur Anmeldung:
Asia-Pacific Conference of German Business 2026
Jandura weiter: „Auch bei DiversifyEU brauchen wir Augenmaß. Wir müssen kritische Abhängigkeiten reduzieren und Lieferketten breiter aufstellen. Das gelingt aber nicht, indem die Politik Unternehmen vorschreibt, wo sie einkaufen sollen. Wir brauchen mehr Bezugsquellen und neue Handelspartner, nicht weniger Auswahl und zusätzliche Markteingriffe. Diversifizierung bedeutet mehr Optionen, nicht neue Beschränkungen.“
„Kritisch sehen wir auch zusätzliche EU-Ursprungskriterien im Rahmen des Industrial Accelerator Act. Neue Herkunftsvorgaben schaffen Bürokratie, verteuern die Beschaffung und können internationale Lieferketten beeinträchtigen. Europa darf sich nicht selbst das Leben schwermachen, während es seine Wettbewerbsfähigkeit stärken will“, betont Jandura.
„Handelsschutz muss sich an klaren rechtlichen Kriterien orientieren, verhältnismäßig sein und die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigen. Nicht jeder Importdruck ist unfairer Wettbewerb, und nicht jedes industrielle Problem lässt sich mit Zöllen lösen. Europa wird nicht stärker, indem es sich vor Wettbewerb schützt, sondern indem es im Wettbewerb besser wird. Dafür brauchen wir wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie, einen funktionierenden Binnenmarkt und neue Freihandelsabkommen. Das schafft Wachstum und eröffnet Unternehmen neue Märkte. Zusätzliche Handelsbarrieren tun das nicht“, Jandura abschließend.
28. Oktober 2026
]]>Mehr als ein Drittel aller Handelswarengeschäfte werden über den Großhandel abgewickelt. Mit einem Anteil von 5,4 Prozent an der deutschen Bruttowertschöpfung liegt die Branche zudem vor der Automobilindustrie mit 3,7 Prozent und der Bauwirtschaft mit 5,1 Prozent. Jeder Euro Wertschöpfung im Großhandel löst weitere 1,54 Euro Wertschöpfung im Großhandel und in anderen Branchen aus.
„Diese Zahlen zeigen, welche Hebelwirkung der Großhandel für Wachstum und Wohlstand entfaltet. Der Großhandel ist ein Wirtschaftsmotor, der zu selten im Blick ist. Seine Leistungen bleiben im Alltag oft unsichtbar, sind für die Versorgung von Unternehmen und Bürgern aber unverzichtbar. Umso wichtiger ist es, dass die Politik die Branche und ihre wirtschaftliche Bedeutung stärker berücksichtigt“, so Jandura.
„Auch als Arbeitgeber leistet der Großhandel einen wichtigen Beitrag. Steigende Produktivität, Innovationen und anspruchsvolle Dienstleistungen stärken seine Wettbewerbsfähigkeit. Davon profitieren auch die Beschäftigten: Die Arbeitnehmerentgelte je geleisteter Arbeitsstunde liegen rund 17 Prozent über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt“, so der Unternehmer.
„Gleichzeitig steht die Branche unter Druck. Stagnation darf nicht zum neuen Normalzustand werden. Deutschland braucht mehr wirtschaftliche Dynamik, um globale Herausforderungen zu bewältigen und den Strukturwandel erfolgreich zu gestalten. Der Großhandel treibt die Digitalisierung voran. Doch auch die Politik muss liefern: mit verlässlichen Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und spürbaren Entlastungen bei Kosten, Steuern und Abgaben“, fordert Jandura abschließend.
Die IW-Studie „großhandel in deutschland – Eine unterschätzte Wirtschaftsgröße“ kann hier (https://bga.de/presse/statements/iw-studie-2026/) auf der BGA-Homepage abgerufen werden.
27. Oktober 2026
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Mehr als ein Drittel aller Handelswarengeschäfte werden über den Großhandel abgewickelt. Mit einem Anteil von 5,4 Prozent an der deutschen Bruttowertschöpfung liegt die Branche zudem vor der Automobilindustrie mit 3,7 Prozent und der Bauwirtschaft mit 5,1 Prozent. Jeder Euro Wertschöpfung im Großhandel löst weitere 1,54 Euro Wertschöpfung im Großhandel und in anderen Branchen aus.
Diese Zahlen zeigen, welche Hebelwirkung der Großhandel für Wachstum und Wohlstand entfaltet. Der Großhandel ist ein Wirtschaftsmotor, der zu selten im Blick ist. Seine Leistungen bleiben im Alltag oft unsichtbar, sind für die Versorgung von Unternehmen und Bürgern aber unverzichtbar. Umso wichtiger ist es, dass die Politik die Branche und ihre wirtschaftliche Bedeutung stärker berücksichtigt.
Die Studie finden Sie hier.
]]>Jandura weiter: „Ebenso wichtig ist die klare Abgrenzung nach innen: Assoziierung ersetzt keinesfalls den Beitritt für die Westbalkanstaaten sowie Moldau, die Ukraine und Georgien. Diese Länder sind europäische Staaten, sie durchlaufen einen verdienstbasierten Beitrittsprozess, und ihr Ziel bleibt die Vollmitgliedschaft. Nach Vorstellung des BGA sollte eine solche Assoziierung eine vertraglich abgesicherte Beteiligung an ausgewählten Bereichen der europäischen Integration ermöglichen. Denkbar sind ein vertiefter Zugang zum Binnenmarkt in vereinbarten Sektoren, eine engere Zusammenarbeit bei Standards und Zulassungen sowie gemeinsame Projekte für Rohstoffe, Energie und digitale Technologien. Umfang und Bedingungen müssten beide Seiten verbindlich vereinbaren.“
„Eine Vollmitgliedschaft umfasst umfassende Rechte und Pflichten sowie die Mitentscheidung in den europäischen Institutionen. Eine Assoziierung würde gezielt vereinbarte Bereiche der Zusammenarbeit erfassen. Für die Bereiche, in denen eine engere Marktintegration vereinbart wird, braucht es aber gemeinsame Regeln, verlässliche Verfahren und eine wirksame Streitbeilegung. Ebenso sollten Partner frühzeitig eingebunden werden, wenn neue Regeln ihre vereinbarten Rechte und Pflichten berühren. Dabei sollte auf den bestehenden Kooperationsstrukturen von CETA aufgebaut und Kanada bei der Weiterentwicklung relevanter Regeln frühzeitig eingebunden werden“, so Jandura abschließend.
26. Oktober 2026
Mit einem gemeinsamen Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen haben Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am 5. Oktober 2026 eine umfassende Neuausrichtung der europäischen Handels- und Industriepolitik angestoßen. Hintergrund sind der wachsende Druck einzelner Industriezweige, sich gegen zunehmende Importe insbesondere aus China abzuschirmen, sowie Sorgen über strategische Abhängigkeiten Europas. Die deutsch-französische Annäherung ist offenbar auch Teil eines politischen Kompromisses: Medienberichten zufolge kommt Deutschland Frankreich bei europäischen Präferenzregelungen entgegen, während Frankreich im Gegenzug eine Lockerung des für 2035 vorgesehenen Verbrenner-Aus unterstützt.
Das begleitende deutsch-französische Non-Paper fordert unter anderem eine Verschärfung bestehender Handelsschutzinstrumente, ein neues Diversifizierungsinstrument und zusätzliche Möglichkeiten, den Zugang zum europäischen Binnenmarkt zu beschränken.
Der BGA sieht darin eine bemerkenswerte handelspolitische Richtungsänderung und hat seine Bedenken in einem Schreiben an Bundeskanzler Merz sowie Bundesaußenminister Johann Wadephul und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche deutlich gemacht.
Wirtschaftssicherheit darf nicht zum Vorwand für Protektionismus werden
Der BGA unterstützt das Ziel, kritische wirtschaftliche Abhängigkeiten zu reduzieren und unfairen Handelspraktiken wirksam entgegenzutreten. Allerdings warnen wir davor, unterschiedliche Herausforderungen wie staatliche Subventionen, strategische Lieferabhängigkeiten und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen miteinander zu vermischen.
Nicht jeder verlorene Marktanteil sei Ausdruck unfairen Wettbewerbs und nicht jede Importabhängigkeit ein Sicherheitsrisiko. Die EU verfüge zudem bereits über weitreichende Handelsschutzinstrumente. Bevor neue Eingriffsbefugnisse geschaffen werden, müsse daher nachgewiesen werden, welche konkreten Regelungslücken bestehen.
„Europa darf Protektionismus nicht mit Protektionismus beantworten.“ Diese Botschaft steht im Mittelpunkt unserer Kritik. Gerade Deutschland sei als exportorientierte Volkswirtschaft auf offene Märkte und wettbewerbsfähige Importe angewiesen.
Drei Vorhaben im Fokus der Kritik
Besondere Bedenken äußert der BGA gegenüber einem neuen Instrument gegen systemische Marktverzerrungen. Dieses könnte weitreichende Maßnahmen bis hin zum Ausschluss ausländischer Anbieter vom europäischen Binnenmarkt ermöglichen. Zugleich soll die Anwendung erleichtert werden, indem Maßnahmen auf Vorschlag der Kommission wirksam werden könnten, sofern keine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten widerspricht. Aus Sicht des BGA müssen mit der Reichweite solcher Eingriffsmöglichkeiten auch die Anforderungen an ihre Begründung, Verhältnismäßigkeit und politische Kontrolle steigen.
Kritisch bewertet der Verband auch das geplante EU-Diversifizierungsinstrument. Die Europäische Kommission erwägt zusätzliche Zölle, um Unternehmen zur Erschließung alternativer Bezugsquellen zu bewegen. Solche Maßnahmen könnten bestehende Lieferbeziehungen verteuern, ohne dass tatsächlich neue, wirtschaftlich tragfähige Beschaffungsalternativen entstehen. Diversifizierung müsse deshalb durch Marktöffnung, Freihandelsabkommen und gezielte Anreize ermöglicht werden, statt Unternehmen durch Handelsbeschränkungen zu bestimmten Beschaffungsentscheidungen zu drängen.
Beim Industrial Accelerator Act (IAA) warnt der BGA insbesondere vor europäischen Präferenzregelungen und starren Local-Content-Vorgaben. Diese könnten Vorprodukte verteuern, internationale Lieferketten beeinträchtigen und zusätzliche Bürokratie verursachen. Es wäre widersprüchlich, neue Freihandelsabkommen zur Diversifizierung abzuschließen und gleichzeitig Produkte dieser Handelspartner zu benachteiligen.
Vier Forderungen an die Bundesregierung
Der BGA fordert die Bundesregierung auf, bei den weiteren europäischen Beratungen vier Grundsätze sicherzustellen: Vorrang bestehender Handelsschutzinstrumente vor neuen Eingriffsbefugnissen, Diversifizierung durch Marktöffnung statt durch Zwang, eine enge Begrenzung europäischer Präferenzregelungen sowie verbindliche gesamtwirtschaftliche Folgenabschätzungen.
Besonders wichtig ist dabei, die Auswirkungen der verschiedenen Instrumente nicht isoliert zu betrachten. Zusätzliche Zölle, Marktzugangsbeschränkungen und europäische Präferenzen könnten sich gegenseitig verstärken und die Kosten für Handelsunternehmen und nachgelagerte Industrien erheblich erhöhen. Wir sehen darin auch einen Widerspruch zu den Zielen der Bundesregierung, Bürokratie abzubauen, unternehmerische Freiheit zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu verbessern.
Die zentrale Botschaft des BGA lautet deshalb: „Europa wird nicht dadurch wettbewerbsfähiger, dass es den Wettbewerb einschränkt.“ Deutschland müsse auch künftig eine starke Stimme für offenen, regelbasierten Handel bleiben. Wirtschaftssicherheit entstehe durch leistungsfähige Unternehmen, verlässliche internationale Partnerschaften und diversifizierte Lieferketten – nicht durch zunehmende Abschottung.
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Bundesfinanzminister Lars Klingbeil stellt in der 1. Lesung des Einkommensteuerreformgesetzes 2027 die geplante Erleichterung für kleine und mittlere Einkommen hervor und sprach von Entlastungen in Höhe von 10 Milliarden Euro. Dabei gerät aus dem Blick, dass diesen Verbesserungen erhebliche Mehrbelastungen gegenüberstehen, die Unternehmen und Bürger direkt oder indirekt treffen werden. Die sogenannte Reichensteuer und die Anhebung der Pauschalbesteuerung geringfügig Beschäftigter sollen rund 2,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen bringen. Darüber hinaus sind mit dem Haushaltsbegleitgesetz 2027 bereits milliardenschwere Mehreinnahmen aus Verbrauchsteuern vorgesehen. Diese werden zwar bei den Unternehmen erhoben, letztlich aber von den Endverbrauchern getragen.
Tabaksteuer, Zuckergetränkesteuer, Alkohol-, Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuer sowie Alkopopsteuer sollen dem klammen, sparunwilligen Staat aus der Klemme helfen. Eine Plastiksteuer soll 2027 folgen. Hinzu kommen Mehreinnahmen aus der Anhebung der Bemessungsgrenzen bei den Sozialversicherungen. Zudem läuft der Tankrabatt zum Jahresende wieder aus. Von den versprochenen Entlastungen wird wenig bis nichts übrigbleiben. Unternehmen und Bürger müssen faktisch mit steigenden Steuern- und Abgabenbelastung sowie zusätzlicher Bürokratie infolge der Ausweitung steuerlicher Belastung rechnen.
Vor diesem Hintergrund hat der BGA gemeinsam mit den weiteren sieben Spitzenverbänden in einem Schreiben an die Fachebene des Bundesministeriums der Finanzen vom 7. Oktober 2026 aufgezeigt, welche Reformen notwendig sind, um die wirtschaftliche Dynamik zu stärken und dadurch wachstumsbedingt höhere Steuereinnahmen zu ermöglichen.
