BGA sensibilisiert für e-Rechnung
Rund 300 Teilnehmer aus Unternehmen und Verbänden haben an den drei Webinaren zur eRechnung teilgenommen. Sie wurden vom BGA in Kooperation mit der Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte durchgeführt. Für den BGA moderierte der für Steuerfragen zuständige Geschäftsführer Michael Alber. Er begrüßte als Experten zum Thema eRechnung Senior Manager Indirect Tax Dr. Diana-C Kurtz sowie Senior Manager Robert Lederer bzw. Bernd Duscha zu den technischen Fragen.
Anlass für die Webinare war, dass der Gesetzgeber mit dem Wachstumschancengesetz die verpflichtende Einführung der eRechnung verabschiedet hat. Unternehmen müssen ab 1. Januar 2025 eRechnung empfangen können. Spätestens zum 1. Januar 2028 müssen dann alle Unternehmen in der Lage sein, umgekehrt auch eRechnungen nach einem strukturierten Format bei B2B-Umsätzen im Inland zu versenden.
Im Mittelpunkt des Webinars standen nicht nur die steuerrechtlichen Regelungen, sondern auch die Anforderungen und Chancen aus der Digitalisierung der Rechnungsstellung. Aufgezeigt wurde vor dem Hintergrund der europarechtlichen Überlegungen zur Umsatzbesteuerung im digitalen Zeitalter („VIDA“) das Gesetzgebungsverfahren und die zeitlichen Aspekte zur Einführung der verpflichtenden eRechnung. Die Experten informierten über die Definition der eRechnung und deren Abgrenzung von sonstigen Rechnungen wie Papierrechnungen oder PDF-Rechnungen. Unterstrichen wurde dabei, dass die Regelungen nur auf inländische B2B-Umsätze beschränkt ist. Ein wichtiger Aspekt war die Betroffenheit der Unternehmen. Neben den steuerlichen Herausforderungen ging es auch um die Chancen durch Effizienzsteigerungen durch die Automatisierung, höhere Genauigkeit von steuerlichen Daten, Compliance, Aufbewahrungsvorschriften und Datenqualität. Die Auswirkungen der eRechnung auf den Rechnungseingangsprozess und den Rechnungserstellungsprozess wurden erläutert. Auch auf die administrativen Fragen und Chancen mit Blick auf Buchhaltung, Ein- und Verkauf, Besteuerung, IT-Anforderungen wurde eingegangen.
Zusammenfassend wurde deutlich, dass sich Unternehmen unabhängig ob groß, mittel oder klein - frühzeitig mit den Regelungen zur Einführung der verpflichtenden eRechnung in Deutschland befassen müssen. Um Rechnungsprozesse zu optimieren, sollten auch relevante Stakeholder aus anderen Unternehmensbereichen wie IT, Besteuerung, Warenwirtschaft und ihre externen Dienstleister einbezogen werden. Zugleich wurde deutlich, dass Unternehmen mit Umsätzen in anderen EU-Staaten bzw. grenzüberschreitenden Umsätzen sich auf die dortigen Regelungen einstellen müssen. Im Blick behalten sollte man dabei die Diskussion der EU zu VIDA und damit zur Einführung einer digitalen Berichterstattung in nahezu Echtzeit auf Grundlage einer strukturierten elektronischen Rechnungsstellung auch für grenzüberschreitende Umsätze.


Michael Alber
Geschäftsführer
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 571
michael.alber@bga.de

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