Großhandel  


Der Großhandel ist ein zentrales Bindeglied in der deutschen Wirtschaft und sorgt dafür, dass Waren effizient zwischen Herstellern, Dienstleistern und gewerblichen Abnehmern zirkulieren. Er steuert nicht nur logistische Abläufe, sondern trägt entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen bei.

Wirtschaftliche Bedeutung und Beschäftigung


Der Großhandel bleibt einer der größten Wirtschaftsbereiche Deutschlands mit hunderten Milliarden Euro Umsatz jährlich und einem enormen Beschäftigungseffekt.
Als wichtiger Ausbildungs- und Arbeitsmarkt beschäftigt die Branche tausende Menschen in vielfältigen Funktionen von Logistik über Vertrieb bis Finance.

Aktuelle Umsatz- und Konjunkturentwicklung


Das Jahr 2025 war für den Außenhandel von einer schrittweisen Stabilisierung in einem weiterhin anspruchsvollen internationalen Umfeld geprägt. Nach den konjunkturellen Belastungen der Vorjahre entwickelten sich die Handelsströme insgesamt robuster, blieben jedoch stark von geopolitischen Spannungen, handelspolitischen Unsicherheiten und strukturellen Anpassungsprozessen beeinflusst. Die Nachfrage aus wichtigen Partnerländern zeigte im Jahresverlauf unterschiedliche Dynamiken, während Unternehmen zugleich ihre Lieferketten weiter diversifizierten und resilienter aufstellten. Themen wie strategische Rohstoffsicherung, technologische Souveränität, nachhaltige Produktionsbedingungen und neue regulatorische Anforderungen prägten das gesamte Jahr. Insgesamt stand 2025 im Zeichen einer vorsichtigen Erholung, begleitet von tiefgreifenden strukturellen Veränderungen im globalen Handelssystem.

Leistungs- und Wertschöpfungsbeitrag

Großhändler übernehmen eine zentrale Funktion innerhalb der wirtschaftlichen Wertschöpfungsketten, indem sie Produktströme bündeln, Komplexität reduzieren und eine verlässliche Versorgung von Industrie, Handwerk sowie gewerblichen Abnehmern sicherstellen. Sie fungieren als organisatorische und logistische Drehscheiben, die Angebot und Nachfrage effizient miteinander verbinden. Durch ihre Marktkenntnis, ihre Infrastruktur und ihre strategische Planung tragen sie wesentlich dazu bei, dass Waren zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge und in der gewünschten Qualität verfügbar sind.

Zu den Kernaufgaben des Großhandels gehört insbesondere die professionelle Logistik und Lagerhaltung. Moderne Lager- und Distributionszentren ermöglichen kurze Lieferzeiten, optimierte Transportwege und eine deutliche Reduktion von Kosten entlang der Lieferkette. Durch digitale Warenwirtschaftssysteme, automatisierte Bestandsführung und intelligente Dispositionsprozesse erhöhen Großhändler die Versorgungssicherheit und minimieren gleichzeitig Kapitalbindung und Lagerkosten.

Darüber hinaus übernehmen Großhändler wichtige Finanzierungsfunktionen. Durch die Gewährung von Zahlungszielen, individuelle Kreditlösungen oder Zwischenfinanzierungen steuern sie Liquidität innerhalb der Wertschöpfungskette. Gerade für mittelständische Unternehmen sind diese Finanzierungsleistungen ein entscheidender Stabilitätsfaktor, da sie Planungssicherheit schaffen und Investitionen ermöglichen.

Im internationalen Geschäft spielen außerdem Zoll- und Steuerabwicklungen eine bedeutende Rolle. Großhändler verfügen über umfassende Expertise in der Abwicklung grenzüberschreitender Warenströme, kümmern sich um Dokumentationspflichten, Ursprungsnachweise und steuerliche Vorgaben und vereinfachen damit komplexe Handelsprozesse. Dies reduziert bürokratischen Aufwand für Hersteller und Kunden und beschleunigt internationale Geschäfte.