Im Mittelpunkt des Schreibens stehen gezielte Nachbesserungen bei Umwandlungen, der Thesaurierungsbegünstigung und der Körperschaftsteuer. Ziel ist es, diese praktikabel zu gestalten und dadurch Rechtsformneutralität für Personenunternehmen zu schaffen. Zudem plädieren die Spitzenverbände für weitere strukturelle Reformen: für Vereinfachungen bei der Lohnsteuer und bei der steuerlichen Behandlung von Werbeartikeln, eine konsequente Digitalisierung der Besteuerungsverfahren sowie die Umsetzung eines Direktverrechnungsmodells noch vor 2030.
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Vor wenigen Tagen legten vier Arbeitsgemeinschaften der SPD – von den Jusos bis zur AG 60plus – ein gemeinsames Positionspapier zum Arbeitszeitrecht vor mit dem Titel „Selbstbestimmt statt reguliert“. Darin nehmen sie Bezug auf die Vereinbarung im Koalitionsvertrag, nach der die Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit erfolgen und zudem die Arbeitszeiterfassung unter Erhaltung der Vertrauensarbeitszeit geregelt werden soll. Für dieses Vorhaben der Koalition liegen bis heute weder ein Zeitplan noch belastbare Entwürfe vor, lediglich ein im Frühjahr geleakter Arbeitsentwurf wurde öffentlich. (https://bga.de/presse/pressemitteilung/erneuter-bruch-des-koalitionsvertrages)
Das Positionspapier aus der SPD greift Punkte aus dem damaligen Arbeitsentwurf auf und geht sogar darüber hinaus. Es strotzt vor Misstrauen gegenüber Beschäftigten und Arbeitgebern, indem es umfangreiche Restriktionen vorschlägt und Flexibilisierung nur einer Seite ermöglichen will.
So schlägt es eine vollständige elektronische Arbeitszeiterfassung nebst ihrer Übermittlung an Arbeitsschutzbehörden zur digitalen Kontrolle vor. Die Entscheidung über die Lage der Arbeitszeit soll aus dem (stets nach billigem Ermessen auszuübenden) Direktionsrecht des Arbeitgebers herausgenommen und hin zu einem „zweiseitigen“ Recht entwickelt werden, so dass die Lage der Arbeitszeit vereinbart werden müsste. Durch weitergehende Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates bei Personalplanung und Arbeitsorganisation soll einem „betrieblichen Druck“ auf Beschäftigte entgegengewirkt werden. Für Überstunden sollen ab der ersten Stunde Zuschläge gezahlt werden. Und der einzige Vorschlag zur Flexibilisierung – die Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit – soll nur per Tarifvertrag möglich sein. Das würde bedeuten, dass sich Arbeitgeber die notwendige Flexibilität im Rahmen von Verhandlungen erkaufen müssen. Branchen, in denen Gewerkschaften nicht bereit sind, über das Thema zu verhandeln, bleiben außen vor. Ebenso wie alle nicht tarifgebundenen Unternehmen und deren Beschäftigte.
Dieses Papier aus der SPD-Basis setzt Signale gegen eine Reform des Arbeitszeitgesetzes hin zu einer zeitgemäßen Regulierung. Die bisherige Bundesarbeitsministerin Bas hatte dieses Projekt ohnehin auf die lange Bank geschoben und die immer wieder vorgebrachten Erinnerungen aus der Unionsfraktion ausgesessen. Nun liegt auch eine klare inhaltliche Botschaft der Sozialdemokratischen Partei auf dem Tisch. Zugleich ist mit Alexander Schweitzer ein pragmatischerer Vertreter der SPD ins Bundesarbeitsministerium eingezogen. Damit ist wieder offen, ob das gesamte Projekt in dieser Wahlperiode zum Abschluss gebracht wird.
Zum Auftakt beleuchtete das Institut der Deutschen Wirtschaft die wirtschaftlichen Perspektiven Afrikas als Exportmarkt. Als besonders interessante Märkte für die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft wurden Marokko, Südafrika, Ägypten, Kenia und Nigeria identifiziert. Zugleich wurde betont, dass länder- und produktspezifische Strategien erfolgversprechender sind als eine pauschale Afrikastrategie.
Anschließend stellte das Thünen-Institut für Marktanalyse eine im Auftrag des BMLEH erstellte Studie zu den Auswirkungen von Geflügelexporten nach Westafrika vor. Das Fazit: Der Handel sollte aufrechterhalten werden, da dies zu einer höheren Wohlfahrt beiträgt.
Das Import Promotion Desk, dessen Träger der BGA ist, präsentierte seine Arbeit mit afrikanischen Partnerländern. Mit Blick auf künftige Agrarimporte aus Afrika wurde deutlich, dass der zunehmende Diversifizierungsdruck, die Bedeutung von Transportrouten und -kosten sowie die zeitliche Verfügbarkeit der Produkte große Potenziale für den afrikanischen Kontinent eröffnen.
Eine weitere Facette des Zukunftsmarkts Afrika beleuchtete anschließend das Wirtschaftsnetzwerk Afrika und stellte seine Unterstützungsangebote für Unternehmen vor. Diese reichen von Netzwerkformaten und Hilfen beim Markteinstieg bis hin zu Finanzierungshilfen vor Ort. Abschließend beleuchteten Referentinnen und Referenten für Ernährung und Landwirtschaft an den deutschen Botschaften in Äthiopien, Marokko und Südafrika die Chancen und Herausforderungen des Agrarhandels mit diesen Ländern.
In der anschließenden Diskussion wurde betont, dass Unternehmen aus Afrika nicht nur als Abnehmer deutscher Produkte, sondern auch als Produzenten angesehen werden sollten. Weiter wurden Herausforderungen beim Handel mit Afrika wie Visabeschaffung, fehlende Absicherung von Geschäften, zunehmende EU-Regulatorik und Korruption in Afrika thematisiert. Zudem wurde angemahnt, dass die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen beim Export von Schüttgütern nach Afrika verbessert werden müsse.
Im weiteren Verlauf informierte das BMLEH über die aktuelle Lage auf dem Düngemittelmarkt und den Stand verschiedener EU-Freihandelsabkommen mit Drittstaaten.
Da es sich um die letzte Sitzung der aktuellen Berufungsperiode des WAA handelte, klang das Treffen mit einem kleinen Umtrunk aus. Dabei wurde der Hausspitze ein Forderungspapier des WAA zur Weiterentwicklung der Arbeitsweise der EL-Referentinnen und -Referenten übergeben.
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Im Mittelpunkt der Stellungnahme steht die Forderung nach einer EU-weit einheitlichen Umsetzung und Durchsetzung der bestehenden Vorschriften, bevor weitere regulatorische Änderungen erfolgen. Darüber hinaus fordert der BGA mehr Rechtssicherheit durch klare Definitionen unbestimmter Rechtsbegriffe sowie transparente und vorhersehbare Regeln beispielsweise für Catch-all-Klauseln und den Umgang mit Emerging Technologies.
Zudem schlägt der BGA einen EU-weit harmonisierten Trusted-Exporter-Status für Unternehmen mit wirksamen Internal Compliance Programmes (ICPs) vor. Dieser soll vereinfachte Verfahren ermöglichen und den Verwaltungsaufwand für Unternehmen und Behörden reduzieren.
Ziel muss aus Sicht des BGA eine wirksame und verhältnismäßige Exportkontrolle sein, die Rechtssicherheit schafft, unnötige Bürokratie vermeidet und faire Wettbewerbsbedingungen im EU-Binnenmarkt gewährleistet.
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Die Veranstaltung fand beim Bundesverband deutscher Banken statt und bot Raum für einen intensiven Austausch über die Zukunft der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Zu den Gästen gehörten unter anderem Andrew Puzder, US-Botschafter bei der Europäischen Union, sowie Glenn Nye vom Center for the Study of the Presidency & Congress. Auch die bevorstehenden US-Midterm-Wahlen und ihre mögliche Bedeutung für die weitere Ausrichtung der amerikanischen Wirtschafts- und Handelspolitik spielten in den Diskussionen eine Rolle.
Für den BGA moderierte Marcus Schwenke, Abteilungsleiter Außenhandelspolitik, Importförderung sowie Entwicklungszusammenarbeit und Projekte, das Panel „Tariffs, Trade, and Trust: Navigating Transatlantic Economic Tensions“. Gemeinsam mit Emily Benson, Head of Strategy bei Minerva Technology Futures, Jean P. Froehly, Leiter der Wirtschafts- und Finanzabteilung der Deutschen Botschaft in Washington, Barbara Gessler, Leiterin der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, sowie Dr. Andreas Schumacher, Executive Vice President Strategy, Mergers & Acquisitions bei Infineon, diskutierte er die aktuellen Spannungen im transatlantischen Wirtschaftsverhältnis. Die Zusammensetzung des Panels verband damit Perspektiven aus Washington, Brüssel, der deutschen Außenpolitik und der Unternehmenspraxis.
Ein Schwerpunkt lag auf der Frage, ob die gegenwärtige US-Handelspolitik lediglich Ausdruck einer vorübergehenden politischen Phase ist oder einen tiefergehenden strukturellen Wandel markiert. Diskutiert wurden dabei nicht nur Zölle, sondern auch Industriepolitik, Investitionsentscheidungen, Exportkontrollen, wirtschaftliche Sicherheit und die zunehmende Verknüpfung von Handelspolitik mit geopolitischen Zielen. Gerade für Unternehmen wird dabei die Verlässlichkeit der politischen Rahmenbedingungen immer wichtiger.
Auch die strategische Konkurrenz mit China zog sich als roter Faden durch die Diskussion. Deutlich wurde, dass Washington von Europa in Fragen der wirtschaftlichen Sicherheit und bei strategischen Technologien zunehmend eine engere Abstimmung erwartet. Gleichzeitig verfolgen sowohl die USA als auch die EU eigene industriepolitische Ziele und konkurrieren um Investitionen und Produktionskapazitäten. Für europäische Unternehmen stellt sich damit immer stärker die Frage, wie sich Resilienz und Diversifizierung stärken lassen, ohne globale Wertschöpfungsketten unnötig zu fragmentieren.
Intensiv diskutiert wurde zudem, wo die Grenze zwischen legitimer wirtschaftlicher Sicherheit und Protektionismus verläuft. Dies betrifft nicht nur die amerikanische Handelspolitik, sondern zunehmend auch Europa selbst. Mit Instrumenten wie Investitionskontrollen, Local-Content-Ansätzen oder einer stärkeren industriepolitischen Steuerung gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Europa seine wirtschaftliche Handlungsfähigkeit stärken kann, ohne seine Offenheit und die Vorteile internationaler Arbeitsteilung aufs Spiel zu setzen.
Ein zentrales Fazit der Veranstaltung war, dass die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen trotz der aktuellen Konflikte weiterhin von außergewöhnlicher Tiefe und gegenseitiger Abhängigkeit geprägt sind. Gerade deshalb bleiben Dialog, Berechenbarkeit und verlässliche Regeln entscheidend. Die zentrale Herausforderung wird darin bestehen, legitime Sicherheits- und Wettbewerbsinteressen mit offenen Märkten und möglichst stabilen Rahmenbedingungen zu verbinden.
Der BGA wird sich auch weiterhin im Rahmen der TBI dafür einsetzen, die Interessen der deutschen Außenwirtschaft in den transatlantischen Dialog einzubringen und den Austausch mit Politik und Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks zu vertiefen.
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„Europa kann sich einen Haushalt von gestern nicht länger leisten. Wer bei Wettbewerbsfähigkeit und Innovation kürzt, gleichzeitig aber bestehende Ausgabenstrukturen unangetastet lässt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wir brauchen keine Fortschreibung alter Besitzstände, sondern eine konsequente Neuausrichtung des EU-Haushalts auf Wachstum, Sicherheit und wirtschaftliche Stärke“, erklärt BGA-Präsident Dr. Dirk Jandura.
Besonders kritisch bewertet der BGA, dass die irische Ratspräsidentschaft an den Vorschlägen für neue EU-Eigenmittel weitgehend festhält. Mit der geplanten Unternehmensabgabe CORE drohen zusätzliche Belastungen für Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 100 Millionen Euro, unabhängig von ihrer tatsächlichen Ertragskraft. „Die Antwort auf Europas Herausforderungen kann nicht immer mehr Geld sein. Europa hat kein Einnahmeproblem, sondern ein Prioritätenproblem. Bevor Brüssel neue Abgaben erfindet, muss es endlich seine Ausgaben auf den Prüfstand stellen“, betont Jandura.
„Es ist absurd, einerseits bei Zukunftsinvestitionen zu sparen und andererseits die Unternehmen für einen immer größeren EU-Haushalt zur Kasse bitten zu wollen. Neue Einnahmequellen ersetzen keine solide Haushaltspolitik“, so Jandura.
]]>Jandura weiter: „Wirtschaftssicherheit ist wichtig, darf aber nicht zur pauschalen Rechtfertigung neuer Handelsbarrieren werden. Nicht jede Importabhängigkeit ist ein Sicherheitsrisiko und nicht jeder verlorene Marktanteil das Ergebnis unfairen Wettbewerbs. Die EU verfügt bereits über Instrumente, um gegen unfaire Handelspraktiken und wirtschaftlichen Zwang vorzugehen. Bevor neue Eingriffsbefugnisse geschaffen werden, muss klar nachgewiesen werden, wo bestehende Instrumente nicht ausreichen.“
„Besonders kritisch sehen wir zusätzliche Zölle zur erzwungenen Diversifizierung von Lieferketten sowie starre europäische Präferenz- und Local-Content-Vorgaben. Politisch verordnete Bezugsquellen schaffen noch keine verlässlichen Alternativen. Sie können Kosten erhöhen, Lieferketten unterbrechen und neue Bürokratie verursachen. Diversifizierung gelingt durch neue Handelsabkommen, offene Märkte und wirtschaftliche Anreize – nicht durch Zwang“, so der Unternehmer.
„Wir erwarten, dass neue handelspolitische Instrumente nur bei nachgewiesenen Marktverzerrungen oder konkreten Sicherheitsrisiken, verhältnismäßig und WTO-konform eingesetzt werden. Ihre gesamtwirtschaftlichen Folgen müssen vorab umfassend geprüft werden. Dazu gehören auch die Auswirkungen auf Importeure, nachgelagerte Industrien und die europäische Exportwirtschaft sowie mögliche Gegenmaßnahmen unserer Handelspartner. Europa braucht mehr Wettbewerbsfähigkeit und offene Märkte, nicht mehr staatliche Handelslenkung“, Jandura abschließend.
