16.04.2026

Humanitäre Krise im Sudan

Im Rahmen eines Treffens im Auswärtiges Amt hat Staatsministerin Serap Güler die Vertreter großer deutscher Wirtschaftsverbände eindringlich dazu aufgerufen, sich mit einem möglichen Engagement für den Sudan auseinanderzusetzen. Ihr Appell war klar: Angesichts der dramatischen Lage vor Ort brauche es jetzt nicht nur politisches Handeln, sondern auch die Unterstützung aller Teile der Gesellschaft, also auch der verfassten Wirtschaft. Als Verband wollen wir dieser Aufforderung nachkommen und haben uns bewusst dafür entschieden, in einem ersten Schritt die Aufmerksamkeit für diese Krise zu erhöhen.

Denn obwohl der Sudan aktuell Schauplatz der größten humanitären Krise weltweit ist, steht das Leid der Menschen kaum im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Internationale Beobachter warnen, dass der Konflikt ohne ausreichende mediale Aufmerksamkeit und Unterstützung zunehmend in Vergessenheit gerät. Tatsächlich wird die Krise vielfach überlagert – vom Krieg in der Ukraine, den geopolitischen Spannungen rund um den Iran sowie den Konflikten im Zusammenhang mit der US-Politik unter Donald Trump. Analysen zeigen: Während andere Konflikte die Schlagzeilen dominieren, erhält der Krieg im Sudan deutlich weniger Aufmerksamkeit, obwohl die humanitären Folgen verheerend sind.

21 Millionen Menschen leiden unter akutem Hunger
Die Zahlen machen die Dimension deutlich: Über 30 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen, mehr als 15 Millionen davon Kinder. Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht, Hunderttausende suchen Schutz in den Nachbarstaaten. 21 Millionen Menschen leiden unter akutem Hunger. Die Situation hat einen kritischen Punkt erreicht – ohne unmittelbares Handeln droht der Zusammenbruch grundlegender Versorgungsstrukturen, mit weitreichenden Folgen auch über die Region hinaus.

Vor diesem Hintergrund betonte Staatsministerin Güler auch die besondere Rolle der deutschen Wirtschaft. In einer global vernetzten Welt sei Stabilität eine zentrale Voraussetzung für zukünftige Märkte und nachhaltige Entwicklung. Ihr eindringlicher Appell lautete: „Helfen Sie jetzt, um in Zukunft zu investieren. Wir müssen Perspektiven für junge Menschen schaffen, damit sie eine Lebensgrundlage haben, sobald die Waffen schweigen.“ Engagement im Sudan ist damit nicht nur Ausdruck unternehmerischer Verantwortung, sondern auch ein Beitrag zur Stabilisierung ganzer Regionen.

Aktion Deutschland Hilft
Ein konkreter Ansatzpunkt für ein solches Engagement ist die Unterstützung des Bündnisses Aktion Deutschland Hilft. In diesem Zusammenschluss arbeiten 13 erfahrene deutsche Hilfsorganisationen eng zusammen, um schnell und koordiniert Hilfe zu leisten – sowohl im Sudan selbst als auch in den betroffenen Nachbarregionen.

Die eingesetzten Mittel fließen gezielt in lebensrettende Maßnahmen wie die Versorgung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und medizinischer Hilfe. Gleichzeitig werden sichere Räume und Bildungsangebote für Kinder geschaffen, um eine „verlorene Generation“ zu verhindern. Darüber hinaus unterstützen die Organisationen den Wiederaufbau lokaler Strukturen und fördern einkommensschaffende Maßnahmen, etwa in der Landwirtschaft oder im Kleingewerbe, um langfristige Perspektiven zu ermöglichen.

Seit seiner Gründung bündelt Aktion Deutschland Hilft die Kompetenzen seiner Mitgliedsorganisationen, um im Katastrophenfall effizient und abgestimmt zu handeln. Diese enge Koordination stellt sicher, dass Hilfe dort ankommt, wo sie am dringendsten benötigt wird.
Das Treffen im Auswärtiges Amt hat deutlich gemacht: Die internationale Gemeinschaft steht vor enormen Herausforderungen – doch ebenso groß ist die Chance, gemeinsam Wirkung zu entfalten. Als Verband wollen wir dazu beitragen, dass die Krise im Sudan nicht länger übersehen wird. Denn Aufmerksamkeit ist der erste Schritt zu konkretem Handeln – und jeder Beitrag kann dazu beitragen, Leben zu retten und Zukunft zu ermöglichen.

Weitere Informationen zu Aktion Deutschland Hilft, der Möglichkeit zu spenden und den Hilfsmaßnahmen für die Menschen im Sudan finden Sie unter: Aktion-Deutschland-Hilft.de  

Marcus Schwenke
Abteilungsleiter Außenhandelspolitik + Importförderung + Entwicklungszusammenarbeit + Projekte
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 594
marcus.schwenke@bga.de