28.04.2026

Chemiehandel:

Der Chemiehandel in Deutschland sieht sich weiterhin mit einem anspruchsvollen Marktumfeld konfrontiert. Geopolitische Entwicklungen, schwache Nachfrage, steigende Kosten sowie umfangreiche regulatorische Anforderungen prägen die Lage. Gleichzeitig übernimmt die Branche eine wichtige Funktion für die Stabilität industrieller Lieferketten.

Rückblick 2025: Verhaltende Geschäftsentwicklung
Die zu Jahresbeginn erwartete wirtschaftliche Erholung blieb 2025 aus. Nach zunächst stabiler Entwicklung kam es im Jahresverlauf zu deutlichen Rückgängen bei Absatz und Umsatz sowie zu spürbarem Margendruck, insbesondere bei Industriechemikalien.
Zentrale Abnehmerindustrien entwickelten sich weiterhin schwach: Der Automobilsektor erholte sich nicht, die Bauchemie blieb rückläufig, ebenso die Farben- und Lackindustrie.

Geopolitik und Lieferketten belasten zusätzlich
Die Folgen des Ukrainekriegs, handelspolitische Spannungen und die Eskalation im Nahen Osten verschärfen die Lage. Störungen wichtiger Transportwege führen zu Verzögerungen, steigenden Logistikkosten und höheren Preisen für erdölbasierte Produkte.

Schwache Nachfrage bei steigenden Kosten
Die Branche steht vor einer neuen Krisenlage: steigende Preise bei gleichzeitig sinkender Nachfrage. Besonders Industriechemikalien sind von Mengenrückgängen betroffen.
Der Chemiehandel fungiert dabei als Stabilitätsanker, gleicht Angebot und Nachfrage aus und sichert die Versorgung.

Bürokratie als Belastungsfaktor
Die regulatorischen Anforderungen haben weiter zugenommen. Neue und bestehende EU- und nationale Vorgaben verursachen erheblichen Umsetzungsaufwand und hohe Kosten.
Bürokratie und Compliance binden erhebliche Ressourcen, insbesondere im Mittelstand.

Ausblick
Auch im laufenden Jahr wird ein herausforderndes Umfeld erwartet; eine spürbare Erholung erscheint erst mittelfristig möglich. Der Chemiehandel wird seine Rolle als stabilisierender Partner der Industrie weiter wahrnehmen.

Pressemeldung des VCH (Auszug) vom 23. April 2026