14. Oktober 2026
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„Wir setzen darauf, dass das Bundesverfassungsgericht die steuerliche Begünstigung von Betriebsvermögen bei der Unternehmensnachfolge im Grundsatz bestätigt. Sie ist entscheidend, damit mittelständische Familienunternehmen weiterentwickelt, Arbeitsplätze gesichert und Betriebe erfolgreich an die nächste Generation übergeben werden können“, so Jandura abschließend.
12. Oktober 2026
]]>"China ist ein sehr wichtiger Handelspartner. Die Ausfuhren nach China lagen in den ersten acht Monaten 12,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau, während die Importe aus China allein gegenüber Juli um 11 Prozent stiegen. Wir exportieren weniger nach China und importieren gleichzeitig immer mehr von dort. Dieses wachsende Ungleichgewicht beschäftigt uns. Deshalb sind die Gespräche von EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič in Peking wichtig. Der Dialog muss zu belastbaren Ergebnissen führen und darf nicht nur Zeit kaufen", so der Außenhandelspräsident.
Jandura weiter: "Europa muss sich gegen nachgewiesene Wettbewerbsverzerrungen wehren können. Dafür brauchen wir klare Beweise, hohe Eingriffsschwellen. Schutzmaßnahmen müssen gezielt, verhältnismäßig und WTO-konform sein. Auch dürfen sie nicht Versäumnisse der Vergangenheit bei Transformation und Innovation kaschieren. Freiwillige Exportbeschränkungen und Kontingente sollten deshalb nicht zur Blaupause europäischer Handelspolitik werden. Sie können allenfalls eine eng begrenzte Übergangslösung für konkrete Problemfälle sein. Eine dauerhafte staatliche Mengensteuerung des Handels wäre der falsche Weg“, stellt Jandura klar.
„Europa muss dabei rechtlich auf festem Boden stehen. Wenn Europa andere wegen einseitiger und WTO-widriger Maßnahmen kritisiert, muss es seine eigenen Instrumente regelgebunden und überprüfbar ausgestalten. Wirtschaftliche Sicherheit darf nicht als pauschale Begründung dienen, um Handelsregeln zu umgehen", so der Unternehmer abschließend.
Im August wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 137,6 Milliarden Euro exportiert. Das waren 0,8 Prozent weniger als im Juli. Die Importe stiegen dagegen um 0,9 Prozent auf 118,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt.
8. Oktober 2026
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„Unser Außenhandels-Klimaindikator steigt von 73 auf 87,3 Punkte. Deshalb heben wir unsere Prognose für 2026 leicht an und erwarten bei den Exporten ein Plus von 1 Prozent, bei den Importen weiterhin 3 Prozent. Das ist ein positives Signal, aber kein Grund zur Entwarnung. Gerade die Rückgänge unserer Exporte in die USA und nach China zeigen, wie volatil die Lage bleibt“, so der Unternehmer.
Und weiter: „Europa braucht deshalb eine neue handelspolitische Strategie. Die EU und die Staaten des CPTPP könnten den Kern einer Handelsallianz der offenen Märkte bilden, weitere verlässliche Partner hinzukommen. Gleichzeitig sollten wir neue Formen einer assoziierten Mitgliedschaft schaffen. Länder wie Kanada oder Großbritannien könnten damit enger an unseren Wirtschaftsraum gebunden werden, ohne dass es nur die Wahl zwischen Freihandelsabkommen und EU-Vollmitgliedschaft gibt. Je größer das Netz unserer verlässlichen Handelspartner ist, desto geringer wird die Abhängigkeit vom einzelnen Markt – und desto größer Europas wirtschaftliches Gewicht.“
„Dabei dürfen wir Resilienz nicht mit Abschottung verwechseln. Europa muss sich gegen nachweislich unfairen Wettbewerb wehren können. Aber neue Zölle, Local-Content-Vorgaben und zusätzliche Herkunftsnachweise dürfen nicht zum Ersatz für eigene Wettbewerbsfähigkeit werden. Wer Importe verteuert, verteuert europäische Produktion und schwächt damit unsere Exporte. Handelsschutz darf Zeit für Transformation kaufen. Er darf Transformation nicht ersetzen“, fordert der BGA-Präsident.
„Besonders deutlich wird die Notwendigkeit zur Diversifizierung im Verhältnis zu China. Im ersten Halbjahr gingen die deutschen Exporte nach China um 13,5 Prozent zurück, während die Importe um 8,8 Prozent stiegen. Mehr als die Hälfte unserer befragten Unternehmen ist direkt oder indirekt stark oder sehr stark von China abhängig. Die Antwort darauf darf nicht Decoupling heißen. Wir brauchen alternative Beschaffungsmärkte und neue Absatzmärkte – und gleichzeitig einen besseren Zugang europäischer Unternehmen zum chinesischen Markt. De-Risking darf nicht Decoupling bedeuten und strategische Unabhängigkeit nicht Autarkie“, so Jandura.
„Unsere Unternehmen stellen sich auf die neue Weltlage ein. Jetzt muss die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen: weniger Standortkosten und Bürokratie zu Hause, mehr Märkte und verlässliche Partner nach außen. Europas Stärke liegt in Offenheit und Diversifizierung – nicht in neuen Grenzen“, so Jandura abschließend.
7. Oktober 2026
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„Die EU verfügt mit Antidumping- und Antisubventionsverfahren sowie dem Anti-Coercion Instrument bereits heute über wirksame Instrumente. Wer ein weiteres Instrument schaffen will, muss deshalb zeigen, welchen zusätzlichen Nutzen es bringt. Die bestehenden Prüfmaßstäbe dürfen weder umgangen noch abgesenkt werden.
Entscheidend muss das gesamtwirtschaftliche Interesse Europas sein. Niedrige Preise, hohe Produktionskapazitäten oder Marktanteilsverluste allein rechtfertigen keine Handelsbeschränkungen“, so Jandura.
Und weiter: „Der Schutz einzelner Wirtschaftszweige darf nicht dazu führen, dass Importeure, Weiterverarbeiter und Exporteure die Rechnung bezahlen. Gerade Deutschland kann sich eine Spirale neuer Handelsbarrieren nicht leisten. Unsere exportorientierte Wirtschaft und insbesondere der Mittelstand sind auf offene Märkte, internationale Lieferketten und wettbewerbsfähige Vorprodukte angewiesen. Wer Importe verteuert, verteuert häufig auch die Produktion in Deutschland und schwächt damit unsere Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten.“
„Das vorgeschlagene Diversifizierungsinstrument soll Lieferkettenkonzentrationen verringern. Hohe Importanteile aus einzelnen Ländern oder von einzelnen Unternehmen sind jedoch nicht automatisch ein Sicherheitsrisiko. Entscheidend sind verfügbare Alternativen. Neue Handelsabkommen und Rohstoffpartnerschaften müssen deshalb im Mittelpunkt stehen. Europa sollte gezielt gegen nachweislich unfairen Wettbewerb vorgehen. Handelsschutz muss die Ausnahme bleiben – regelgebunden, verhältnismäßig und im Interesse der europäischen Wirtschaft insgesamt“, so der Groß- und Außenhandelspräsident abschließend.
6. Oktober 2026
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Die Stimmung im Großhandel hat sich im Sommer 2026 verbessert. Die Unternehmen sind weniger pessimistisch als noch zum Jahreswechsel 2025/26. Der BGA-Klimaindikator steigt zur Jahresmitte deutlich von 70,6 auf 84,4 Punkte. Werte unter 100 Punkten zeigen allerdings weiterhin eine überwiegend pessimistische Stimmung an.
Besonders deutlich fällt die Verbesserung im Produktionsverbindungshandel aus. Hier steigt der Klimaindikator von 68,6 auf 88,7 Punkte. Im Konsumgütergroßhandel und im baunahen Großhandel bleibt die Stimmung mit jeweils 74,9 Punkten dagegen deutlich gedämpfter.
„Die Unternehmen warten nicht darauf, dass sich die Bedingungen verbessern. Sie reagieren, diversifizieren ihre Lieferketten, erschließen neue Märkte und stellen ihre Geschäftsmodelle neu auf. Dass sich die Stimmung stabilisiert, ist deshalb vor allem auch eine Leistung der Unternehmen selbst. Die wirtschaftspolitische Wende, die dem Mittelstand dauerhaft neue Dynamik geben könnte, ist bei ihnen bislang kaum angekommen“, so Jandura.
Die reale Umsatzentwicklung im Großhandel bleibt schwach. Preisbereinigt stiegen die Umsätze im ersten Halbjahr 2026 lediglich um 1 Prozent und liegen damit knapp unter dem Ergebnis für 2025. Für das Gesamtjahr erwartet der BGA deshalb real ein Ergebnis knapp unter dem Vorjahresniveau. Auch von den zusätzlichen schuldenfinanzierten Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur kommen bei vielen Großhändlern bislang kaum direkte Impulse an. Zwar tragen die zusätzlichen staatlichen Ausgaben zur konjunkturellen Stabilisierung bei. Ein selbsttragender Aufschwung, der auf höheren privaten Investitionen und verbesserten Standortbedingungen beruht, ist daraus jedoch noch nicht entstanden. Der hohe Wettbewerbs- und Kostendruck begrenzt weiterhin die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Auch der Beschäftigungsabbau setzt sich fort. 47 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen rechnen nicht mit personellen Veränderungen im zweiten Halbjahr 2026. 19 Prozent der Unternehmen wollen ihre Beschäftigung ausweiten, während 34 Prozent einen Abbau planen.
„Die bessere Stimmung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Unternehmen bei Beschäftigung und Ausbildung auf die Bremse treten. Wer Menschen einstellen und junge Menschen ausbilden soll, braucht vor allem eines: verlässliche Perspektiven. Wenn mehr Unternehmen Stellen abbauen als neue schaffen wollen, ist das ein Warnsignal, das die Politik ernst nehmen muss“, so Jandura weiter.
Besonders kritisch bewerten viele Personenunternehmen die steuerpolitische Entwicklung. Sie sehen sich gegenüber Kapitalgesellschaften benachteiligt und teilweise mit zusätzlichen Belastungen statt mit Entlastungen konfrontiert. Aus Sicht des BGA braucht es deshalb Fortschritte bei der Rechtsformneutralität und praxisgerechte Regelungen bei Umwandlungen, Thesaurierungsbegünstigung und Körperschaftsteueroption. Auch bei Deregulierung und Vereinfachung in den verschiedenen Rechtsbereichen erwarten die Unternehmen schnellere Fortschritte.
„Wer erfolgreichen Mittelstand stärker belastet, nimmt ihm genau das Geld, das morgen für Investitionen und Arbeitsplätze gebraucht wird. Es kann nicht sein, dass ausgerechnet diejenigen bestraft werden, die Gewinne im Unternehmen lassen und damit Wachstum finanzieren. Mittelstandspolitik heißt, Investitionen zu ermöglichen – nicht Erfolg abzustrafen,“ so Dr. Dirk Jandura.
Die detaillierten Ergebnisse der BGA-Konjunkturumfrage sind in der aktuellen Ausgabe „Trends & Analysen Großhandel 2/2026“ dargestellt. Die Publikation ist auf der Internetseite des BGA abrufbar (https://shorturl.at/wT3IF).
]]>Marcus Schwenke (BGA) und Dr. Julia Bellinghausen, Leiterin des Import Promotion Desk (IPD), sprechen über den Wert direkter Lieferbeziehungen, über Nachfrageorientierung und darüber, wie Importeure und Exporteure gleichermaßen profitieren.
Das IPD ist eine Initiative des BGA und der sequa und wird vom BMZ gefördert.
Welche Bedeutung hat die Importwirtschaft für deutsche Unternehmen?
Marcus Schwenke: Deutschland ist wie kaum ein anderes Land auf einen offenen und verlässlichen Außenhandel angewiesen. Dabei wird die Bedeutung der Importwirtschaft häufig unterschätzt. Importe sichern die Versorgung der Bevölkerung, ermöglichen industrielle Produktion und sind eine wesentliche Voraussetzung für die ökologische und technologische Transformation unserer Wirtschaft.
Wie eng die deutsche Produktion mit internationalen Lieferketten verbunden ist, zeigen die OECD-Zahlen zur Wertschöpfung im Außenhandel. Danach stammen 25,9 Prozent des Wertes deutscher Exporte aus ausländischer Wertschöpfung. Gut jeder vierte Export-Euro beruht somit auf zuvor importierten Vorleistungen, Komponenten oder Dienstleistungen.
Welche Bedeutung hat der Außenhandel für Entwicklungs- und Schwellenländer?
Dr. Julia Bellinghausen: Für viele Produzenten und Dienstleister in Entwicklungs- und Schwellenländern bietet der Außenhandel große Chancen. Die Integration in den globalen Handel schafft zusätzliche spannende Absatzmärkte, Einnahmen und somit Möglichkeiten für Investitionen in das Unternehmen und in die Region. Auch die Diversifizierung von Käufern und Märkten ist für Exporteure relevant, um weniger abhängig von einzelnen Märkten und Händlern zu sein.
Zudem versucht das IPD als Projekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung möglichst viel Wertschöpfung in den Ländern zu lassen. Dadurch entstehen neue Arbeitsplätze und zusätzliche Einkommen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Vor welchen Herausforderungen stehen die Unternehmen aktuell?
Marcus Schwenke: Die Rahmenbedingungen des Außenhandels haben sich grundlegend verändert. Die Unternehmen mussten innerhalb weniger Jahre eine Pandemie, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, Störungen wichtiger Schifffahrtsrouten sowie stark schwankende Energie- und Transportkosten bewältigen. Zölle werden wieder verstärkt als politisches Druckmittel eingesetzt. Hinzu kommen Exportkontrollen, Sanktionen, lokale Wertschöpfungsvorgaben und immer komplexere Nachhaltigkeits- und Nachweispflichten.
Die entscheidende Veränderung ist deshalb: Unternehmen organisieren ihre Lieferketten nicht mehr ausschließlich nach dem günstigsten Preis. Versorgungssicherheit, politische Stabilität, Transparenz und die Verfügbarkeit alternativer Bezugsquellen sind mindestens ebenso wichtig geworden.
