Strategische Verzahnung von Außenwirtschaftspolitik und Entwicklungszusammenarbeit
Der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Deutschen Bundestages hat sich am 6. Mai 2026 in einer öffentlichen Sitzung mit der Arbeit, den Ergebnissen und der Weiterentwicklung des Import Promotion Desk (IPD) befasst. Damit rückte das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geförderte und vom Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) initiierte Instrument erneut in den Fokus der parlamentarischen Debatte über die strategische Verzahnung von Außenwirtschaftspolitik und Entwicklungszusammenarbeit.
Die Einladung durch den Ausschussvorsitzenden Dr. Wolfgang Stefinger unterstreicht die wachsende politische Aufmerksamkeit für resiliente Lieferketten, neue Handelspartnerschaften und die stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Ländern des Globalen Südens. Bereits beim parlamentarischen Frühstück von BGA und UNIDO im Bundestag im September 2025 war deutlich geworden, dass Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszusammenarbeit künftig stärker zusammengedacht werden sollen.
Im Mittelpunkt der Ausschusssitzung standen die konkreten Ergebnisse des IPD: Seit seiner Gründung im Jahr 2012 hat das Import Promotion Desk den Zugang zu mehr als 800 neuen Lieferanten aus Entwicklungs- und Schwellenländern ermöglicht, rund 4.300 Geschäftsabschlüsse realisiert und ein Handelsvolumen von etwa 1.19 Milliarden Euro initiiert. Damit gilt das IPD zunehmend als praxisnahes Beispiel dafür, wie Entwicklungszusammenarbeit zugleich zur Diversifizierung von Lieferketten und zur Erschließung neuer Märkte beitragen kann.
Im Rahmen eines fünfminütigen Eingangsstatements stellte Dr. Julia Bellinghausen die Arbeit des IPD vor und beantwortete anschließend Fragen der Abgeordneten aller fünf im Ausschuss vertretenen Fraktionen. Die Diskussion knüpfte dabei unmittelbar an zentrale entwicklungs- und außenwirtschaftspolitische Themen an: die Sicherung strategischer Rohstoffe, die Verringerung geopolitischer Abhängigkeiten sowie die stärkere Einbindung der Wirtschaft in die Entwicklungszusammenarbeit. Ein besonders wichtiger Punkt lag auf der potenziellen Weiterentwicklung und Skalierung des IPDs – um in Zukunft noch gezielter die Bedarfe der deutschen Wirtschaft zu bedienen.
Auch Janna Villatoro Barrera, Geschäftsführerin der H&T Feinkost GmbH, nahm mit einem aktiven Impuls zu ihrer Erfahrung in der Zusammenarbeit mit dem IPD an der Sitzung teil. Dank ihres Vortrages konnte aus der Praxis geschildert werden, wie deutsche Unternehmen konkret von den Angeboten des IPD profitieren – etwa durch den Zugang zu verlässlichen Lieferanten und die Unterstützung beim Aufbau langfristiger Handelsbeziehungen.
Die Befassung des Ausschusses mit dem Import Promotion Desk zeigt, dass das Thema inzwischen auch auf parlamentarischer Ebene an Bedeutung gewinnt. Vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Unsicherheiten und der Suche nach resilienteren Lieferketten wird die Verbindung von Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftspolitik zunehmend als strategischer Ansatz verstanden – sowohl zur Förderung nachhaltiger Entwicklung als auch zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland.


Patrick Federl
Referent für Importförderung im Auftrag des Import Promotion Desk (IPD)
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
0176 465 965 51
patrick.federl@bga.de

Marcus Schwenke
Abteilungsleiter Außenhandelspolitik + Importförderung + Entwicklungszusammenarbeit + Projekte
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 594
marcus.schwenke@bga.de

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