13.01.2026

Großhandel in der Krise

„Die wirtschaftliche Lage des deutschen Großhandels ist dramatisch. Ändern sich nicht endlich die politischen Rahmenbedingungen für den Mittelstand, müssen wir mit noch mehr Insolvenzen und noch mehr Arbeitsplatzverlust rechnen. Auch die Prognose für das kommende Jahr fällt schlecht aus. Die Politik ist gefordert, endlich auch den Mittelstand zu entlasten“, fordert BGA-Präsident Dr. Dirk Jandura in der Jahresauftakt-Pressekonferenz des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).
„Die Umfrageergebnisse und der daraus resultierende BGA-Klimaindikator sprechen eine klare Sprache: Mit 70,6 Punkten steht er auf einem niedrigen Stand wie zu Coronazeiten. Unsere Unternehmen sind nicht nur von der wirtschaftlichen Lage überfordert, sie haben inzwischen keine Puffer mehr. Wenn der Staat nicht endlich die richtigen strukturellen Reformen anpackt, droht eine tiefere Krise, die besonders den Mittelstand in Deutschland gefährdet“, so der Großhandelspräsident.

Und weiter: „Unsere Unternehmen sind weiterhin enorm belastet von übermäßiger Bürokratie und Regulierung, hohen Kosten am Standort und schwacher Nachfrage. Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung sind für den Mittelstand wirkungslos. Entsprechend fällt auch unsere Prognose für den Großhandel in 2026 aus, wir rechnen mit lediglich 0,7 % Wachstum. Das ist näher an Stagnation als an Aufschwung.“

„Über die Hälfte der Unternehmen im Großhandel hat im vergangenen Jahr Umsatz- und Ertragsrückgänge verzeichnet. Weitere Rückgänge werden auch 2026 erwartet. Ohne ein klares Signal für Wachstum und Stabilisierung drohen Insolvenzen und der Verlust von Arbeitsplätzen in zahllosen mittelständischen Betrieben, die für die deutsche Wirtschaft von fundamentaler Bedeutung sind. Seit Beginn der Rezession in 2023 haben wir bereits über 2.000 Großhandelsunternehmen verloren. Was wir brauchen, sind keine Wahlgeschenke, sondern strukturelle Maßnahmen, die den Standort wirklich stärken und den Mittelstand von Bürokratie, hohen Arbeitskosten und überhöhten Energiekosten entlasten“, so der Unternehmer.

„Die dringendsten Herausforderungen sind bekannt, doch bisher fehlt es an einem klaren politischen Kurs, um diese anzugehen. Wir brauchen jetzt eine Regierung, die nicht nur Krisenbewältigung betreibt, sondern auch die langfristigen Weichen für Wachstum stellt“, so der BGA-Präsident abschließend. „Wir als Großhandel sind bereit, unseren Beitrag zu leisten, aber dafür muss auch die Politik endlich Mut zu unbequemen Entscheidungen zeigen und die strukturellen Mängel im Wirtschaftsrahmen angehen.“
Die Zahlen des Pressetextes stammen aus der aktuellen Großhandelsumfrage des BGA. Für die repräsentative Umfrage wurden im Dezember 2025 Mitgliedsunternehmen des BGA befragt.

Hier gelangen Sie zum Material der Pressekonferenz.

Iris von Rottenburg
Abteilungsleiterin Kommunikation
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