Diversifizierung ist heute eine betriebswirtschaftliche und wirtschaftspolitische Notwendigkeit. Unternehmen müssen neue Lieferanten und Beschaffungsmärkte erschließen, ohne bei Qualität, Verlässlichkeit oder Nachhaltigkeit Abstriche zu machen. Das ist der Hintergrund für die Entwicklung des Import Promotion Desk, an dessen Konzeption und Aufbau ich aufseiten des BGA mitwirken durfte.
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Für die kommenden Quartale erwarten die Institute wieder mehr Dynamik. Ab dem vierten Quartal 2026 soll die Konjunktur an Fahrt gewinnen – gestützt durch die expansive Finanzpolitik, eine robuste Weltkonjunktur und die Normalisierung der Pegelstände für die Binnenschifffahrt. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt soll nach Einschätzung der Institute 2026 um 1,3 Prozent, 2027 um 1,1 Prozent und 2028 um 0,4 Prozent wachsen. Gegenüber dem Frühjahrsgutachten wurde die Prognose für 2026 damit um 0,7 Prozentpunkte angehoben. Trotzdem bleibt der Aufschwung im historischen Vergleich ungewöhnlich schwach. Ein wesentlicher Grund ist das demografisch bedingt rückläufige Potenzialwachstum. Die Verbraucherpreise dürften in diesem Jahr um 2,8 Prozent und im kommenden Jahr um 3,2 Prozent steigen. Auch am Arbeitsmarkt kommt die Erholung nur mit Verzögerung an: Für 2026 erwarten die Institute eine Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent, die bis 2028 auf 5,8 Prozent sinken soll.
Mit Blick auf die Finanzpolitik fällt die Bewertung der Institute deutlich kritischer aus. Das Finanzierungsdefizit des Staates steigt der Gemeinschaftsdiagnose zufolge von 4,1 Prozent auf 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2028. Ab 2029 zeichnet sich zudem ein erheblicher Konsolidierungsbedarf ab. Gleichzeitig sehen die Institute verschiedene Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung und damit auch für die öffentlichen Finanzen. Dazu zählen insbesondere der Konflikt im Nahen Osten, anhaltend hohe Energiepreise sowie eine mögliche Korrektur der derzeitigen KI-Euphorie.
Aus Sicht des BGA fällt die Prognose dennoch zu optimistisch aus. Nach Einschätzung der Großhändler in der BGA-Konjunkturumfrage vom Sommer 2026 ist ein reales Wirtschaftswachstum von mehr als einem Prozent nicht zu erwarten. Zu groß sind aus ihrer Sicht die geopolitischen Risiken, die eher noch zunehmen dürften. Gleichzeitig bestehen die strukturellen Herausforderungen fort. Auch die schuldenfinanzierten Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben setzen im Groß- und Außenhandel bislang kaum spürbare Impulse.
Hinzu kommt die Zurückhaltung der Verbraucher. Steigende Preise sowie die Unsicherheit über Einkommen und Arbeitsplätze dämpfen die Konsumneigung. Das zeigt sich auch an der Sparneigung, die inzwischen so hoch ist wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Aus Sicht des BGA braucht es deshalb dringend Strukturreformen, konsequenten Bürokratieabbau und attraktive Standortbedingungen. Nur so lassen sich wieder mehr Wachstum und wirtschaftliche Dynamik mobilisieren.
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Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Einladung mit Anmeldelink wird in Kürze versandt. An einer Teilnahme interessierte können sich aber bereits im Vorfeld beim BGA an Michael Alber als Ansprechpartner elektronisch unter michael.alber@bga.de wenden.
]]>Konkret soll der Autobahn GmbH ab 2028 der Infrastrukturkostenanteil der Lkw-Maut unmittelbar zufließen, soweit dieser auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen in Bundesverwaltung entfällt. Darüber hinaus soll die Gesellschaft künftig in begrenztem Umfang Kredite aufnehmen können. Ihre Investitionen sollen auf Grundlage eines fünfjährigen Finanz- und Maßnahmenplans koordiniert werden. Für die Umsetzung sind Änderungen des Infrastrukturgesellschaftserrichtungsgesetzes und des Bundesfernstraßenmautgesetzes erforderlich.
BGA begrüßt Neuordnung
Der BGA begrüßt die geplante Neuordnung der Finanzierung der Autobahn GmbH. Eine verlässliche, überjährige und flexiblere Finanzierung ist ein wichtiger Schritt, um den erheblichen Sanierungs- und Investitionsbedarf bei den Bundesfernstraßen zu bewältigen. Entscheidend ist jedoch, dass die neue Finanzierungsarchitektur nicht bei einer veränderten Mittelzuordnung stehen bleibt. Sie muss tatsächlich zu mehr Planungssicherheit, einer schnelleren Umsetzung von Projekten und zusätzlichen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur führen. Die Einnahmen aus der Lkw-Maut müssen dabei konsequent einer leistungsfähigen und zukunftsfesten Infrastruktur zugutekommen.
Gleichzeitig braucht es Transparenz über den Einsatz von Fremdkapital. Es sollte nachvollziehbar sein, in welchem Umfang Kredite aufgenommen werden, für welche konkreten Investitionsvorhaben sie eingesetzt werden und wie sich Kreditvolumen, Laufzeiten und Rückzahlungen langfristig entwickeln. Die Kreditaufnahme sollte gezielt dazu beitragen, notwendige Infrastrukturinvestitionen zu beschleunigen, und darf nicht zu einer dauerhaft wachsenden Finanzierungsbelastung führen. Gerade mit Blick auf die langfristige Bindung des Mautaufkommens ist deshalb eine regelmäßige und transparente Berichterstattung über die Entwicklung der Kreditfinanzierung und die dadurch künftig gebundenen Mittel erforderlich.
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Bundeskanzler Friedrich Merz würdigte den Groß- und Außenhandel als systemrelevanten Pfeiler der deutschen Wirtschaft und hob dessen Bedeutung für Resilienz, Versorgungssicherheit und stabile Lieferketten hervor. Wirtschaftliche Stärke und Resilienz entstünden durch internationale Zusammenarbeit. „Der Weg zu mehr Resilienz in Deutschland und Europa führt nicht über Abschottung, sondern über mehr Partnerschaften. Ein starker europäischer Binnenmarkt macht uns auch international stärker“, betonte er.
Merz bekannte sich zu offenen Märkten und regelbasiertem Freihandel und sprach sich für weitere Handelsabkommen aus. Zugleich kündigte er weitere Reformen für den Wirtschaftsstandort Deutschland an. Planungs- und Genehmigungsverfahren sollten beschleunigt, Unternehmen steuerlich entlastet und Bürokratie abgebaut werden. Auch angesichts der infolge der Eskalation im Mittleren Osten gestiegenen Kraftstoffpreise stellte der Bundeskanzler kurzfristige Entlastungsmaßnahmen in Aussicht. Abschließend sagte Merz: „Wir haben allen Grund, stolz auf unser Land zu sein. Wir wollen wieder modern und fortschrittlich werden.“
Jandura fordert Allianz für offenen Handel
Zuvor hatte BGA-Präsident Dr. Dirk Jandura in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung des Groß- und Außenhandels für die deutsche Wirtschaft unterstrichen: „Wir sind der Mittelstand. Wir sind systemrelevant. Wer die Axt an den Mittelstand legt, vernichtet Tausende Arbeitsplätze und gefährdet die wirtschaftliche Substanz unseres Landes.“ Die mittelständisch geprägten Unternehmen seien ein unverzichtbarer Bestandteil der wirtschaftlichen Infrastruktur und sicherten täglich Lieferketten, Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze. Umso wichtiger seien verlässliche Rahmenbedingungen, konsequenter Bürokratieabbau und mehr Tempo bei internationalen Handelsabkommen. „Wir brauchen mehr und vor allem schneller abgeschlossene Handelsabkommen. Europa muss eine Allianz für offenen Handel schmieden – mit allen Partnern, die weiter auf offene Märkte und regelbasierten Handel setzen.“
Murat Bayram, Geschäftsführer der EMR European Metal Recycling GmbH und Präsident der Circular Metal Association (CMA), unterstrich die wirtschaftliche und strategische Bedeutung der Recyclingwirtschaft für Europa. Die Branche könne heute mehr recycelte Rohstoffe für neue Wertschöpfungsketten bereitstellen, als innerhalb Europas nachgefragt werde. Umso wichtiger seien offene Märkte und internationaler Handel. Zugleich warnte Bayram davor, auf globalen Protektionismus mit neuen europäischen Schutzmechanismen zu reagieren: „Derisking ja – Decoupling nein. Europas Antwort auf Protektionismus darf nicht noch mehr Protektionismus sein. Wir müssen Europa stärker machen, damit es weniger Schutz braucht.“
In der Paneldiskussion zum Außenhandel „Zwischen Handelskriegen und Protektionismus: Ist die Zeit der offenen Märkte zu Ende?“ wurde deutlich, wie eng wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, Handelspolitik und geopolitische Stabilität miteinander verknüpft sind. Botschafter Prof. Dr. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, warb für eine stärkere europäische Zusammenarbeit: „Nichts würde die Mächte in Moskau und Washington mehr beeindrucken, als ein starkes, wehrfähiges Bündnis aus engagierten Partnern. Heben wir die EU endlich auf die nächste Ebene.“ Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung,Dr. Nils Schmid, hob hervor, dass strategische Partnerschaften mit Ländern wie Kanada insbesondere bei kritischen Rohstoffen, Zukunftstechnologien und Sicherheitsfragen an Bedeutung gewinnen. Dr. Peter Bielert, Geschäftsführer der F. Reyher Nchfg. GmbH & Co. KG, betonte aus Sicht der Wirtschaft, dass zusätzliche regulatorische Anforderungen Unternehmen zunehmend belasteten. Offene Märkte, diversifizierte Lieferketten und eine handlungsfähige europäische Handelspolitik seien entscheidende Antworten auf die aktuellen Herausforderungen.
„Deutschland muss aufhören, nur Konsument von Innovationen zu sein, und selbst welche hervorbringen“, sagte Jens Hungershausen, CIO des Hamburger Farbengroßhändlers MEGA eG, im Gespräch mit Gordon Repinski. Hungershausen, zugleich Vorstandsvorsitzender der DSAG, kritisierte zudem, dass die Politik die Kosten der Bürokratie für Unternehmen massiv unterschätze. Gerade digitale Unternehmen müssten Berichtspflichten aufwendig in ihre Prozesse integrieren. Er forderte daher bessere Standards für die Kommunikation zwischen Staat und Unternehmen.
Johannes Steiniger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, unterstrich die Bedeutung wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen für den Mittelstand. Im Mittelpunkt standen Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren sowie mehr Digitalisierung und unternehmerische Freiräume.
Im zweiten Panel diskutierten Andreas Audretsch MdB, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, FDP-Bundesvorsitzender Wolfgang Kubicki und Volker Schlinge, Geschäftsführer von METRO Deutschland, über notwendige Reformen für den Wirtschaftsstandort und den Mittelstand. Kubicki bezweifelte die Wirksamkeit der geplanten Bürokratieentlastungen und kritisierte die Abkehr von fossilen und nuklearen Energieträgern. Audretsch verteidigte den Ausbau erneuerbarer Energien mit dem Ziel, Energieabhängigkeiten zu verringern, und forderte eine stärkere Digitalisierung staatlicher Strukturen. Schlinge betonte, dass politische Maßnahmen vor allem die Handlungsfähigkeit der Unternehmen stärken müssten. Unternehmen hätten ein eigenes Interesse daran, Ressourcen effizient einzusetzen und zu wachsen – dafür müsse die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.
Der Unternehmertag zeigte, dass Wirtschaft und Politik vor gemeinsamen Aufgaben stehen. Wettbewerbsfähigkeit, Digitalisierung, offene Märkte und internationale Partnerschaften wurden dabei immer wieder als zentrale Hebel für mehr Wachstum und Zukunftsfähigkeit genannt. Entscheidend wird nun sein, die angekündigten Reformen zügig umzusetzen.
Wir danken allen Gästen, Referentinnen und Referenten, Sponsoren und unserem Medienpartner Politico für ihre Beiträge und den offenen Austausch. Der BGA-Unternehmertag 2026 hat wertvolle Impulse gesetzt und einmal mehr gezeigt, wie wichtig der Dialog zwischen Wirtschaft und Politik gerade in herausfordernden Zeiten ist.

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Binnenmarkt und Bürokratieabbau
Die Kommission will die Überarbeitung des Binnenmarkts bis 2027 auf Grundlage der „One Europe One Market Roadmap“ vorantreiben. Zudem soll ein "Pakt gegen Gold-Plating" sicherstellen, dass Mitgliedstaaten EU-Vorgaben nicht durch zusätzliche nationale Anforderungen verschärfen.
Strategische Rohstoffe und Lieferketten
Mit einer geplanten European Corporation of Critical Raw Materials sollen Beschaffung und Bevorratung kritischer Rohstoffe für Bereiche wie Elektromobilität, Chips, Batterien, Cleantech und Verteidigung gestärkt werden. Damit will die Kommission strategische Abhängigkeiten reduzieren und Lieferketten widerstandsfähiger machen.
Handelspolitische Maßnahmen
Mit Blick auf die internationale Position Europas kündigte von der Leyen eine stärkere Diversifizierung der Partnerschaften an. Besonders hervorzuheben ist der Vorschlag, Kanada die Tür für eine assoziierte Mitgliedschaft in der EU zu öffnen (die erste ihrer Art) und gemeinsam einen „Alliance for the Future“ aufzubauen. Vorgesehen sind unter anderem eine engere wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit sowie eine stärkere Integration der Verteidigungsindustrien. Auch die Diversifizierung von Handelswegen soll vorangetrieben werden. Die Kommission will insbesondere in den „Middle Corridor“ zwischen Europa, dem Südkaukasus und Zentralasien investieren, um Handelsrouten auszubauen und Transportzeiten zu verkürzen.
