Steuerpolitik: Einfach, wettbewerbsfähig und investitionsfreundlich gestalten
Eine leistungsfähige und verlässliche Steuerpolitik ist eine zentrale Voraussetzung für Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Deutschland verfügt über stabile und zuletzt stark gestiegene Steuereinnahmen. Gleichzeitig sehen sich Unternehmen mit einem zunehmend komplexen und bürokratischen Steuerrecht konfrontiert.Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) setzt sich deshalb für ein modernes, einfaches und international wettbewerbsfähiges Steuersystem ein. Ziel muss es sein, Unternehmen spürbar zu entlasten, Investitionen zu erleichtern und bürokratische Hürden konsequent abzubauen.
Es braucht ein einfaches und verständliches Steuerrecht
Das deutsche Steuerrecht gehört zu den komplexesten weltweit. Selbst für Expertinnen und Experten ist es häufig nur schwer zu durchdringen. Für Unternehmen führt dies zu Rechtsunsicherheit, erhöhtem administrativem Aufwand und zusätzlichen Kosten.
Aus Sicht des BGA ist daher eine grundlegende Vereinfachung des Steuerrechts erforderlich. Vorschriften und Detailregelungen müssen reduziert, Verfahren klarer und praxisnäher ausgestaltet werden. Unternehmen brauchen verlässliche und verständliche Rahmenbedingungen, die ihnen Planungssicherheit geben. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind auf ein handhabbares Steuerrecht angewiesen, da sie die steigende Komplexität ohne umfangreiche eigene Ressourcen kaum bewältigen können.
Wettbewerbsfähigkeit durch niedrigere Steuerbelastung stärken
Im internationalen Vergleich ist die steuerliche Belastung von Unternehmen in Deutschland weiterhin hoch. Dies schwächt die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts, hemmt Investitionen und erschwert notwendige Transformationsprozesse.
Der BGA spricht sich daher für eine spürbare Senkung der Unternehmenssteuerbelastung aus. Gleichzeitig braucht es verbesserte Abschreibungsbedingungen und steuerliche Anreize für Investitionen in Innovation, Digitalisierung und nachhaltige Transformation. Unternehmen müssen sich darauf verlassen können, dass steuerliche Rahmenbedingungen langfristig stabil bleiben und Investitionen nicht durch kurzfristige politische Änderungen erschwert werden.
Bürokratie abbauen, Prozesse beschleunigen
Ein wesentlicher Belastungsfaktor im Steuerbereich ist der hohe bürokratische Aufwand. Umfangreiche Dokumentationspflichten, lange Aufbewahrungsfristen und komplexe Verfahren binden erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen in den Unternehmen.
Der BGA fordert deshalb, die Aufbewahrungsfristen im Steuer- und Handelsrecht deutlich zu verkürzen und steuerliche Verfahren konsequent zu digitalisieren. Verwaltungsprozesse müssen schneller, effizienter und stärker an den Bedürfnissen der Praxis ausgerichtet werden. Ein modernes Steuerrecht sollte Unternehmen unterstützen – nicht zusätzlich belasten.
Verlässliche Regeln im europäischen Binnenmarkt
Für den Groß- und Außenhandel sind klare und einheitliche steuerliche Regelungen im europäischen Binnenmarkt von zentraler Bedeutung. Insbesondere bei innergemeinschaftlichen Lieferungen bestehen weiterhin Unsicherheiten und unnötige bürokratische Hürden.
Der BGA setzt sich daher für einfache, rechtssichere und harmonisierte Regelungen innerhalb der Europäischen Union ein. Ziel muss es sein, den grenzüberschreitenden Handel zu erleichtern und zusätzliche administrative Belastungen für Unternehmen zu vermeiden. Ein funktionierender Binnenmarkt braucht einheitliche und praktikable steuerliche Rahmenbedingungen.
Solide Haushaltsführung sichert Zukunftsspielräume
Eine nachhaltige Finanzpolitik bleibt die Grundlage für stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Trotz hoher Steuereinnahmen ist es notwendig, die öffentlichen Haushalte langfristig tragfähig zu gestalten und finanzielle Spielräume zu sichern.
Der BGA spricht sich dafür aus, öffentliche Mittel stärker in zukunftsgerichtete Investitionen zu lenken und konsumtive Ausgaben kritisch zu hinterfragen. Eine verantwortungsvolle Haushaltsführung von Bund, Ländern und Kommunen schafft die Voraussetzung dafür, auch künftig in Infrastruktur, Digitalisierung und Bildung investieren zu können.
Herausforderungen: Komplexität, Transformation und internationaler Wettbewerb
Unternehmen stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen. Neben steigenden regulatorischen Anforderungen verschärft sich der internationale Steuerwettbewerb. Gleichzeitig erfordern Transformation, Digitalisierung und Klimaschutz erhebliche Investitionen.
Ein komplexes und belastendes Steuerrecht wirkt in diesem Umfeld als zusätzlicher Standortnachteil. Umso wichtiger ist es, die steuerlichen Rahmenbedingungen aktiv weiterzuentwickeln und stärker an den Anforderungen einer globalisierten Wirtschaft auszurichten.
Deutschland als attraktiven Steuerstandort sichern
Deutschland muss auch künftig ein attraktiver Standort für Unternehmen, Investitionen und Beschäftigung bleiben. Dafür braucht es ein Steuersystem, das einfach, transparent und wettbewerbsfähig ist.
Der BGA setzt sich für eine Steuerpolitik ein, die wirtschaftliche Dynamik ermöglicht, Investitionen fördert und Unternehmen entlastet, ohne die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen aus dem Blick zu verlieren. Nur so kann Deutschland seine Position im internationalen Wettbewerb behaupten und weiter ausbauen.

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Michael Alber
Geschäftsführer
10117 Berlin
Im BGA ist er Ansprechpartner für alle volkswirtschaftlichen Fragestellungen. Auf Grundlage der Daten des Statistischen Bundesamtes und wissenschaftlicher Institutionen analysiert er die konjunkturelle Entwicklung im Großhandel und der Gesamtwirtschaft. In Veröffentlichungen wie Trends & Analysen Großhandel sowie dem monatlichen Konjunkturbarometer informiert er über die Perspektiven für die Wirtschaftsstufe.