Europa
Europäische Politik und Binnenmarkt stärken
Unsere Position: Wettbewerbsfähigkeit ins Zentrum stellen
Der BGA setzt sich für eine binnenmarktfreundliche, wettbewerbsorientierte Europapolitik ein. Ein starker europäischer Binnenmarkt ist die Grundlage für Wachstum, Beschäftigung und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Offene Märkte, klare und einheitliche Regeln sowie innovationsfreundliche Rahmenbedingungen sind entscheidend, damit deutsche Großhändler, Außenhändler und unternehmensnahe Dienstleister im globalen Wettbewerb bestehen können. Neue Vorschriften dürfen nicht zu unverhältnismäßigen Belastungen führen – insbesondere nicht für kleine und mittlere Unternehmen, die das Rückgrat unserer Branche bilden.
Interessenvertretung auf europäischer Ebene
Der BGA begleitet europäische Gesetzgebungsverfahren eng und kontinuierlich. Durch den direkten Austausch mit der Europäische Kommission, dem Europäisches Parlament und dem Rat der Europäischen Union bringt der Verband die Perspektive des Groß- und Außenhandels frühzeitig in politische Prozesse ein. Ziel ist es, wirtschaftliche Praxis und regulatorische Zielsetzungen miteinander zu verbinden und tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Im BGA-Europaausschuss bündeln die Mitgliedsverbände ihre Expertise zu aktuellen EU-Dossiers. Dort werden politische Entwicklungen analysiert, Positionen abgestimmt und konkrete Handlungsempfehlungen formuliert. Der kontinuierliche Dialog mit Entscheidungsträgern in Berlin und Brüssel stellt sicher, dass die Interessen der Branche auf europäischer Ebene klar und geschlossen vertreten werden.
Europa als Heimat- und Weltmarkt
Europa ist für den Handel kein Neben-, sondern Kernmarkt. Der europäische Warenhandel verzeichnete 2024 ein Gesamtvolumen von nahezu 5 Billionen Euro. Die Exporte beliefen sich auf rund 2,53 Billionen Euro, die Importe auf etwa 2,42 Billionen Euro. Der daraus resultierende Handelsbilanzüberschuss von 147 Milliarden Euro unterstreicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft.
Für deutsche Unternehmen ist der Binnenmarkt zugleich wichtigster Absatz- und Beschaffungsraum. Rund 60 Prozent der deutschen Importe und etwa 65 Prozent der Exporte werden mit EU-Mitgliedstaaten abgewickelt. Der freie Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital bildet das Fundament für integrierte Lieferketten, effiziente Geschäftsmodelle und grenzüberschreitende Wertschöpfung.
Herausforderungen: Fragmentierung statt Harmonisierung
Trotz seiner wirtschaftlichen Stärke ist der Binnenmarkt nicht vollendet. Nationale Sonderregelungen, unterschiedliche Auslegungen von EU-Vorgaben und eine zunehmende Regulierungsdichte führen zu Fragmentierung statt Vereinheitlichung. Komplexe Dokumentationspflichten und steigende administrative Anforderungen binden Ressourcen, die für Investitionen und Innovationen dringend benötigt werden.
Hinzu kommen geopolitische Spannungen, handelspolitische Unsicherheiten sowie die tiefgreifende Transformation hin zu einer digitalen und nachhaltigen Wirtschaft. Die konsequente Vollendung des digitalen Binnenmarkts mit einheitlichen Standards und interoperablen Systemen ist daher zentral, um Europas Wettbewerbsfähigkeit gegenüber globalen Akteuren zu sichern.
Europäische Gesetzgebung als Standortfaktor
Ein erheblicher Teil der wirtschaftsrelevanten Regulierung entsteht heute in Brüssel. Europäische Gesetzgebung hat unmittelbare Auswirkungen auf deutsche Unternehmen – von Lieferkettenvorgaben über Zollregelungen bis hin zu Nachhaltigkeits- und Digitalanforderungen. Entscheidungen auf EU-Ebene bestimmen maßgeblich die Rahmenbedingungen unternehmerischen Handelns.
Der BGA arbeitet deshalb kontinuierlich daran, dass diese Rahmenbedingungen marktwirtschaftlich, verhältnismäßig und wettbewerbsfördernd ausgestaltet werden. Europa muss stärken, nicht bremsen – daran messen wir europäische Politik.

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Lisa-Marie Brehmer
Büroleiterin + Abteilungsleiterin Europa
10117 Berlin
In der Abteilung Europa werden die aktuellen gesetzgeberischen Initiativen der Europäischen Union analysiert und politisch eingeordnet. Für diesen Bereich ist Lisa-Marie Brehmer im BGA verantwortlich. Sie begleitet zentrale europäische Gesetzgebungsverfahren mit Bedeutung für den deutschen Groß- und Außenhandel und koordiniert die europapolitische Arbeit des Verbandes mit den relevanten Ansprechpartnern in Brüssel.