Die Kommission will Europas wirtschaftliche Resilienz weiter stärken und strategische Abhängigkeiten reduzieren, insbesondere auch die Handelsungleichheiten zu China. Gleichzeitig betonte von der Leyen die Bedeutung globaler Partnerschaften und des regelbasierten internationalen Handelssystems. Für den Groß- und Außenhandel wird damit entscheidend sein, dass wirtschaftliche Sicherheit mit offenen Märkten, verlässlichen Lieferketten und zusätzlichen Handelschancen verbunden wird.
Ausblick
Für Unternehmen kommt es nun darauf an, dass die angekündigten Initiativen tatsächlich zu weniger Fragmentierung, einfacheren Verfahren, besseren Rahmenbedingungen für Investitionen und neuen internationalen Geschäftsmöglichkeiten führen. Der BGA hat sich hierzu am 16. September in einer Pressemitteilung geäußert.
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Zum Auftakt unterstrich der brasilianische Botschafter S.E. Rodrigo Baena Soares die wachsende Bedeutung der deutsch-brasilianischen Wirtschaftsbeziehungen. Das bilaterale Handelsvolumen belief sich 2025 auf rund 21 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig beliefen sich die deutschen Bestandsinvestitionen in Brasilien bei rund 44 Milliarden US-Dollar. Mit Blick auf die weitere wirtschaftliche Zusammenarbeit kündigte der Botschafter zudem eine Konferenz zu kritischen Rohstoffen für März 2027 an.
Welche konkreten Veränderungen das EU-Mercosur-Abkommen für Unternehmen mit sich bringt, erläuterte anschließend Dr. Julian Bickmann von WAGNER Arbitration. Neben dem schrittweisen Abbau von Zöllen sollen insbesondere technische Handelshemmnisse reduziert und der Marktzugang erleichtert werden. Neue Chancen ergeben sich unter anderem beim Zugang zum brasilianischen öffentlichen Beschaffungsmarkt, dessen Volumen auf rund 160 bis 170 Milliarden Euro geschätzt wird.
Mehr als Zollabbau
Im anschließenden Panel wurde deutlich, dass die Bedeutung des Abkommens weit über klassische Zollfragen hinausgeht. Unter der Moderation von Marcus Schwenke, BGA, diskutierten Sebastian Helgenberger von Siemens Energy, Matthias Engler von Fraport, Ingo Kniepert von der Saudade Group und Ingmar Heuer von der Ingmar Heuer GmbH über die Perspektiven der deutsch-brasilianischen Wirtschaftsbeziehungen.

Die Bandbreite der Themen reichte von Energie- und Infrastrukturinvestitionen über Flughafen- und Logistikprojekte bis hin zu Frischeimporten und neuen Marktzugängen für kleinere und mittlere Unternehmen. Auch das Import Promotion Desk wurde als praktisches Instrument diskutiert, um Unternehmen aus Partnerländern mit europäischen Importeuren zusammenzubringen und neue Lieferbeziehungen aufzubauen.
Dabei zeigte sich schnell: Zölle sind zwar ein wichtiger Bestandteil des Abkommens, für den tatsächlichen Geschäftserfolg sind jedoch zahlreiche weitere Faktoren entscheidend. Dazu gehören funktionierende Logistik, regulatorische Rahmenbedingungen, Investitionssicherheit, lokale Marktkenntnis und verlässliche Partner vor Ort.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie sich europäische Unternehmen in Brasilien in einem zunehmend intensiven globalen Wettbewerb positionieren. Internationale Wettbewerber investieren stark in Infrastruktur, Energie und industrielle Wertschöpfung. Für deutsche und europäische Unternehmen kommt es deshalb darauf an, die neuen handelspolitischen Möglichkeiten mit konkreten Investitionen und langfristigen Partnerschaften zu verbinden.
Das Abkommen öffnet die Tür – die Unternehmen müssen hindurchgehen
Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen schafft das EU-Mercosur-Abkommen einen verlässlicheren Rahmen für Handel und Investitionen zwischen beiden Wirtschaftsräumen. Der eigentliche Test beginnt jedoch erst mit seiner praktischen Nutzung.
Ob das Abkommen tatsächlich neue Dynamik entfaltet, wird sich an konkreten Projekten, zusätzlichen Handelsströmen, resilienteren Lieferketten und neuen Unternehmenspartnerschaften zeigen. Die Diskussion in Berlin machte deutlich: Ein Handelsabkommen kann Türen öffnen. Den wirtschaftlichen Mehrwert schaffen letztlich Unternehmen, die diese Möglichkeiten erkennen und nutzen.
Der gemeinsame Nenner des Abends war deshalb eindeutig: Mehr Verlässlichkeit durch das Abkommen ist eine wichtige Voraussetzung – entscheidend bleiben Partnerschaft, Marktkenntnis und ein langer Atem.
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Die bewährten Strukturen der Arzneimittelversorgung über die Vor-Ort-Apotheken und den vollversorgenden pharmazeutischen Großhandel müssen dringender denn je vor unfairem Wettbewerb geschützt werden. Mit diesem Appell wendet sich Marcus Freitag, Vorsitzender des Bundesverbandes des pharmazeutischen Großhandels PHAGRO, anlässlich der Messe expopharm und des Deutschen Apothekertags (DAT) an Bundesgesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann.
„Wir versprechen uns von Bundesminister Linnemann, dass er sich für verlässliche Rahmenbedingungen und faire Spielregeln in der Arzneimittelversorgung einsetzt“, erklärt PHAGRO-Vorsitzender Marcus Freitag. Der vollversorgende Großhandel sichert die flächendeckende Belieferung der Apotheken mit allen nachgefragten Medikamenten. „Die Politik muss dafür sorgen, dass Arzneimittel-Vollversorgung wieder wirtschaftlich möglich ist“, sagt Freitag. „Derzeit verdienen wir mit 65 Prozent der rezeptpflichtigen Arzneimittel kein Geld mehr.“
Als Beispiel für unfairen Wettbewerb nennt Freitag, dass Arzneimittelversender aus dem EU-Ausland faktisch und als Ergebnis der Apothekenreform auch zukünftig nicht auf die Einhaltung von Temperaturvorgaben kontrolliert werden. „Großhandel und Apotheken tragen Kosten, die sich ausländische Mitbewerber sparen“, erklärt Freitag. Pläne, im Rahmen der Apothekenreform eine rechtliche Grundlage für die behördliche Kontrolle des grenzüberschreitenden Arzneimittelversands einzuführen, wurden nicht umgesetzt. „Darum muss sich der Minister mit Nachdruck kümmern“, fordert Freitag.
Auch beim Zuzahlungsverzicht erwartet Freitag Konsequenzen: „Minister Linnemann muss dem unzulässigen Erlass von Zuzahlungen bei GKV-Rezepten durch EU-Versender Einhalt gebieten.“ Die mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossene erhöhte Medikamentenzuzahlung drohe sich geradezu als Turbo für die Versender zu erweisen – weil diese Rabatte darauf gewähren, wohingegen dies Vor-Ort-Apotheken rechtlich verwehrt werde. „Diese Praxis zu beenden, ist Aufgabe der Bundesregierung, nicht der Selbstverwaltung“, kritisiert Freitag.
Podiumsdiskussion zum expopharm-Auftakt: Gemeinsam für eine sichere Versorgung
Die parallel zum DAT stattfindende Apotheken-Leitmesse expopharm wird am Dienstagmorgen mit einer Podiumsdiskussion eröffnet. Dort kommen führende Vertreter aller Beteiligter der Arzneimittel-Lieferkette zusammen: Neben Marcus Freitag und Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes, nehmen die Spitzen der Herstellerverbände BPI, Pharma Deutschland, pro generika und vfa teil. „Gemeinsam können wir gegenüber der Politik ein Zeichen für eine starke und sichere Arzneimittelversorgung setzen“, formuliert Freitag seine Erwartungen. „Beim fairen Wettbewerb nehmen wir den Minister beim Wort: einfach mal machen.“
Phagro-Pressemitteilung (Auszug) vom 14. September 2026
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Aus Sicht der Verbände wäre eine Verteuerung von Strom das falsche Signal. Strom ist die zentrale Grundlage für die Elektrifizierung von Industrie, Mobilität, Wärmeversorgung und Gebäuden und damit ein entscheidender Baustein für die wirtschaftliche Transformation und die Energiewende. Unternehmen investieren bereits in elektrische Produktionsprozesse, Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen, Speichertechnologien und digitale Energielösungen. Diese Investitionen benötigen verlässliche Rahmenbedingungen und wettbewerbsfähige Strompreise.
Die Verbände warnen davor, die Stromsteuer als Ausgleich für sinkende Einnahmen aus fossilen Energieträgern zu nutzen. Wer die Elektrifizierung von Wirtschaft und Gesellschaft vorantreiben wolle, dürfe den dafür notwendigen Energieträger nicht zusätzlich belasten. Statt neuer Unsicherheiten brauche es Planungssicherheit für Unternehmen und Verbraucher.
Eine Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß wäre nach Ansicht der Verbände eine schnell wirksame und unbürokratische Entlastungsmaßnahme. Sie würde die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärken, Investitionen fördern und zugleich ein klares Signal für eine konsistente Wirtschafts-, Energie- und Klimapolitik setzen.
An dem Appell beteiligt haben sich:
BKM - Bundesverband Kooperierender Mittelstand e.V.
BDEW - Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.
BGA - Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V.
BWP - Bundesverband Wärmepumpe e.V.
VKU - Verband kommunaler Unternehmen e.V.
ZVEH - Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke
ZVEI e.V. - Verband der Elektro- und Digitalindustrie

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Jandura weiter: „Besonders positiv bewerte ich den Vorschlag, Kanada zum ersten assoziierten Mitglied der Europäischen Union zu machen. Das wäre ein starkes Signal für ein Europa, das seine wirtschaftlichen und politischen Partnerschaften ausbaut. Gerade angesichts geopolitischer Spannungen braucht Europa mehr verlässliche Partner und neue Handelschancen. Gleichzeitig muss die Kommission dafür sorgen, dass bestehende Handelsabkommen unbürokratisch nutzbar sind und Unternehmen bei der Diversifizierung ihrer Lieferketten unterstützt werden. Wirtschaftliche Unabhängigkeit entsteht durch mehr Partner und mehr Handel – nicht durch Abschottung.“
„Mit Blick auf die angekündigte Ausbalancierung der Handelsbeziehungen zu China und die Ankündigung, dafür ‚all tools at our disposal‘ zu nutzen, gilt: Ausgewogene Handelsbeziehungen dürfen nicht mit neuen Handelsbarrieren erkauft werden. Der Industrial Accelerator Act darf nicht zum Einfallstor für neuen Protektionismus werden. Pauschale ‚Made in Europe‘- oder Local-Content-Vorgaben würden Lieferketten verteuern und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen schwächen. Europa braucht stattdessen offene Märkte, wettbewerbsfähige Lieferketten und mehr Diversifizierung“, so Jandura abschließend.
16. September 2026
Jandura weiter: „Besonders positiv bewerte ich den Vorschlag, Kanada zum ersten assoziierten Mitglied der Europäischen Union zu machen. Das wäre ein starkes Signal für ein Europa, das seine wirtschaftlichen und politischen Partnerschaften ausbaut. Gerade angesichts geopolitischer Spannungen braucht Europa mehr verlässliche Partner und neue Handelschancen. Gleichzeitig muss die Kommission dafür sorgen, dass bestehende Handelsabkommen unbürokratisch nutzbar sind und Unternehmen bei der Diversifizierung ihrer Lieferketten unterstützt werden. Wirtschaftliche Unabhängigkeit entsteht durch mehr Partner und mehr Handel – nicht durch Abschottung.“
„Mit Blick auf die angekündigte Ausbalancierung der Handelsbeziehungen zu China und die Ankündigung, dafür ‚all tools at our disposal‘ zu nutzen, gilt: Ausgewogene Handelsbeziehungen dürfen nicht mit neuen Handelsbarrieren erkauft werden. Der Industrial Accelerator Act darf nicht zum Einfallstor für neuen Protektionismus werden. Pauschale ‚Made in Europe‘- oder Local-Content-Vorgaben würden Lieferketten verteuern und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen schwächen. Europa braucht stattdessen offene Märkte, wettbewerbsfähige Lieferketten und mehr Diversifizierung“, so Jandura abschließend.
16. September 2026
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„Der Weg zu mehr Resilienz in Deutschland und Europa führt nicht über Abschottung, sondern über mehr Partnerschaften. Ein starker europäischer Binnenmarkt macht uns auch international stärker“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz. „Wir haben allen Grund, stolz auf unser Land zu sein. Wir wollen wieder modern und fortschrittlich werden.“
BGA-Präsident Dr. Dirk Jandura machte deutlich, dass die mittelständisch geprägten Unternehmen des Groß- und Außenhandels dringend bessere Rahmenbedingungen brauchen. Nach Jahren wirtschaftlicher Schwäche, hoher Kosten und zunehmender Regulierung muss die Bundesregierung die angekündigten Reformen nun konsequent umsetzen.
„Wir sind der Mittelstand. Wir sind systemrelevant. Wer die Axt an den Mittelstand legt, vernichtet Tausende Arbeitsplätze und gefährdet die wirtschaftliche Substanz unseres Landes“, sagte Jandura.
Auch in der Handelspolitik forderte der BGA-Präsident mehr Tempo: „Wir brauchen mehr und vor allem schneller abgeschlossene Handelsabkommen. Europa muss eine Allianz für offenen Handel schmieden – mit allen Partnern, die weiter auf offene Märkte und regelbasierten Handel setzen.“
Mit dem Motto „Systemrelevant.“ rückte der BGA die zentrale Rolle des Groß- und Außenhandels sowie der unternehmensnahen Dienstleistungen für Wirtschaft und Gesellschaft in den Mittelpunkt. Die Unternehmen sichern Lieferketten, versorgen Industrie, Handwerk und Handel und verbinden Deutschland mit den internationalen Märkten.
Über die außen- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen diskutierten hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft und internationaler Politik. Dazu gehörten unter anderem Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Nils Schmid, der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Johannes Steiniger sowie der FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki und Andreas Audretsch, Stv. Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/ Die Grünen. Im Mittelpunkt standen die Zukunft offener Märkte in einer zunehmend von Handelskonflikten und Protektionismus geprägten Welt sowie die Reformen, die notwendig sind, um den Wirtschaftsstandort Deutschland wieder wettbewerbsfähiger zu machen.
