Außenhandel am Limit
„Die Exportnation Deutschland steht unter massivem Druck. Wir leiden an nachlassender Nachfrage, steigenden Standortkosten und wachsendem Protektionismus. Die jüngsten Zahlen unserer aktuellen Umfrage zeichnen ein besorgniserregendes Bild. Wenn wir den Abwärtstrend im Export stoppen und den rasanten Anstieg beim Import dämpfen wollen, brauchen unsere Unternehmen dringend mehr Freiraum: weniger Bürokratie, sichere Lieferketten und vor allem den Abschluss neuer Freihandelsabkommen, um Zölle und Handelshemmnisse zu überwinden,“ fordert Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) heute auf einer Pressekonferenz in Berlin.
Laut der aktuellen Umfrage des BGA ist die Lage im Außenhandel weiter dramatisch schlecht. „Der BGA-Klimaindikator für den Außenhandel verharrt deutlich im negativen Bereich. Viele Unternehmen kämpfen mit stagnierenden oder sinkenden Umsätzen. Handelskonflikte mit den USA und China sowie steigende Zölle bremsen unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit massiv aus. Neue Lieferkettenregeln und Exportkontrollen erzeugen enorme Zusatzkosten – Bürokratie ist zum Wachstumshemmnis geworden“, so Jandura.
„Die deutschen Exporteure kämpfen an vielen Fronten. Im Welthandel bestehen wesentliche Risiken fort, insbesondere durch den anhaltenden Trend zu Handelsbarrieren, geopolitische Unsicherheiten und eine schwächelnde Weltkonjunktur. Die Lage bleibt fragil. Für den deutschen Außenhandel erwarten wir deshalb in 2025 ein verhaltenes Ergebnis mit einem starken Einbruch bei den Exporten von - 2,5 Prozent, noch schwächer, als wir zum Jahresbeginn angenommen haben. Bei den Importen rechnen wir mit einem starken Anstieg von 4,5 Prozent“, stellt der Außenhandelspräsident die BGA-Prognose vor.
Zu den US-Zöllen: „Viele der neuen US-Zölle sind so hoch, dass Geschäfte schlichtweg unmöglich werden – für zahlreiche deutsche Exporteure bedeutet das faktisch den Verlust des US-Marktes. Unsere Außenhändler blicken dementsprechend düster in die Zukunft: Fast 60 Prozent sehen sich direkt oder indirekt negativ betroffen.“
„Europas wirtschaftliche Stärke hängt entscheidend von seiner Wettbewerbsfähigkeit ab. Doch mit der Menge an Berichtspflichten machen wir sie uns langsam, aber sicher zunichte. Wachstum und Innovation brauchen politische Rahmenbedingungen, die Unternehmen stärken, statt sie zu lähmen. 67 Prozent unserer Unternehmen berichten von hohen Zusatzkosten durch Berichtspflichten“, betont Jandura.
„Der Außenhandel ist und bleibt der Wachstumsmotor unserer Wirtschaft – aber nur, wenn die Politik jetzt entschlossen handelt. Wollen wir Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze sichern, dann müssen Politik und Wirtschaft jetzt gemeinsam handeln. Wir Unternehmerinnen und Unternehmer werden die Politik unterstützen, wo wir können. Allerdings brauchen wir, um wieder zu wachsen, mehr Freiheit“, schließt Jandura.


Iris von Rottenburg
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