Nicht zuletzt leisten Großhändler umfassende Beratungsarbeit. Sie unterstützen ihre Partner bei der Sortimentsplanung, entwickeln effiziente Beschaffungsstrategien und liefern fundierte Marktanalysen. Dank ihrer Nähe zu Kunden und Märkten erkennen sie frühzeitig Trends, Nachfrageveränderungen und technologische Entwicklungen und können diese Informationen strategisch nutzen.

Durch diese vielfältigen Leistungen sichern Großhändler Effizienz, Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass wirtschaftliche Prozesse reibungslos funktionieren und Unternehmen flexibel auf Marktveränderungen reagieren können.

 

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Innovation und Dienstleistungen im Großhandel
 

Moderne Großhändler sind längst weit mehr als reine Distributoren von Waren. Sie haben sich zu umfassenden Dienstleistungs- und Lösungspartnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette entwickelt. Neben der klassischen Lagerhaltung und dem Transport setzen sie zunehmend auf digitale Instrumente, um Bestände, Warenströme und Kundendaten präzise zu analysieren und zu steuern. Mithilfe moderner ERP-Systeme, automatisierter Lagertechnik und datenbasierter Prognosemodelle optimieren sie Lieferketten, reduzieren Kosten und erhöhen die Versorgungssicherheit für Industrie, Handwerk und gewerbliche Kunden.

Darüber hinaus unterstützen Großhändler Hersteller aktiv im Marketing und Vertrieb. Sie liefern Marktanalysen, entwickeln zielgruppenspezifische Vertriebsstrategien und sorgen durch ihre gewachsenen Kundenbeziehungen für eine effiziente Markteinführung neuer Produkte. Gerade mittelständische Produzenten profitieren von dieser Expertise, da sie auf bestehende Vertriebsnetze, regionale Marktkenntnisse und branchenspezifisches Know-how zurückgreifen können.

Ein weiterer zentraler Bestandteil moderner Großhandelsleistungen sind umfassende After-Sales-Services. Dazu gehören technische Beratung, Wartungsangebote, Installation von Maschinen und Anlagen sowie Schulungen für Fachpersonal. Durch diese Dienstleistungen sichern Großhändler nicht nur die Qualität und Langlebigkeit der Produkte, sondern stärken auch die Kundenbindung und erhöhen die Wertschöpfung über den reinen Warenverkauf hinaus.

Zudem gewinnen Nachhaltigkeitslösungen und Energieeffizienzberatung zunehmend an Bedeutung. Großhändler unterstützen ihre Kunden bei der Auswahl energieeffizienter Produkte, beraten zu ressourcenschonenden Technologien und helfen bei der Umsetzung regulatorischer Anforderungen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz. Damit tragen sie aktiv zur Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft bei.

Insgesamt nehmen Großhändler eine Schlüsselrolle im wirtschaftlichen Strukturwandel ein. Sie verbinden Produktion, Logistik, Digitalisierung und Service zu integrierten Geschäftsmodellen und leisten so einen entscheidenden Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und Modernisierung der deutschen Wirtschaft.

 

Herausforderungen 

 

Der Großhandel steht derzeit vor einer Vielzahl struktureller und konjunktureller Herausforderungen, die seine Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft gleichermaßen fordern. Der Wettbewerbsdruck nimmt kontinuierlich zu – nicht nur durch internationale Anbieter, sondern auch durch digitale Plattformen, die mit hoher Preistransparenz, direktem Kundenkontakt und datengetriebenen Geschäftsmodellen in klassische Handelsstrukturen vordringen. Diese Entwicklung zwingt Großhändler dazu, ihre eigenen Prozesse weiter zu digitalisieren, ihre Serviceangebote auszubauen und ihre Marktposition strategisch zu schärfen.

Gleichzeitig belasten steigende Energiepreise, höhere Transportkosten sowie wachsende Personalaufwendungen die Margen vieler Unternehmen. Die Branche ist logistikintensiv und personalstark – Kostensteigerungen wirken sich daher unmittelbar auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aus. Hinzu kommt eine in Teilen schwache gesamtwirtschaftliche Nachfrage, insbesondere in investitionsabhängigen Segmenten wie Bau, Industrie oder technischen Ausrüstungen. Konjunkturelle Zurückhaltung führt hier zu spürbarer Unsicherheit in Planung und Absatz.