Der BGA vertritt als Spitzenverband die Interessen des Groß- und Außenhandels sowie unternehmensnaher Dienstleistungen in Deutschland. Die Wirtschaftsstufe verbindet Hersteller und Märkte, organisiert Warenströme und Lieferketten und ist damit ein zentraler Bestandteil der wirtschaftlichen Infrastruktur Deutschlands.
15. September 2026
]]>Unter dem Titel „Systemrelevant.“ wollen wir gemeinsam mit hochrangigen Gästen aus Politik und Wirtschaft die aktuelle Lage beleuchten und über die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts diskutieren.
Und weiter: „Die volatilen Zahlen zeigen, wie fragil die wirtschaftliche Lage weiterhin ist. Deutschland ist noch lange nicht über den Berg. Die Bundesregierung hat erste Reformen auf den Weg gebracht, aber wir stehen erst am Anfang. Wir brauchen niedrigere Energie- und Standortkosten, weniger Bürokratie, bessere Investitionsbedingungen und eine aktive Handelspolitik, die unseren Unternehmen neue Märkte eröffnet.“
„Gerade nach diesem Wochenende darf es deshalb kein Nachlassen beim Reformkurs geben. Alle Parteien der Bundesregierung müssen jetzt Kurs halten und Tempo machen. Deutschland braucht Wachstum und neue wirtschaftliche Dynamik – und dafür weitere Reformen statt politischem Stillstand“, so der Außenhandelspräsident.
„Wir müssen bei diesen Zahlen auch die Preiseffekte berücksichtigen. Die Exportpreise lagen im Juli 4,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Ein nominales Exportwachstum von 6,1 Prozent bedeutet deshalb nicht, dass die tatsächlich exportierten Warenmengen im gleichen Umfang gestiegen sind. Bei den Importen ist dieser Effekt sogar noch stärker: Die Importpreise lagen 6,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Hinter guten nominalen Zahlen steckt also nicht automatisch entsprechend mehr Absatz. Gleichzeitig bedeuten steigende Importpreise zusätzliche Kosten für unsere Unternehmen und belasten ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit“, Jandura abschließend.
Im Juli 2026 sind die deutschen Exporte gegenüber Juni 2026 kalender- und saisonbereinigt um 0,8 % und die Importe um 5,7 % gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2025 nahmen die Exporte um 6,1 % und die Importe um 3,0 % zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt.
Das Gesetz sieht zum 1. Januar 2027 und zum 1. Januar 2028 die schrittweise Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags und des Kindergeldes sowie eine Anpassung der oberen Progressionszone vor. Ergänzend sollen der Arbeitnehmer-Pauschbetrag und der maximal zulässige Grundlohn für steuerlich begünstigte Sonn- und Feiertagszuschläge angehoben werden. Das daraus resultierende Entlastungsvolumen beträgt nach Angaben des BMF 2027 rund 5,6 Milliarden Euro und steigt 2028 auf knapp 10 Milliarden Euro.
Diesen Entlastungen stehen jedoch erhebliche Mehrbelastungen gegenüber. Vorgesehen ist unter anderem, den Steuersatz von 45 Prozent bereits ab einem zu versteuernden Einkommen von 250.000 Euro statt bislang 277.826 Euro anzuwenden. Zudem soll ab 280.000 Euro eine neue Stufe mit einem Steuersatz von 47 Prozent eingeführt werden. Hinzu kommen Einschränkungen bei der steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen sowie eine Anhebung der Pauschsteuer für Minijobs von zwei auf fünf Prozent.
Nach Schätzung des BMF führen diese Maßnahmen 2027 zu Mehreinnahmen von rund 4,1 Milliarden Euro und 2028 von rund 4,3 Milliarden Euro. Das tatsächliche Entlastungsvolumen reduziert sich damit 2027 auf lediglich 1,55 Milliarden Euro und 2028 auf rund 5,6 Milliarden Euro.
Noch nicht berücksichtigt sind weitere geplante Steuererhöhungen, unter anderem bei der Tabak-, Alkohol-, Schaumwein-, Zwischenerzeugnis- und Alkopopsteuer sowie die aktuellen Überlegungen zur Einführung einer Zuckersteuer. Dadurch könnten Verbraucherinnen und Verbraucher allein 2027 mit zusätzlichen Belastungen von deutlich mehr als 1,2 Milliarden Euro konfrontiert werden.
BGA: Tarifreform bleibt hinter den Erwartungen zurück
Der BGA bewertet den Gesetzentwurf kritisch. Aus Sicht des Verbands reichen die vorgesehenen Entlastungen nicht aus, um einen spürbaren Impuls für Wachstum, Investitionen und Konsum zu setzen. Gleichzeitig werden erfolgreiche Personenunternehmen durch die geplanten Änderungen bei der Einkommensteuer zusätzlich belastet. Für diese Unternehmen ist die Einkommensteuer die zentrale Unternehmensteuer. Die höheren Steuersätze verschärfen damit zugleich die strukturelle Benachteiligung gegenüber Kapitalgesellschaften und beeinträchtigen die Rechtsformneutralität des Steuerrechts.
In einer gemeinsamen Stellungnahme mit sieben weiteren Spitzenverbänden hat der BGA am 21. August 2026 deshalb eine grundlegende Überarbeitung des Gesetzentwurfs gefordert. Im Mittelpunkt stehen eine deutliche Absenkung des Einkommensteuertarifs, eine Streckung der Progressionswirkung und eine Anhebung der Einkommensgrenze für den Spitzensteuersatz.
Darüber hinaus setzt sich der BGA für eine bessere steuerliche Gleichbehandlung von Personen- und Kapitalgesellschaften ein. Dazu gehören der Abbau von Hürden beim Rechtsformwechsel, eine praxisgerechte Ausgestaltung der Körperschaftsteueroption sowie eine deutlich einfachere und praktikablere Thesaurierungsbegünstigung.
Auch die geplante Erhöhung der Pauschsteuer für Minijobs von zwei auf fünf Prozent sieht der BGA kritisch. In Zeiten eines ausgeprägten Arbeits- und Fachkräftemangels sollten flexible Beschäftigungsformen nicht zusätzlich steuerlich belastet werden.
Aus Sicht des BGA bleibt der Gesetzentwurf damit hinter dem Anspruch einer echten Einkommensteuertarifreform zurück. Statt vieler Einzelmaßnahmen braucht es eine grundlegende Reform, die Beschäftigte und Unternehmen spürbar entlastet, Investitionen stärkt und für mehr Rechtsformneutralität sorgt. Gerade angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage wäre ein mutigeres Signal in der Steuerpolitik erforderlich.
Mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Davon konnte sich Marcus Schwenke, Abteilungsleiter Entwicklungszusammenarbeit + Projekte, bei seinem Besuch in Ghana in dieser Woche überzeugen.
Im Rahmen einer Fortschrittsprüfung besuchte er das PartnerAfrica-Projekt des BGA, das darauf ausgerichtet ist, die Exportfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit lokaler landwirtschaftlicher Betriebe und Unternehmen zu stärken und nachhaltige wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen.
Besonders deutlich wird dabei, wie verschiedene Ansätze ineinandergreifen: Bessere Produkte und Zugang zu internationalen Märkten.
Landwirte, die Ananas, Süßkartoffeln und verarbeitete Maniokprodukte erzeugen, werden dabei unterstützt, die Anforderungen internationaler Märkte zu erfüllen. Zum Einsatz kommen unter anderem verbessertes Pflanzmaterial und digitale Softwarelösungen, die Produktion und Vermarktung unterstützen.
Mehr wirtschaftliche Chancen für Frauen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung von Unternehmerinnen in der Lebensmittelverarbeitung. Der Aufbau eines Verbandes schafft ein stärkeres Netzwerk und eine Plattform für Kooperation und weiteres Unternehmenswachstum.
Gleichzeitig zeigt sich, dass wirtschaftliche Teilhabe häufig von ganz praktischen Rahmenbedingungen abhängt. Deshalb unterstützt das Projekt auch den Bau eines Kindergartens. Er soll Frauen mit kleinen Kindern den Zugang zu Beschäftigung erleichtern. Der Bau hat inzwischen die Rohbauphase erreicht.

Aus Reststoffen wird Wertschöpfung
Auch bei den Kokosnussschalen wird Kreislaufwirtschaft praktisch umgesetzt. Was bislang als Abfall angefallen ist, wird mittels professioneller Pyrolyse zu Biokohle verarbeitet. So entsteht eine neue Geschäftsmöglichkeit und gleichzeitig ein geschlossener Kreislauf: Der Biokohle kann wieder auf landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt werden und zur Verbesserung der Bodenqualität beitragen.

Das Projekt zeigt beispielhaft, wie erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit mit der Privatwirtschaft gestaltet werden kann: praxisnah, unternehmerisch und mit einem klaren Fokus auf nachhaltige Wertschöpfung, Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Perspektiven, die über die Laufzeit des Projekts hinausreichen.
Der Besuch von Marcus Schwenke in Ghana hat die positiven Fortschritte des Projekts vor Ort sichtbar gemacht und unterstrichen, welches Potenzial in der Verbindung von Entwicklungszusammenarbeit und privatwirtschaftlichem Engagement liegt.
]]>SafeScale-KMU setzt deshalb bei konkreten Anwendungsfällen an. Anhand von vier exemplarischen Lieferketten sollen gemeinsam mit Unternehmen Use-Cases für Datenräume identifiziert und erprobt werden. Dabei geht es nicht nur um technische Lösungen. Untersucht werden auch wirtschaftliche, organisatorische und rechtliche Anforderungen. Geplant ist unter anderem ein Proof of Concept, der zeigen sollen, wie Datenaustausch zwischen Unternehmen sicher und praxistauglich umgesetzt werden kann.
Die Ergebnisse sollen anschließend so aufbereitet werden, dass auch andere Unternehmen sie nutzen können. Geplant sind ein Webtool, Leitfäden, Demonstratoren und Transferveranstaltungen. Das Webtool soll KMUs dabei unterstützen, eigene Anwendungsfälle zu bewerten, Risiken einzuordnen und geeignete Schritte für eine sichere Datenkooperation abzuleiten.
Dazu der BGA-Projektleiter Michael Nitsche: „Gerade der Großhandel wird von effektiv genutzten Datenräumen in Zukunft am meisten profitieren. Ich bin froh, dass wir als Projektkonsortium hier einen ersten Erprobungsschritt machen, dem aber weitere folgen müssen. In der Nutzbarmachung von Daten liegt für den Großhandel nach wie vor ein großes Potenzial zu Kostensenkung und zur Entwicklung neuer Services.“
SafeScale KMU wird von der BMWE-Initiative „IT-Sicherheit in der Wirtschaft“ gefördert und ist Teil des Förderschwerpunkts „Mittelstrand-Digital“.
Kallas begründet die Ausweitung mit der anhaltenden russischen Aggression gegen die Ukraine und fordert eine weitere Verschärfung des wirtschaftlichen Drucks, bis Russland den Krieg beendet. Zugleich setzt sie auf eine engere Abstimmung zwischen EU und USA bei den Sanktionen. Das 22. Sanktionspaket würde die bisherige Sanktionspolitik der EU seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 weiter ausbauen.
Der BGA empfiehlt die jeweiligen Lieferketten weiter zu analysieren, um im Falle von Listungen von Geschäftspartnern rasch reagieren zu können.
]]>Positive Botschaften statt erhobener Zeigefinger
Mit Postern, Aufstellern, Postkarten und digitalen Motiven sollen Beschäftigte, Kundinnen und Kunden sowie Lieferantinnen und Lieferanten für einen respektvollen Umgang sensibilisiert werden. Die Materialien können individuell mit dem Firmenlogo ergänzt und flexibel eingesetzt werden.
Die Initiative entstand auf Anregung des Präventionsausschusses der BGHW. Hintergrund sind Rückmeldungen aus den Betrieben, die auf eine zunehmende Verschärfung des Umgangstons im Arbeitsalltag hinweisen. „Die Poster, Aufsteller und Postkarten sollen wie ein kleiner Spiegel wirken und uns daran erinnern, wie wir selbst behandelt werden möchten“, erklärt Kathrin Schwarzmann, Arbeits- und Organisationspsychologin bei der BGHW.

Niedrigschwellige Unterstützung für Betriebe
Die sogenannten „Danke-Medien“ setzen bewusst auf positive Kommunikation. Freundliche Smileys und kurze Botschaften wie „Danke für Fairness auch unter Zeitdruck“ oder „Danke für die respektvolle Zusammenarbeit“ sollen an ein wertschätzendes Miteinander erinnern. Die Motive eignen sich für Verkaufsflächen, Kassenbereiche, Pausenräume, Lagerstandorte oder digitale Bildschirme.
Die Materialien wurden so entwickelt, dass sie von Unternehmen jeder Größe unkompliziert genutzt werden können. Verfügbar sind gedruckte und digitale Poster, Thekenaufsteller, Postkarten sowie Abreißzettel für Gemeinschaftsbereiche.
Die neuen Medien stehen BGHW-Mitgliedsunternehmen kostenlos über den BGHW-Medienshop zur Verfügung.
]]>
„Für unsere Personenunternehmen ist die Einkommensteuer die zentrale Unternehmensteuer. Doch anstatt den Tarif konsequent zu senken, die Progression zu strecken und die strukturelle Benachteiligung gegenüber Kapitalgesellschaften abzubauen, greift der Staat bei erfolgreichen Unternehmern künftig noch stärker zu. Mit 45 Prozent ab 250.000 Euro und einer neuen 47-Prozent-Stufe ab 280.000 Euro wird ausgerechnet der Teil des Mittelstands zusätzlich belastet, der erfolgreich wirtschaftet, investiert und Arbeitsplätze schafft“, so der Unternehmer.
