Aussenwirtschaftstag der Bundesregierung
Neue Realitäten, neue Strategien – unter diesem Leitmotiv traf sich am vergangenen Dienstag die deutsche Außenwirtschaftsgemeinde auf Einladung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und von Germany Trade & Invest (GTAI) im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin. Der Außenwirtschaftstag 2025 stand ganz im Zeichen der Frage, wie Deutschland im geopolitischen Spannungsfeld wieder Tritt fassen kann.
Mit dabei: der BGA, vertreten durch Hauptgeschäftsführer Antonin Finkelnburg, der sich im prominent besetzten Abschlusspanel mit klaren Botschaften zu Wort meldete. Schon der Verlauf des Tages machte deutlich: Euphorie und Aufbruchsstimmung sind derzeit keine prägenden Gefühle in der deutschen Außenwirtschaft – die Stimmung ist nüchtern, teils ernüchtert.
Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche brachte es in ihrer Grundsatzrede auf den Punkt: Seit 2019 tritt die deutsche Wirtschaft auf der Stelle, zuletzt ging die Leistung sogar zurück. Während Länder wie Frankreich, die USA oder China weiter zulegen, droht Deutschland den Anschluss zu verlieren. Eine unbequeme, aber ehrliche Analyse – und die Panels des Tages lieferten ähnliche Diagnosen.
Was vielen jedoch fehlte, war ein konkreter Fahrplan: eine Außenwirtschaftsagenda mit klaren Zielen und Maßnahmen – ähnlich der High-Tech-Agenda, die am Folgetag vorgestellt wurde. Eine solche Strategie ist aber dringend nötig, um Orientierung zu geben und die derzeitige Unsicherheit im Außenhandel zu überwinden, den Desorientierungsstress abzustellen.
Denn die offenen Fragen sind zahlreich:
Wie soll das oft beschworene „Team Deutschland“ tatsächlich funktionieren?
Wer übernimmt welche Rolle – und wie lassen sich die vielen Instrumente der Außenwirtschaftsförderung besser verzahnen?
Wie kann die Kapitalbasis unserer Unternehmen gestärkt werden?
Wie und wo sind wir in teiferen Abhängkeiten in der Lieferkette und wie schaffen wir konkret Abhilfe?
Und wie schaffen es AA, BMWK und BMZ, ihre Politiken kohärenter aufeinander abzustimmen?
Dann auch das altbekannte, aber weiterhin ungelöste Thema: die Verzahnung von Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftsförderung. Statt es weiter in jahrelangen Arbeitsgruppen zu diskutieren, wäre es an der Zeit, hier endlich Fortschritte zu erzielen – ganz im Sinne eines handlungsfähigen, zukunftsorientierten Außenwirtschaftsstandorts Deutschland.
Schließlich dürfen auch die großen Linien nicht fehlen: Wie lässt sich der regelbasierte Welthandel stabilisieren? Welche Antworten gibt Deutschland auf das wirtschaftspolitische Agieren Chinas und der USA? Und wie kann Europa zu einer echten handelspolitischen Gemeinschaft werden – mit Mehrheiten, die neue Freihandelsabkommen ermöglichen?
Es war nicht so, als ob nicht Ansätze zu all diesen Themen erkennbar waren. Aber es braucht viel mehr und wir alle sind gefordert.
Als BGA wollen wir hierzu die Debatte im Verband intensivieren. Der nächste Schritt ist die anstehende Sitzung des Außenwirtschaftsausschusses am 4. November.


Alexander Hoeckle
Abteilungsleiter Außenwirtschaft + Zoll
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 565
alexander.hoeckle@bga.de

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