Von Biokohle bis Branding
Die Projektreise des seit 2023 laufenden BGA-PartnerAfrika-Projekts stand im Zeichen der Weiterentwicklung der Partnerverbände und Projektpartner, der Professionalisierung der Außenkommunikation sowie der Förderung innovativer Ansätze für nachhaltige Landwirtschaft und Kreislaufwirtschaft. Langzeitexperte Christopher Mars, Pawel Pekarev, Projektreferent im BGA und Iris von Rottenburg, Kommunikationsleiterin im BGA, reisten Ende April nach Accra, Ghana. Im Mittelpunkt der Reise standen Gespräche und Workshops mit den Projektpartnern SPEG, ASPPEG und ShePAG und deren Mitgliedern sowie Austauschtermine mit der Deutschen Botschaft Accra, der AHK Ghana und der GIZ sowie Workshops zu den Themen Biokohle und Corporate Design. Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert und über die sequa gGmbH vom BGA durchgeführt.
Zu Beginn der Reise fanden mehrere Arbeitssitzungen mit den Partnerverbänden statt. Gemeinsam wurden aktuelle Aspekte der Verbandsentwicklung, organisatorische Fragen und die Vorbereitung eines Workshops zu Corporate Design besprochen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Professionalisierung der Außendarstellung der Verbände. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen wurden Präsentationen, Kommunikationsmittel und Informationsmaterialien überarbeitet. Bereits im Vorfeld der Reise wurden mit den Verbänden neue Flyer, Produktsheets, Visitenkarten sowie erste Corporate-Design-Elemente entwickelt. Ziel war es, die Verbände besser auf internationale Geschäftskontakte und Messeauftritte vorzubereiten.
Ein weiterer Bestandteil der Reise war die Weiterentwicklung einer digitalen Agrardatenbank für Exportverbände in Ghana. Gemeinsam mit dem Datenexperten Moses Quaye arbeitet Langzeitexperte Christopher Mars an IT-Lösungen für die Verbände SPEG, ASPPEG und ShePAG. Ziel ist es, den gesamten Produktionszyklus von Produkten wie Ananas, Süßkartoffeln und Maniok systematisch sowie digital zu erfassen und auszuwerten. Die Datenbank bündelt Informationen zu Farmen, Produktqualität, Rückverfolgbarkeit, Zertifikaten und Zollanforderungen. Dadurch werden Prozesse für Exporteure und Importeure deutlich effizienter gestaltet und schaffen Vertrauen durch ganzheitliche Compliance. Gleichzeitig ermöglichen anonymisierte Datenauswertungen mehr Transparenz und liefern wertvolle Grundlagen für Investitionen und strategische Entscheidungen im ghanaischen Agrarsektor.
Im Rahmen der Reise fanden zudem Gespräche mit der Deutschen Botschaft Accra, der AHK Ghana sowie dem lokalen GIZ-Büro statt. Dabei wurde das PartnerAfrika-Projekt mit seinen verschiedenen Arbeitsschwerpunkten vorgestellt: Im Bereich Ananasanbau unterstützt SPEG die Einführung neuen Saatguts, ASPPEG arbeitet im Süßkartoffelanbau mit lizenzierten Setzlingen. Darüber hinaus wurde die Zusammenarbeit mit dem Verband für weiterverarbeitete Produkte (ShePAG), welcher die Interessen von frauengeführten Betrieben in Ghana vertritt, präsentiert. Ein weiterer Fokus lag auf dem Thema Biokohle, in Kooperation mit Ghama Carbon Ltd. sowie auf dem Aufbau einer digitalen Agrardatenbank durch das Unternehmen AGRITEG zur besseren Erfassung und Nutzung landwirtschaftlicher Daten.
Workshop Corporate Design
Großes Interesse fand ein praxisorientierter Workshop zum Thema „Marketing und Branding in internationalen Märkten“. Teilnehmende aus den Verbänden SPEG, ASPPEG und ShePAG arbeiteten gemeinsam an Fragen der professionellen Außenkommunikation und eines einheitlichen Markenauftritts. Dies wurde anhand von Praxisbeispielen ausprobiert.
Im Fokus standen die Unterschiede zwischen B2B- und B2C-Kommunikation, die Bedeutung eines konsistenten Corporate Designs sowie die praktische Anwendung von Logos, Farbwelten und Schrifttypen. Gemeinsam wurden professionelle E-Mail-Signaturen, Präsentationsvorlagen, Briefpapier und Visitenkarten entwickelt und direkt angewendet. Ziel war es, die Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit der Verbände nachhaltig zu stärken.
Workshop Biokohle in Ghana - Industrielle Skalierung statt Nischenlösung
Ein Höhepunkt der Reise war der Workshop von Dr. Ali Maru zum Thema Biokohle in Ghana - Industrielle Skalierung statt Nischenlösung. Vertreter aus Landwirtschaft, Industrie und von PPRSD (Plant Protection and Regulatory Services Directorate) diskutierten dabei die Potenziale einer nachhaltigen und industriell skalierbaren Biokohleproduktion in Ghana. Im Mittelpunkt stand die Weiterentwicklung von Ghama Carbon Ltd. mit dem Ziel, Biokohle als wichtigen Baustein für die Agrar- und Minenwirtschaft zu etablieren – etwa zur Regeneration ausgelaugter Böden oder für nachhaltigere Produktionsprozesse im Bergbau. Zudem wurden Fragen der Rohstofflogistik, der kontinuierlichen Materialverfügbarkeit sowie der Zertifizierung von Biodüngern auf Biokohlebasis behandelt. Die enge Zusammenarbeit mit dem PPRSD soll künftig den qualitätsgesicherten Vertrieb auf dem lokalen Markt und im Export erleichtern.
Ein besonderer Dank gilt Dr. Ali Maru, der als Motor der Produktentwicklung den Workshop maßgeblich geprägt hat. Mit der Verbindung aus wissenschaftlicher Expertise auf internationalem Spitzenniveau und praxisorientierter Umsetzung verlieh er den Diskussionen wichtige Impulse und unterstrich zugleich den Qualitätsanspruch von Ghama Carbon Ltd.
Der BGA unterstützt durch seine aktive Projektarbeit und den Aufbau stabiler globaler Partnerschaften die Entstehung eines breiteren Produkt- und Dienstleistungsangebots sowie verbesserten Rahmenbedingungen für den Handel mit Afrika und anderen Regionen, von denen auch deutsche Importeure und Verarbeiter profitieren können.
Für weitere Informationen zu Projekten im BGA gerne wenden an Marcus Schwenke oder Pawel Pekarev.