Und weiter: „Auch die Erhöhung der Pauschsteuer für Minijobs von zwei auf fünf Prozent passt nicht in die Zeit. Unternehmen suchen händeringend Arbeitskräfte und brauchen flexible Beschäftigungsmöglichkeiten. Arbeit gleichzeitig steuerlich zu verteuern, ist das Gegenteil eines Wachstumsimpulses.“
„Besonders ärgerlich ist, dass die vermeintliche Entlastung durch neue Belastungen gleich wieder erheblich zusammengestrichen wird. Der Entwurf selbst weist für 2027 unter dem Strich lediglich eine Entlastung von 1,55 Milliarden Euro aus. Gleichzeitig plant der Staat an anderer Stelle weitere Steuererhöhungen wie die Einführung einer fragwürdigen Zuckersteuer und die Verschärfungen bei Tabaksteuer, Alkohol-, Schaumwein-, Zwischenerzeugnissteuer und Alkopopsteuer“, so Jandura und weiter: „Bürger und Unternehmen können sich auf das Versprechen der Koalition, keine Steuern zu erhöhen, nicht verlassen. Das Versprechen ist Makulatur.“
„Die Bundesregierung dreht wieder an vielen kleinen Stellschrauben, geht aber an die eigentlichen Probleme nicht heran. Nicht die Staatseinnahmen sind das Problem, sondern die Ausgaben. Diese müssen auf den Prüfstand. Und vor allem brauchen wir angesichts der vielfältigen strukturellen Herausforderungen Impulse für mehr Dynamik. Wir brauchen eine echte Tarifreform und Rechtsformneutralität für Personenunternehmen durch eine bessere Thesaurierungsbegünstigung, eine praktikable Körperschaftsteueroption und weniger Hürden beim Rechtsformwechsel. Das würde Investitionen erleichtern und die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands tatsächlich stärken. Diese Reform hätte dafür ein starkes Signal setzen können. Diese Chance lässt die Bundesregierung liegen. Es ist an der Zeit, Reformen mit mehr Mut und Vertrauen auch in der Steuerpolitik zu wagen“, so Jandura abschließend.
1. September 2026
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Jandura fordert: "Deutschland braucht wettbewerbsfähige Standortbedingungen, weniger Bürokratie und eine verlässliche, auf Diversifizierung ausgerichtete Handelspolitik. Der geplante Industrial Accelerator Act darf dabei nicht mit pauschalen Herkunftsvorgaben und einem künstlich verengten Kreis vermeintlich vertrauenswürdiger Partner genau in die entgegengesetzte Richtung führen. Wer Europas Industrie stärken will, muss internationale Lieferketten diversifizieren, statt sie politisch zu verengen, Kosten zu erhöhen und neue Handelskonflikte zu provozieren."
„Weil die Importe wesentlich stärker gestiegen sind als die Exporte, ist der Außenhandelsüberschuss von 19,3 auf 15,4 Milliarden Euro gesunken. Gleichzeitig steigen die Exporte nun bereits den fünften Monat in Folge. Das ist ein positives Signal, aber noch kein belastbarer Aufschwung: Im ersten Halbjahr legten die Exporte um 3,7 Prozent zu, die Importe um 4,4 Prozent, während der Handelsüberschuss sogar leicht unter dem Vorjahresniveau blieb. Vor allem der erneute starke Rückgang des US-Geschäfts zeigt, wie fragil die Entwicklung bleibt," so Jandura abschließend.
Gegenüber dem Juni 2025 liegen die Exporte 6,6 Prozent höher. Gleichzeitig sind die Importe gegenüber Mai mit 4,4 Prozent deutlich stärker gestiegen als die Ausfuhren. Besonders kräftig nahmen die Einfuhren aus der EU zu; aus China stiegen sie allein gegenüber dem Vormonat um 9,1 Prozent. Der Importanstieg ist zunächst auch eine Gegenbewegung zum deutlichen Rückgang im Mai und sollte deshalb nicht vorschnell als Zeichen eines kräftigen Binnenaufschwungs interpretiert werden.
]]>Der BGA bringt diese Punkte aktiv in den politischen Dialog ein, um eine ausgewogene und wirtschaftsfreundliche Umsetzung der Verordnung zu erreichen.







Mit diesen Vorschlägen werden nach Schätzungen des DGB mittelfristig über 120 Milliarden Euro pro Jahr an Steuern mehr eingenommen. Das Steueraufkommen würde damit gegenüber 2025 mit einem Aufkommen von 990 Milliarden Euro um über 12 Prozent ausgeweitet.
Von dem Anspruch, Beschäftigte zu entlasten, bleibt bei genauer Betrachtung wenig übrig. Tatsächlich leiden Arbeitnehmer bereits heute unter wachsenden Einkommens- und Arbeitsplatzunsicherheiten. Als einzige echte Entlastung sieht das DGB-Steuerkonzept die Anhebung des Grundfreibetrags vor. Die übrigen Vorschläge zielen hingegen überwiegend auf erhebliche Steuermehreinnahmen ab. Während niedrige Einkommen von der Anhebung profitieren würden, müssten Facharbeiter und qualifizierte Beschäftigte durch den weiteren Tarifverlauf sowie den Wegfall bestehender Regelungen mit zusätzlichen Belastungen rechnen.
Besonders gravierend fallen die Mehrbelastungen für Unternehmen, Freiberufler und Kapital aus. Für viele mittelständische Unternehmen ist die Einkommensteuer die maßgebliche Gewinnsteuer. Gleichzeitig sollen bei Kapitalgesellschaften die Entlastungen der vergangenen Jahre bei der Körperschaftsteuer teilweise wieder zurückgenommen werden. Damit setzt das Konzept vor allem auf Umverteilung, statt auf Wachstum und Investitionen.
In seiner Grundausrichtung erinnert das Papier an die steuerpolitischen Debatten der späten 1990er Jahre, als Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften um die Zukunft des Standorts Deutschland rangen. Mit einem starken Fokus auf Umverteilung wird jedoch weder mehr Gerechtigkeit noch mehr Wohlstand geschaffen. Im Gegenteil: Höhere Belastungen gefährden Arbeitsplätze, schwächen Investitionsanreize und bestrafen Leistung sowie zusätzliche Arbeit. Würden die Vorschläge umgesetzt, fiele Deutschland hinter die steuerpolitischen Modernisierungen zurück, die selbst unter dem damaligen SPD-Finanzminister Hans Eichel angestoßen wurden.
Eine stärkere Belastung der Unternehmenssubstanz und des Kapitals würde die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland weiter schwächen. Die Folge wären geringere Investitionen, eine beschleunigte Verlagerung von Unternehmen und Kapital ins Ausland sowie steigende Risiken für Arbeitsplätze. Leidtragende wären letztlich genau jene Beschäftigten, die das Konzept zu entlasten vorgibt.
Statt einer Rückkehr zu überholten steuerpolitischen Konzepten braucht Deutschland mehr Mut zu Modernisierung und Wachstum. Notwendig sind eine höhere wirtschaftliche Dynamik, wettbewerbsfähige Unternehmenssteuern und spürbare Entlastungen für Fachkräfte und ihre Familien. Gleichzeitig müssen Investitionen in Innovation, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und den Ausbau von Kapazitäten gezielt gefördert werden. Ebenso wichtig sind stärkere Anreize für Leistung und Erwerbsarbeit. Nur so lassen sich die Arbeitsplätze von heute sichern und die Wettbewerbsfähigkeit von morgen stärken.
Das Programm umfasst Keynotes, Podiumsdiskussionen und praxisorientierte Workshops zu aktuellen wirtschaftlichen Fragestellungen im transatlantischen Kontext.
Veranstalter sind die Deutsch-Amerikanischen Handelskammern (AHK USA) in Zusammenarbeit mit der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V. (BGA) unterstützt die Veranstaltung als Promo-Partner.
Nutzen Sie die Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur Einordnung aktueller Entwicklungen.
Wann? 9. Juni 2026
Wo? MEWA Arena in Mainz
Anmeldung für den Deutsch-Amerikanische Wirtschaftstag 2026 hier.
Für BGA-Mitglieder und ihre Mitgliedsunternehmen gibt es einen Promo-Code. Bei Interesse melden Sie sich bei Marcus.Schwenke@bga.de.
Bei Interesse an den Trainings kontaktieren Sie bitte Anna Peter (business-scout@bga.de).


Inzwischen ist klar: Die Entlastungsprämie wird nicht weiterverfolgt und ist damit vom Tisch. Die Regierungskoalition verzichtet auf eine Anrufung des Vermittlungsausschusses.
Die Entlastungsprämie sollte es Arbeitgebern ermöglichen, ihren Beschäftigten bis zum 30. Juni 2027 steuer- und abgabenfrei eine Prämie von bis zu 1.000 Euro auszuzahlen. Sie war Teil eines Maßnahmenpakets der Bundesregierung als Reaktion auf die finanziellen Belastungen der Bürger infolge des Irankriegs. Dazu gehörte auch der sogenannte „Tankrabatt“, den der Bundesrat bereits am 24. April 2026 in einer Sondersitzung gebilligt hatte.
Die Kritik der Länder richtete sich vor allem gegen die Kosten der Prämie und deren Verteilung. Die dadurch entstehenden Steuerausfälle hätten zu fast zwei Dritteln von Ländern und Kommunen getragen werden müssen. Die zur Gegenfinanzierung vorgesehene Erhöhung der Tabaksteuer wäre dagegen ausschließlich dem Bund zugutegekommen – ohne entsprechenden Ausgleich für Länder und Kommunen.
Aus Sicht des BGA ist es zu begrüßen, dass die Entlastungsprämie nun nicht weiterverfolgt wird. Der Vorschlag lief absehbar in die falsche Richtung, weil er die Verantwortung für staatlich gewünschte Entlastungen einseitig auf die Unternehmen verlagert hätte. Gerade in einer wirtschaftlich schwierigen Lage wären damit neue Erwartungen und zusätzlicher Druck auf die Arbeitgeber entstanden, ohne die strukturellen Probleme des Standorts Deutschland zu lösen.
Die Debatte zeigt erneut: Symbolpolitik ersetzt keine echte Wirtschaftspolitik. Unternehmen brauchen keine kurzfristigen Ankündigungen mit unklarer Finanzierung, sondern verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen, Wachstum und Beschäftigung. Künftige Vorschläge aus der Koalition müssen daher besser durchdacht sein und auf echte strukturelle Reformen setzen – etwa bei Steuern, Bürokratieabbau und Wettbewerbsfähigkeit –, statt neue Belastungen für Unternehmen zu schaffen.
]]>
Gleichzeitig müssen sensible Sektoren berücksichtigt und Übergangsregelungen sinnvoll gestaltet werden. Nur so kann das Abkommen seine volle Wirkung entfalten.
Weiterführende Informationen der EU-Kommission
Detaillierte Informationen zum Abkommen, zu Zollsenkungen, Ursprungsregeln und praktischen Umsetzungshinweisen stellt die Europäische Kommission online bereit: EU-Mercosur
Hinweis: Webinar des AK Zoll zu Ursprungsregeln
Zur praktischen Umsetzung der Ursprungsregeln im EU-Mercosur-Abkommen veranstaltet der Arbeitskreis Zoll am 30. Juni 2026 um 14 Uhr ein Webinar. Dort werden die zentralen Anforderungen, typische Herausforderungen und konkrete Anwendungshinweise für Unternehmen erläutert. Interessenten melden sich bitte bei Alexander Hoeckle, alexander.hoeckle@bga.de
Bewertung:
Durch die deutliche Absenkung des Entlastungspotentials wird die Chance zu einer sonst möglichen Beitragssatzsenkung in 2027 und 2028 und einer Beitragssatzstabilisierung in 2029 und 2030 vertan. Die weiterhin geplante Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze trifft Betriebe und betroffene Arbeitnehmer hart und wirkt wie eine Beitragssatzanhebung. Dazu kommt die Kürzung des Bundeszuschusses, mit der der Bund den eigenen Haushalt zu Lasten der Beitragszahler konsolidiert. Das ist keine Entlastung, sondern eine finanzpolitische Mogelpackung. Der Einstieg in die kostendeckende Finanzierung der Grundsicherungsempfänger ist grundsätzlich richtig, bleibt aber aufgrund der geringen Höhe und des langen Zeitplans zunächst reine Symbolpolitik.
Das Gesetzgebungsverfahren soll noch vor der Sommerpause abgeschlossen werden.
Weiterführende Informationen: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/gkv-beitragssatzstabilisierungsgesetz-kabinett-29-04-26

Es geht jetzt um ein tragfähiges und wirksames Gesamtkonzept. Wir stehen ausdrücklich bereit, mutige strukturelle Reformen mitzutragen und unseren Teil der Verantwortung in dieser nationalen Kraftanstrengung zu übernehmen. Dieser dringend benötigte Befreiungsschlag kann aber nur mit einer handlungs- und zukunftsfähigen Wirtschaft gelingen.
Wir erwarten von der Bundesregierung Führung und einen unmissverständlichen wirtschaftspolitischen Kurs.
Beweisen Sie Mut zu echten strukturellen Reformen, statt die Binnenkonjunktur weiter abzuwürgen und den Wohlstand des Landes massiv zu gefährden. Der lange angekündigte große Wurf muss nun kommen – ohne Wenn und Aber.
Den Brief hier herunterladen.
Der Verordnungsentwurf der EU-Kommission will die EU-Industriequote bis 2035 auf 20 %
steigern. Im Fokus stehen dafür strategische Sektoren wie Stahl, Chemie, Batterien und E-
Mobilität. Zentrale Hebel sind die radikale Beschleunigung von Genehmigungen durch ein
digitales Einheitsverfahren (Unified Digital Permit) sowie die Ausweisung spezieller
Beschleunigungsgebiete mit privilegierter Infrastruktur. Flankiert wird dies durch „Made in EU“-
Quoten (40–70 %) in der öffentlichen Beschaffung, strengere CO₂-Vorgaben für Grundstoffe und
eine verschärfte Kontrolle ausländischer Investitionen ab 100 Mio. Euro.
Der IAA ist damit kein reines industriepolitisches Beschleunigungsgesetz, sondern zum Teil auch
ein handelspolitisches Steuerungsinstrument. Der IAA steht symbolisch für den Übergang von
einem rein freihandelsorientierten Binnenmarkt zu einer geostrategischen Industriepolitik.