Parallel dazu vollzieht sich ein tiefgreifender struktureller Wandel. Digitalisierung, Automatisierung und datenbasierte Geschäftsmodelle verändern etablierte Abläufe nachhaltig. Kunden erwarten heute schnelle Lieferzeiten, transparente Verfügbarkeiten, digitale Bestellprozesse und umfassende Serviceleistungen. Neue Geschäftsmodelle – von Plattformökonomie bis hin zu integrierten Servicepaketen – erhöhen den Innovationsdruck zusätzlich. Der Großhandel muss daher nicht nur kurzfristige konjunkturelle Schwankungen bewältigen, sondern sich zugleich strategisch neu ausrichten, um auch langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

 

BGA-Engagement für den Großhandel

 

Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) setzt sich konsequent für wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen ein, die die Wettbewerbsfähigkeit des Großhandels nachhaltig stärken. Ziel ist es, Unternehmen in einem zunehmend internationalen und digitalen Wettbewerbsumfeld verlässliche und investitionsfreundliche Bedingungen zu bieten. Dazu gehört insbesondere der Abbau bürokratischer Hürden, die Handelsunternehmen im operativen Geschäft belasten – etwa durch komplexe Dokumentationspflichten, übermäßige Berichtsvorgaben oder langwierige Genehmigungsverfahren. Effiziente Verwaltungsstrukturen und praxisnahe Regulierung sind zentrale Voraussetzungen dafür, dass Unternehmen flexibel und schnell auf Marktveränderungen reagieren können.

Gleichzeitig engagiert sich der BGA für Rahmenbedingungen, die Investitionen erleichtern und Innovationen fördern. Dazu zählen verbesserte steuerliche Anreize, beschleunigte Planungs- und Genehmigungsprozesse sowie verlässliche energie- und handelspolitische Strategien. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit sind Investitionen in Digitalisierung, moderne Logistiksysteme, Automatisierung und nachhaltige Technologien entscheidend, um die Zukunftsfähigkeit des Großhandels zu sichern. Der Verband setzt sich daher für politische Maßnahmen ein, die unternehmerische Initiative belohnen und langfristige Planungssicherheit schaffen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung innovativer Geschäftsmodelle. Die Digitalisierung verändert Handelsstrukturen grundlegend – von datenbasierten Bestellsystemen über Plattformlösungen bis hin zu integrierten Serviceangeboten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der BGA unterstützt diese Transformation durch Initiativen zur digitalen Infrastruktur, zur praxisnahen Aus- und Weiterbildung sowie zur Sicherung qualifizierter Fachkräfte. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels gewinnt die Ausbildung junger Menschen ebenso an Bedeutung wie die kontinuierliche Weiterbildung bestehender Belegschaften. Moderne Berufsbilder, digitale Kompetenzen und internationale Erfahrung sind zentrale Erfolgsfaktoren für die Branche.

Darüber hinaus engagiert sich der Verband für eine stärkere internationale Vernetzung der Unternehmen. Offene Märkte, faire Handelsbedingungen und stabile globale Lieferketten sind Grundpfeiler für den Erfolg des Großhandels. Der BGA bringt sich daher aktiv in wirtschaftspolitische Debatten auf nationaler und europäischer Ebene ein und setzt sich für eine handelsoffene, wettbewerbsorientierte Wirtschaftspolitik ein.

Trotz struktureller Belastungen und konjunktureller Unsicherheiten bleibt der Großhandel ein stabiler und zugleich transformierender Sektor der deutschen Wirtschaft. Als unverzichtbares Bindeglied zwischen Produktion, Logistik und Absatz sichert er die Versorgung des Binnenmarktes, stärkt industrielle Wertschöpfung und trägt maßgeblich zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bei.

Rund 70 verschiedene Branchen versorgen Deutschland mit allem, was gebraucht wird.

 



Rund 2 Millionen Beschäftigte in 139.000 Unternehmen arbeiten täglich für Sie.




Die Unternehmen bewegen Güter und Dienstleistungen im Wert von 1,7 Billionen Euro.