09.06.2026

Irland übernimmt EU-Ratspräsidentschaft

Zum 1. Juli 2026 übernimmt Irland für sechs Monate die Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union. Die irische Präsidentschaft wird voraussichtlich vor allem darauf ausgerichtet sein, die laufenden europäischen Vorhaben voranzubringen und Kompromisse zwischen den Mitgliedstaaten zu vermitteln. Neue politische Initiativen sind dagegen eher nicht zu erwarten.

Unter dem Motto „Competitiveness, Security and Values“ knüpft Irland eng an die strategischen Prioritäten der EU an. Geprägt wird die Agenda zugleich durch nationale Besonderheiten wie die militärische Neutralität des Landes, seine engen Beziehungen zu den USA sowie die Bedeutung offener Märkte für die exportorientierte irische Wirtschaft. Im Rahmen der Vorbereitungen auf die Ratspräsidentschaft wurden insbesondere Wettbewerbsfähigkeit, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sowie Bildung, Forschung und Innovation als zentrale Themen identifiziert.

Ein Schwerpunkt dürfte auf der Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit liegen. Dazu zählen unter anderem die Arbeiten am Omnibus-Paket, die Weiterentwicklung der Savings and Investment Union, das sogenannte „28. Regime“ für Unternehmen sowie die Verhandlungen über den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR). Im Bereich Digitalisierung werden Fragen der technologischen Wettbewerbsfähigkeit, der KI-Regulierung und der digitalen Sicherheit eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig stehen Themen wie der Ausbau von Rechenzentren, die Energieversorgung sowie Europas Abhängigkeit von außereuropäischen Technologieanbietern auf der Agenda. Bildung, Forschung und Innovation werden dabei als zentrale Voraussetzungen für langfristiges Wachstum, Fachkräftesicherung und technologische Souveränität verstanden. Insgesamt ist von einer pragmatischen Präsidentschaft auszugehen, die weniger auf neue politische Projekte als auf die Umsetzung bestehender Vorhaben und die Stärkung der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit Europas setzt.

Bei Fragen und Anmerkungen wenden Sie sich bitte an Lisa-Marie Kallies (lisa-marie.kallies@bga.de).