Wettbewerbsfähige und nachhaltige Logistik sichern


Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) setzt sich für einen leistungsfähigen, integrierten und wettbewerbsfähigen Verkehrs- und Logistiksektor ein. Eine effiziente Logistik ist Grundvoraussetzung für funktionierende Lieferketten, stabile Märkte und wirtschaftliches Wachstum. Dazu gehört eine starke Infrastruktur auf Straße, Schiene, in der Luftfahrt und in der Schifffahrt.
Der BGA fordert verlässliche Rahmenbedingungen, die Investitionen fördern, Innovation ermöglichen und den Mittelstand entlasten. Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit müssen dabei gleichermaßen berücksichtigt werden.

Interessenvertretung auf europäischer und nationaler Ebene
Zentraler Ansprechpartner auf nationaler Ebene für die Interessenvertretung im Bereich Verkehr und Logistik ist das Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Darüber hinaus stehen wir im engen Austausch mit den Mitgliedern des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages.
Auf europäischer Ebene ist die Europäische Kommission der zentrale Ansprechpartner, insbesondere bei grenzüberschreitenden Verkehren und Fragestellungen.
Der BGA analysiert regulatorische Entwicklungen frühzeitig und stimmt Positionen innerhalb seiner Gremien ab. Fachgremien und Ausschüsse bündeln die Expertise der Mitgliedsunternehmen und erarbeiten konkrete Handlungsempfehlungen. Auf dieser Grundlage erfolgt die Positionierung gegenüber politischen Entscheidungsträgern.
Der politische Dialog umfasst Stellungnahmen zu Gesetzgebungsvorhaben, direkte Gespräche mit politischen Akteuren sowie die Beteiligung an Konsultationsverfahren. Ziel ist es, praktikable und wirtschaftsfreundliche Lösungen in den politischen Prozess einzubringen.

Verkehr und Logistik als Standort- und Wettbewerbsfaktor
Der Verkehrs- und Logistiksektor ist ein zentraler Bestandteil der deutschen und europäischen Wirtschaft. Im Jahr 2025 betrug das Transportvolumen im Straßengüterverkehr in Deutschland 2,8 Mrd. Tonnen. Rund 60 Prozent davon entfallen auf den Groß- und Außenhandel.
Effiziente Transportwege und reibungslose Abläufe sind daher entscheidend für internationale Handelsströme. Verzögerungen oder Ineffizienzen wirken sich unmittelbar auf Lieferketten, Produktionsprozesse und die Preisentwicklung aus.
Für den Groß- und Außenhandel ist die Logistik ein integraler Bestandteil des Geschäftsmodells. Just-in-time-Lieferungen, globale Beschaffungsstrukturen und digitale Plattformlösungen setzen eine leistungsfähige Infrastruktur voraus. Investitionen in Verkehrsnetze auf Straße und Schiene, in die Digitalisierung sowie in alternative Antriebstechnologien sind daher von zentraler Bedeutung.

Herausforderungen im Verkehrs- und Logistiksektor
Unterschiedliche nationale Regelungen im europäischen Verkehrsraum führen zu erheblichen administrativen Belastungen für Unternehmen. Abweichende Vorschriften bei Mautsystemen, Emissionsstandards oder Arbeitszeitregelungen erschweren grenzüberschreitende Transporte und erhöhen die Kosten.
Zunehmende regulatorische Anforderungen im Bereich Klimaschutz stellen Unternehmen vor zusätzliche Herausforderungen. Maßnahmen wie CO₂-Bepreisung oder neue Berichtspflichten führen zu steigenden Betriebskosten, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.
Gleichzeitig besteht ein erheblicher Investitionsbedarf in die Verkehrsinfrastruktur. Engpässe bei Straßen, Schienen und Häfen führen zu Verzögerungen und ineffizienten Transportprozessen. Der Fachkräftemangel im Logistiksektor verschärft diese Situation zusätzlich.
Eine zusätzliche Problematik ergibt sich aus der Abhängigkeit von Lkw-Fahrern aus osteuropäischen Ländern. In einem möglichen Krisen- oder Kriegsfall besteht das Risiko, dass viele dieser Fahrer in ihren Heimatländern zum Militärdienst eingezogen werden. Dies würde den ohnehin bestehenden Fahrermangel weiter verschärfen und könnte kurzfristig zu massiven Störungen in den Lieferketten führen. Für den Groß- und Außenhandel bedeutet dies ein erhöhtes Risiko, da ein wichtiger Teil der Transportkapazitäten plötzlich wegfallen könnte.

Gesetzgebung als Standortfaktor
Eine verlässliche Verkehrspolitik ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Der BGA setzt sich für einen Rechtsrahmen ein, der grenzüberschreitende Logistik erleichtert und bürokratische Hürden abbaut.

Abschließend gilt: Eine leistungsfähige Verkehrs- und Logistikpolitik ist Voraussetzung für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa. Der BGA wird sich weiterhin aktiv dafür einsetzen, dass die politischen Rahmenbedingungen diesen Anforderungen gerecht werden.

Lena Schlett

Abteilungsleiterin Verkehr + Logistik

Am Weidendamm 1 a
10117 Berlin

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