Afrika als Zukunftsmarkt der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft
Afrika als Zukunftsmarkt der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft stand im Mittelpunkt der 262. Sitzung des Wirtschaftsausschusses für Außenhandelsfragen (WAA) beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Handel (BMLEH) am 30. September 2026.
Zum Auftakt beleuchtete das Institut der Deutschen Wirtschaft die wirtschaftlichen Perspektiven Afrikas als Exportmarkt. Als besonders interessante Märkte für die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft wurden Marokko, Südafrika, Ägypten, Kenia und Nigeria identifiziert. Zugleich wurde betont, dass länder- und produktspezifische Strategien erfolgversprechender sind als eine pauschale Afrikastrategie.
Anschließend stellte das Thünen-Institut für Marktanalyse eine im Auftrag des BMLEH erstellte Studie zu den Auswirkungen von Geflügelexporten nach Westafrika vor. Das Fazit: Der Handel sollte aufrechterhalten werden, da dies zu einer höheren Wohlfahrt beiträgt.
Das Import Promotion Desk, dessen Träger der BGA ist, präsentierte seine Arbeit mit afrikanischen Partnerländern. Mit Blick auf künftige Agrarimporte aus Afrika wurde deutlich, dass der zunehmende Diversifizierungsdruck, die Bedeutung von Transportrouten und -kosten sowie die zeitliche Verfügbarkeit der Produkte große Potenziale für den afrikanischen Kontinent eröffnen.
Eine weitere Facette des Zukunftsmarkts Afrika beleuchtete anschließend das Wirtschaftsnetzwerk Afrika und stellte seine Unterstützungsangebote für Unternehmen vor. Diese reichen von Netzwerkformaten und Hilfen beim Markteinstieg bis hin zu Finanzierungshilfen vor Ort. Abschließend beleuchteten Referentinnen und Referenten für Ernährung und Landwirtschaft an den deutschen Botschaften in Äthiopien, Marokko und Südafrika die Chancen und Herausforderungen des Agrarhandels mit diesen Ländern.
In der anschließenden Diskussion wurde betont, dass Unternehmen aus Afrika nicht nur als Abnehmer deutscher Produkte, sondern auch als Produzenten angesehen werden sollten. Weiter wurden Herausforderungen beim Handel mit Afrika wie Visabeschaffung, fehlende Absicherung von Geschäften, zunehmende EU-Regulatorik und Korruption in Afrika thematisiert. Zudem wurde angemahnt, dass die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen beim Export von Schüttgütern nach Afrika verbessert werden müsse.
Im weiteren Verlauf informierte das BMLEH über die aktuelle Lage auf dem Düngemittelmarkt und den Stand verschiedener EU-Freihandelsabkommen mit Drittstaaten.
Da es sich um die letzte Sitzung der aktuellen Berufungsperiode des WAA handelte, klang das Treffen mit einem kleinen Umtrunk aus. Dabei wurde der Hausspitze ein Forderungspapier des WAA zur Weiterentwicklung der Arbeitsweise der EL-Referentinnen und -Referenten übergeben.


Sebastian Werren
Abteilungsleiter Agrar + Ernährungswirtschaft
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 561
sebastian.werren@bga.de


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