BMWE erwartet konjunkturelle Erholung in 2026
„Aktuelle Indikatoren deuten nach einer leichten Belebung im vierten Quartal 2025 auf eine fortgesetzte konjunkturelle Erholung zu Jahresbeginn hin,“ lautet zusammenfassend die optimistische Bewertung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland im Februar 2026. Zum Ende des Jahres 2025 gestalte sich die wirtschaftliche Lage weniger volatil als zuvor, so dass nach Auffassung des BMWE vorsichtig von einer Stabilisierung der Konjunktur gesprochen werden könne. Das BIP ist im vergangenen Jahr real um 0,2 Prozent angestiegen, wobei das letzte Quartal 2025 mit einem Anstieg um 0,6 Prozent höher ausgefallen war als in den drei Quartalen zuvor. Beigetragen haben dazu eine sich verbessernde Konsumstimmung und die insbesondere am Bau gestiegene Investitionsentwicklungen. Die Stimmung bei den Unternehmen habe sich verbessert, ist allerdings nach wie vor auf einem insgesamt niedrigen Niveau, so das BMWE.
Die Industriekonjunktur verzeichnete zum Jahresende 2025 hin eine ambivalente Entwicklung. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ging mit -1,9 Prozent deutlich zurück, nachdem sie noch in den Monaten zuvor deutlich zugenommen hatte. Ebenso wie die Industrieproduktion hat sich auch der Energiebereich merklich abgeschwächt. Im Baugewerbe stieg die Produktion dagegen an. Die Auftragseingänge aus dem Ausland, insbesondere außerhalb der Eurozone, haben zum Jahresende spürbar zugenommen, und die Warenausfuhren wiesen im Dezember den höchsten monatlichen Zuwachs seit über vier Jahren auf. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe lagen im Dezember bei +7,8 Prozent, was vor allem auf inländische Großaufträge zurückzuführen sei. Der Produktionsrückgang im Dezember sei daher „eher als Atempause“ zu bewerten, so das BMWE.
Der internationale Warenhandel entwickelt sich volatil, konnte aber zuletzt kleine Zuwächse generieren. In November ist der internationale Warenhandel um 5,3 Prozent zum Vorjahresmonat und 2,2 Prozent zum Vormonat gestiegen, nachdem er sich noch im Oktober negativ entwickelt hatte. Zum Jahresende 2025 ist der RWI/ISL-Containerumschlag-Index im Dezember saisonbereinigt von 142,0 auf 143,2 Zähler gestiegen und deutet somit auf eine weiter zunehmende Handelsaktivität.
Die realen Umsätze im Einzelhandel sind Im Dezember geringfügig um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, nachdem der November leicht nach unten revidiert wurde. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete der Einzelhandel im Dezember ein Plus von 1,4 Prozent. Das Gesamtjahr 2025 schloss der Einzelhandel nach vorläufigen Zahlen mit einem realen Plus von 2,7 Prozent ab. Das BMWE leitet aus dieser Entwicklung und der Entwicklung von Indikatoren für die Entwicklung des Konsums eine Fortsetzung der positiven Konsumentwicklung für den Jahresbeginn 2026 ab. Ausschlaggebend für die jüngste Entwicklung waren jedoch der Internet- und Versandhandel und erstmals wurden allerdings auch die Umsätze eines großen Onlinehandelsunternehmens berücksichtigt. Allerdings dürfte nach der Einschätzung des BMWE der private Konsum maßgeblich von der weiteren Entwicklung des Arbeitsmarktes abhängen.
Die Inflation in Deutschland stieg im Januar auf 2,1 Prozent und lag damit über dem Dezemberwert von 1,8 Prozent. Die Kerninflation blieb mit 2,5 Prozent deutlich über der Gesamtinflation, getrieben vor allem von Dienstleistungspreisen (+3,2 Prozent), während Warenpreise moderat (+1,0 Prozent) und Energiepreise sogar rückläufig (−1,7 Prozent) waren. Besonders Nahrungsmittelpreise beschleunigten sich auf +2,1 Prozent, während Industriegüterpreise stabil blieben. Haupttreiber der Inflation sind weiterhin binnenwirtschaftliche Faktoren wie Löhne und Kosten in personalintensiven Dienstleistungsbranchen (z. B. Pflege, Gesundheit), die den preisdämpfenden Effekt sinkender Energie- und Importpreise ausgleichen.
Der Arbeitsmarkt zeigt zu Jahresbeginn weiterhin Stagnation: Die Arbeitslosigkeit bleibt unverändert, während Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung leicht zurückgehen. Frühindikatoren wie das IAB-Beschäftigungsbarometer deuten nicht auf eine Belebung hin. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sei besonders in Industrie und Handel schwach, während der Dienstleistungssektor leicht optimistischere Signale sendet, aber insgesamt fehle es an Dynamik, so das BMWE.
Der BGA bleibt gegenüber der optimistischen Einschätzung des BMWE skeptisch. Er stützt sich dabei auf die Einschätzung der Groß- und Außenhändler zum Jahreswechsel 2025/26, die eher auf eine weiterhin kritische Entwicklung im Produktionsverbindungshandel, im baunahen Großhandel aber auch im Konsumgütergroßhandel hinweist. Umsätze und Erträge bleiben schwach, während Bürokratie und Kosten die Unternehmen stark belasten. Damit in Einklang steht jedoch, dass sich im Laufe von 2026 in der deutschen Wirtschaft eine Bodenbildung abzeichnen könnte. Nach zwei Jahren der Negativentwicklung konnte erstmals ein leichtes Plus bei der BIP-Entwicklung verzeichnet werden, im Wesentlichen gestützt vom privaten Konsum, vor allem aber vom schuldenfinanzierten, erhöhten Staatskonsum. Das Ausbleiben bislang von angebotsorientierten Reformen zur Entlastung von Bürokratie und Kosten am Standort Deutschland, belasten die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland. Die Insolvenzzahlen von Unternehmen sind so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Der BGA erwartet daher von der Bundesregierung endlich entschlossen Bürokratie und Kosten abzubauen, um Wachstumsdynamik zu stärken.
(Quelle: BMWK, Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Februar 2026, Pressemitteilung vom 13. Februar 2026)


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