Rentenpaket bringt ein wenig Licht und viel Schatten
Das Bundeskabinett hat mit dem aktuellen Rentenpaket teure sozialpolitische Wahlgeschenke auf den Weg gebracht, zugleich beinhaltet es aber eine Erleichterung für die Beschäftigung von Altersrentnern bei ihrem vorherigen Arbeitgeber.
Das Bundeskabinett hat am 6.August 2025 den Regierungsentwurf eines „Gesetzes zur Stabilisierung des Rentenniveaus und zur Gleichstellung der Kindererziehungszeiten“ beschlossen. In erster Linie beinhaltet das Rentenpaket teure und zweifelhafte Wahlgeschenke, insbesondere:
- Festschreibung des Rentenniveaus: Das Rentenniveau wird bis 2031 in der Höhe von 48 Prozent festgeschrieben. Die Rentenanpassungen ab 2032 erfolgen von der bis dahin erreichten Rentenhöhe aus. Die damit verbundenen Mehraufwendungen werden der Rentenversicherung aus Steuermitteln vom Bund erstattet.
- Mütterrente III: Die rentenrechtlich anerkannten Kindererziehungszeiten werden ab 2027 für vor 1992 geborene Kinder um weitere sechs Monate auf insgesamt drei Jahre verlängert. Auch die Mehraufwendungen, die sich aufgrund der zusätzlichen Anrechnung der Kindererziehungszeiten ergeben, werden der Rentenversicherung vom Bund erstattet.
- Nachhaltigkeitsrücklage: Die Untergrenze der Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung wird zur Verbesserung der unterjährigen Liquidität angehoben. Die Kosten hierfür werden jedoch vollständig auf den Beitragszahler abgewälzt.
- Die Regelungen zu Bundeszuschüssen und ihren Fortschreibungsvorschriften werden geändert, um diese transparenter und einfacher zu gestalten.
Daneben beinhaltet das Rentenpaket aber einen positiven Aspekt: Um eine Rückkehr zum bisherigen Arbeitgeber zu erleichtern, wird das sog. Vorbeschäftigungsverbot für die sachgrundlose befristete Beschäftigung für Personen aufgehoben, die die Regelaltersgrenze erreicht haben. Jedoch soll dies mit der Einschränkung gelten, dass beim selben Arbeitgeber insgesamt max. 12 sachgrundlose Befristungen mit einer Gesamtdauer von max. acht Jahren möglich sind.
Von diesem Punkt abgesehen ist das Rentenpaket mit zusätzlichen Kosten von mehr als 200 Mrd. EUR in den nächsten 15 Jahren das teuerste Sozialgesetz dieses Jahrhunderts. Es trägt nicht zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland bei, sondern ist ein Schritt in die gegenteilige Richtung. Statt der Rentenniveaugarantie und der Ausweitung der Mütterrente wären ausgabensenkende Reformen der gesetzlichen Rente dringend notwendig, um den Beitragssatz nicht noch weiter nach oben zu treiben.
Der Gesetzentwurf wird nach der Sommerpause im Bundestag in erster Lesung beraten werden, voraussichtlich am 9.Oktober 2025. Für die Ausschussanhörung ist der 3.November 2025 geplant, für 2. und 3. Lesung im Bundestag bereits der 6.November 2025.


Judith Röder
Geschäftsführerin
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 581
judith.roeder@bga.de

Außenhandel auf Rekordniveau – aber noch kein Aufschwung
Das unterstreicht, wie wichtig diversifizierte Absatzmärkte gerade in Zeiten wachsender handelspolitischer Unsicherheit sind.
mehr
Abteilungsleitung (m/w/d) für die Bereiche Arbeit und Soziales sowie Berufliche Bildung
Zum 1. November 2026 suchen wir in Vollzeit eine Abteilungsleitung (m/w/d) mit Verantwortung für die Bereiche Arbeit und Soziales sowie Berufliche Bildung.
mehr
CO₂-Zertifikatehandel betrifft zunehmend den Außenhandel
Vom Industrie- zum Handelsthema
mehr
Zugang zum Fahrer-Beruf wird erleichtert
Wichtiger Schritt gegen den Fahrermangel
mehr
BGA-Konjunkturumfrage zur Jahresmitte 2026 startet in Kürze
Sie geht vom 3. – 24. August 2026
mehr
CBAM: BGA fordert praxistaugliche Regeln für den Kauf und Rückkauf von Zertifikaten
Lediglich einen Rückkaufsantrag pro Jahr stellen können ist zu wenig.
mehr
Weniger Bürokratie, mehr Tempo für (Groß) Handel und Logistik
Verkehrsreformen beschlossen
mehr
EU-Bauproduktenverordnung: BGA sieht Nachbesserungsbedarf
Deutliche Belastungen für kleine und mittlere Unternehmen
mehr
Aktuelle Entwicklungen zum Vereinfachungspaket
BGA-Webinar zum EUDR-Vereinfachungspaket
mehr
Was ab Freitag gelten könnte
US-Zölle vor dem nächsten Umbau
mehr
EU und Mexiko modernisieren ihre Handelsbeziehungen
EU-Rat hat dem Interims-Handelsabkommen zugestimmt
mehr
Erster wegweisender Tarifabschluss im Groß- und Außenhandel in Bayern
Es ist davon auszugehen, dass dieses Ergebnis Grundlage für weitere Abschlüsse in den anderen Tarifgebieten sein wird.
mehr
Entlastungspaket: Der große Hebel fehlt
Für den Groß- und Außenhandel bleibt das Paket deutlich hinter den Erwartungen zurück.
mehr
Europa braucht offene Märkte
Handelspolitische Schutzinstrumente sind nicht die Lösung.
mehr
Digitaler Handel braucht Verlässlichkeit
Transatlantischer Datenschutzrahmen gerät erneut unter Druck.
mehr
Marktüberwachung effizienter gestalten
Staatsmodernisierung konkret.
mehr
Grünes Licht für Neue Genomische Techniken
Europäisches Parlament ebnet den Weg für die Verordnung.
mehr
Reformpaket bringt erste Fortschritte
Zentrale Entlastungen für den Mittelstand fehlen.
mehr
Schiedsgerichtsbarkeit und bevorstehende Insolvenzrechtsnovelle
BGA-Rechtsausschuss tagt in Berlin.
mehr
KI und Cyber Security
Neue Herausforderungen für Unternehmen.
mehr