Betroffen sind nicht nur einzelne energieintensive Branchen oder Hersteller strategischer
Technologien. Der IAA wirkt entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Wir unterstützen Investitionsbeschleunigung, Planungsvereinfachung und das Ziel des Ausbaus
der europäischen Innovationsfähigkeit ausdrücklich. Gleichzeitig sehen wir aber im IAA – in seiner
derzeitigen Ausrichtung – erhebliche Risiken.
3.1. Mehr Bürokratie, höhere Kosten, geringere Planungssicherheit
Die vorgesehenen Local-Content-Vorgaben, CO₂-Intensitätskriterien und erweiterten
Nachweispflichten führen zu deutlich höheren Beschaffungs- und Verwaltungskosten für
Unternehmen. Komplexe Ursprungs- und Inhaltsdefinitionen sowie parallele regulatorische
Regime erhöhen den administrativen Aufwand erheblich und schaffen zusätzliche
Rechtsunsicherheiten. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verfügen häufig nicht
über spezialisierte Rechts- und Compliance-Abteilungen, um diese Anforderungen effizient zu
bewältigen. Die wachsende Komplexität kann daher insbesondere KMU überfordern und sie
im Wettbewerb benachteiligen. Große Unternehmen mit entsprechenden Ressourcen
hingegen sind besser in der Lage, die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Dies
begünstigt eine zunehmende Marktkonzentration und schwächt die Vielfalt und
Innovationsdynamik im Markt.
3.2. Schwächung der Handelsunternehmen in der Lieferkette
Handelsunternehmen übernehmen eine zentrale Funktion in industriellen
Wertschöpfungsketten, indem sie den Zugang zu wettbewerbsfähigen Vorprodukten,
Rohstoffen und Komponenten sicherstellen. Durch die Diversifizierung internationaler
Bezugsquellen stabilisieren sie Preise, erhöhen die Versorgungssicherheit und ermöglichen
der Industrie eine effiziente Weiterverarbeitung. Starre Local-Content-Vorgaben können diese
Funktion erheblich beeinträchtigen. Wenn Drittlandsprodukte aufgrund formaler
Anforderungen oder komplexer Zertifizierungen faktisch vom Markt ausgeschlossen werden,
entsteht ein De-facto-Importverbot. Damit werden etablierte und funktionierende
Beschaffungsstrukturen geschwächt, was die Resilienz der Lieferketten insgesamt reduziert.
3.3. Steigende Vorleistungspreise und Verlust internationaler Wettbewerbsfähigkeit
Wird der Zugang zu kosteneffizienten Drittlandswaren eingeschränkt, steigen die Preise für
industrielle Vorleistungen zwangsläufig. Diese höheren Inputkosten schlagen sich unmittelbar
in den Endpreisen nieder und beeinträchtigen die Preiswettbewerbsfähigkeit deutscher
Exportprodukte auf globalen Märkten. Für eine stark exportorientierte Volkswirtschaft wie
Deutschland sind wettbewerbsfähige Vorleistungen ein entscheidender Standortfaktor.
Verteuern sich Rohstoffe, Komponenten oder Zwischenprodukte strukturell, verlieren
Unternehmen nicht nur an Preisspielraum, sondern auch an Innovationskraft, da finanzielle
Mittel für Investitionen gebunden werden. Langfristig droht ein Verlust von Marktanteilen
gegenüber Wettbewerbern aus Regionen mit offeneren Beschaffungsmärkten.
3.3. Steigende Vorleistungspreise und Verlust internationaler Wettbewerbsfähigkeit
Wird der Zugang zu kosteneffizienten Drittlandswaren eingeschränkt, steigen die Preise für
industrielle Vorleistungen zwangsläufig. Diese höheren Inputkosten schlagen sich unmittelbar
in den Endpreisen nieder und beeinträchtigen die Preiswettbewerbsfähigkeit deutscher
Exportprodukte auf globalen Märkten. Für eine stark exportorientierte Volkswirtschaft wie
Deutschland sind wettbewerbsfähige Vorleistungen ein entscheidender Standortfaktor.
Verteuern sich Rohstoffe, Komponenten oder Zwischenprodukte strukturell, verlieren
Unternehmen nicht nur an Preisspielraum, sondern auch an Innovationskraft, da finanzielle
Mittel für Investitionen gebunden werden. Langfristig droht ein Verlust von Marktanteilen
gegenüber Wettbewerbern aus Regionen mit offeneren Beschaffungsmärkten.
3.4. Einschränkung globaler Lieferkettenflexibilität
Um die Anforderungen an EU-Content-Zertifikate oder vergleichbare Nachweise zu erfüllen,
könnten Exporteure gezwungen sein, ihre bestehenden Logistik- und Beschaffungsstrukturen
grundlegend umzustrukturieren. Globale Sourcing-Strategien, die bislang auf Effizienz,
Qualität und Risikodiversifikation ausgerichtet sind, würden stärker durch regulatorische
Kriterien bestimmt. Dies reduziert die unternehmerische Flexibilität und erschwert eine
schnelle Reaktion auf Marktveränderungen oder geopolitische Entwicklungen. Die zusätzliche
Dokumentation und Zertifizierung erhöht nicht nur die Kosten, sondern verlangsamt auch
Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
3.5. „Buy European“ ersetzt keine Wettbewerbsfähigkeit
Eine politisch forcierte Bevorzugung europäischer Produkte im Sinne eines „Buy European“-
Ansatzes kann kurzfristig Schutzräume schaffen, erhöht jedoch nicht automatisch die
strukturelle Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Wettbewerbsfähigkeit entsteht durch
Produktivität, Innovationsfähigkeit, effiziente Rahmenbedingungen und internationale
Integration – nicht durch Abschottung. Besteht der Marktzugang primär aufgrund
regulatorischer Vorgaben statt aufgrund wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, werden
notwendige Anpassungsprozesse verzögert. Dies kann zu einer Fehlallokation von Ressourcen
führen und Reformdruck mindern, anstatt nachhaltige Stärke aufzubauen.
3.6. Belastung von Steuerzahlern und öffentlichen Haushalten sowie Risiko
internationaler Vergeltungsmaßnahmen
Höhere Inputpreise wirken sich letztlich auf Endpreise aus und belasten sowohl Verbraucher
als auch öffentliche Haushalte. In wirtschaftlich angespannten Zeiten schwächen steigende
Preise die Kaufkraft und reduzieren Investitionsspielräume von Unternehmen und Staat
gleichermaßen. Zugleich birgt die forcierte Bevorzugung europäischer Produkte erhebliche
handelspolitische Risiken. Wichtige Handelspartner könnten mit Gegenzöllen oder
Marktzugangsbeschränkungen reagieren, was eine Kettenreaktion protektionistischer
Maßnahmen auslösen würde. Deutsche und europäische Exporteure liefen Gefahr, in
zentralen Absatzmärkten wie den USA oder China Wettbewerbsnachteile oder
Zugangsbeschränkungen zu erfahren. Ein Instrument zur Stärkung der europäischen Industrie
könnte damit paradoxerweise ihre internationale Exportbasis schwächen.
4.1. Resilienz durch Diversifizierung, nicht durch Abschottung
Offene Märkte und diversifizierte Lieferketten sind ein zentrales Element wirtschaftlicher
Resilienz. Importstrukturen sind kein Schwächefaktor, sondern Voraussetzung für industrielle
Leistungsfähigkeit und Preisstabilität.
4.2. Local Content nur als eng begrenzte Ausnahme
Local-Content-Vorgaben dürfen – wenn überhaupt – nur klar definiert, zeitlich befristet und
auf tatsächlich sicherheitskritische Bereiche beschränkt werden. Pauschale Marktpräferenzen
für breite Produktgruppen lehnen wir ab.
4.3. Bürokratiebelastung minimieren
Neue Nachweis- und Berichtspflichten dürfen insbesondere KMU im Außenhandel nicht
überfordern. Ein „Think-Trade-First“-Ansatz sollte integraler Bestandteil der Ausgestaltung
sein.
4.4. Innovation nicht durch Abschottung, sondern durch Verbesserung der Finanzierung
Die Europäische Union verfügt über hohe private Ersparnisse und eine starke
Forschungsbasis, nutzt ihr Innovationspotenzial jedoch nicht ausreichend, weil Kapitalmärkte
fragmentiert sind und Risikokapital im internationalen Vergleich schwächer ausgeprägt ist als
etwa in den Vereinigten Staaten. Ein Großteil des europäischen Vermögens liegt in
Bankeinlagen, Versicherungen oder Immobilien statt in produktiven
Unternehmensbeteiligungen. Um das Kapital der Sparer stärker in neue Technologien und
Start-ups zu lenken, braucht es vor allem integriertere Kapitalmärkte und bessere Anreize für
langfristige Investitionen.
Entscheidend ist die Vertiefung der Kapitalmarktunion. Harmonisierte Insolvenz- und
Steuerregeln sowie eine stärkere Rolle der Europäischen Wertpapier- und
Marktaufsichtsbehörde würden grenzüberschreitende Investitionen erleichtern. Ergänzend
könnten steuerliche Vorteile für langfristige Startup-Beteiligungen und staatliche Co-
Investments – etwa über den Europäischen Investitionsfond – privates Kapital mobilisieren.
4.5. Verbindliche Ex-post-Prüfung
Sollten Maßnahmen umgesetzt werden, fordern wir zudem eine umfassende, verpflichtende
Wirksamkeitsanalyse jährlich nach Einführung. Es muss überprüft werden:
– ob die angestrebten Ziele erreicht werden,
– welche Nebenwirkungen auftreten,
– ob Anpassungen oder ein Auslaufen geboten sind.
Industriepolitische Ausnahmeregelungen dürfen keinen dauerhaften Zustand begründen,
sondern müssen überprüfbar und reversibel bleiben.
Der deutsche Wohlstand beruht in hohem Maße auf internationaler Arbeitsteilung sowie
funktionierendem Außenhandel. Importe sichern Wettbewerbsfähigkeit, Exporte sichern
Wachstum und Beschäftigung.
Der Industrial Accelerator Act darf diese Grundlage nicht schwächen.
Industrie- und Handelspolitik müssen kohärent gedacht werden. Eine starke europäische
Industrie entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch wettbewerbsfähige
Rahmenbedingungen, offene Märkte und verlässliche internationale Partnerschaften.
„Die Lieferantentrainings leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass Produzenten in Partnerländern die wachsenden Anforderungen an soziale und ökologische Standards verstehen und umsetzen können“, sagt Marcus Schwenke, Abteilungsleiter Außenhandelspolitik, Importförderung, Entwicklungszusammenarbeit, Projekte beim BGA. „Nur wenn lokale Zulieferer frühzeitig befähigt werden, diese Standards zu erfüllen, können internationale Lieferketten resilienter werden und Handelspartner auf globaler Ebene wettbewerbsfähig bleiben.“
Die Finanzierung der Trainings ist durch das BMZ gesichert, was die Bedeutung der Initiative unterstreicht. Die vollständige Förderung ermöglicht es, das Angebot für Unternehmen aus Entwicklungs- und Schwellenländern kostenfrei zugänglich zu machen – ein entscheidender Faktor für die breite Wirkung des Programms.
„Wir freuen uns sehr, dass die Fortführung der Lieferantentrainings ermöglicht wurde und die Finanzierung gesichert ist“, ergänzt Schwenke. „Dies zeigt, wie wichtig es ist, in partnerschaftliche Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen zu investieren, um nachhaltige und stabile Lieferbeziehungen von Anfang an zu stärken.“
Die Trainingsreihe wurde ursprünglich im Rahmen einer Pilotphase im südlichen Afrika gestartet und soll in diesem Jahr im Kosovo sowie in den Regionen Südamerika, Asien und im südlichen Afrika stattfinden. Unternehmen aus Deutschland und Europa werden über das Angebot informiert, sobald die Termine und Anmeldeinformationen feststehen und können dann das Angebot an ihre Geschäftspartner in den Regionen weiterleiten.
Wesentlicher Bestandteil der Trainings werden Erfahrungsberichte von deutschen und europäischen Unternehmen sein, die ökologische und soziale Standards entlang der Lieferkette umgesetzt haben. Die Teilnehmer erhalten die Möglichkeit, direkt darauf zu reagieren und ihre Fragen an das Unternehmen zu adressieren.
Hintergrund:
Partners in Transformation ist die Bündelung von Programmen des BMZ zur Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor. Es vereint unterschiedliche Angebote, die Unternehmen, Verbände und Produzenten in Partnerländern dabei unterstützen, nachhaltige Geschäftspraktiken zu etablieren sowie neue Märkte zu erschließen.











"Trump sägt damit an dem Ast, auf dem er sitzt. Deutsche und europäische Produkte werden weltweit gebraucht, auch in den USA. Die bereits beschlossenen Zölle schaden dem Handel, werden aber zu weiten Teilen von den amerikanischen Verbrauchern getragen. Und auch weitere Strafzölle werden beide Seiten treffen. Die Folge ist, dass sich unsere Händler von den USA abwenden und nach alternativen Absatzmärkten suchen. Die USA bleiben ein für uns sehr wichtiger Markt, aber nichts ist für die Ewigkeit. Das De-Risking hat begonnen", so der Unternehmer.
Und weiter: "Diese Situation kann zur Stunde Europas werden. Wir sind immer noch einer der weltweit größten Märkte. Wir müssen jetzt vom Zuschauer zum Akteur werden. Wir haben die wirtschaftliche Stärke, die politischen Instrumente und können die Verantwortung übernehmen, die zunehmend fragmentierte Weltwirtschaft wieder mitzugestalten. Die Vertreter von Bundesregierung und EU werden in Davos deutlich machen, dass Europa für regelbasierten Handel steht und dieses Prinzip auch verteidigen wird."
]]>Der BGA hat CBAM stets, da ein Instrument des Protektionismus, abgelehnt. Nach Einführungsbeschluss seitens der EU-Kommission hat er den Prozess extrem kritisch begleitet und seine Mitglieder nicht nur über den Fortgang informiert, sondern auch für eine möglichst anwenderfreundliche Umsetzung lobbyiert und den verbandsinternen Erfahrungsaustausch gefördert. Schließlich hat er sich an Konsultationen beteiligt sowie die Mitgliedsverbände dazu animiert, insbesondere um die Ausweitung des Anwendungsbereiches zu verhindern bzw. zu verschieben.