16.04.2026

Forschungspreis der ForveG geht in die zweite Runde

Die Forschungsvereinigung Großhandel (ForveG) schreibt 2026 zum zweiten Mal ihren Forschungspreis aus. Mit der freundlichen Unterstützung der Sponsoren Obeta und KNAPP Deutschland konnte der Preis erneut mit 9.000 € dotiert werden, die Forscherinnen und Forscher dabei unterstützen sollen, ihre Projekte im Großhandel fortzusetzen.

Der ForveG-Forschungsreise ist aber nicht nur eine Auszeichnung, er ist auch als Signal an die wissenschaftliche Community konzipiert. Denn trotz seiner enormen Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft wird im Großhandel deutlich zu wenig geforscht. Mit 0,1 Prozent ist die FuE-Quote in keiner Branche so niedrig wie im Großhandel. Dies ist auch das Ergebnis eines Strukturproblems. Mit nur einigen Ausnahmen gibt es deutlich zu wenige Lehrstühle oder Forschungsprojekte, die sich auf den Großhandel konzentrieren. Die Folge: Studierende aus relevanten Fächern kommen nur selten mit den Strukturen des Großhandels in Verbindung, weder in Seminaren oder Praxisprojekten noch in Masterarbeiten oder Promotionen. Öffentliche und private Forschungsgelder adressieren den Großhandel in der Folge kaum und Ausgründungen, die Mehrwerte für den Großhandel schaffen, sind in der deutlichen Minderheit. Der Sickereffekt, mit dem neue Erkenntnisse über verschiedene Transmissionsriemen permanent von Hochschulen in Unternehmen getragen werden, ist im Großhandel damit deutlich schwächer.

Der Preis ist nicht nur eine Auszeichnung. Er ist ein Impulsgeber. Wer sich an Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit Geschäftsmodellen, Prozessmanagement, Digitalisierung, Finance, KI, neuen Geschäftsmodellen, Logistik oder internationalen Handelsstrukturen beschäftigt, findet im Großhandel ein reiches Forschungsfeld mit viel Erkenntnispotenzial und Karrierechancen. Die Unternehmen unserer Branchen sind interessiert daran, sich als Partner anzubieten und Forschung zu unterstützen.

Verliehen wird der ForveG-Preis in diesem Jahr am 17. Juni beim Tag der Unternehmen des ForveG-Mitglieds grosshandel-bw in Stuttgart. Die Verleihung ist öffentlich; Teilnahme und Anmeldung sind selbstverständlich kostenfrei. Laudatorin ist Prof. Dr. Julia Arlinghaus, Jury-Mitglied des ForveG-Forschungspreises und Inhaberin des Lehrstuhls für Logistik und Supply Chain Management an der Universität St. Gallen.

Übrigens: Noch läuft die Bewerbungsphase. Bis zum 23. April können Interessierte Dissertationen und Masterarbeiten einreichen, deren Ergebnisse dabei helfen können, den Großhandel weiterzuentwickeln. Eingeladen, sich zu bewerben sind auch solchen Arbeiten, deren Forschungsfrage zwar noch nicht im Großhandel verortet ist, deren Ergebnisse aber eine große Relevanz für den Großhandel haben. 

Alle Informationen finden Sie unter: www.froveg.de/forschungspreis

Michael Nitsche
Abteilungsleiter Digitalpolitik
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