Belastungsprogramm für den Mittelstand
Das Einkommensteuerreformgesetz 2027 wurde am 8. Oktober 2026 in den Deutschen Bundestag eingebracht. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil beziffert das Entlastungsvolumen auf 10 Milliarden Euro. Entlastet werden sollen kleine und mittlere Einkommen. Verschwiegen werden die Mehrbelastungen für Mittelstand und insbesondere für Personenunternehmen. Weitere milliardenschwere Mehrbelastungen sind bereits auf dem Weg.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil stellt in der 1. Lesung des Einkommensteuerreformgesetzes 2027 die geplante Erleichterung für kleine und mittlere Einkommen hervor und sprach von Entlastungen in Höhe von 10 Milliarden Euro. Dabei gerät aus dem Blick, dass diesen Verbesserungen erhebliche Mehrbelastungen gegenüberstehen, die Unternehmen und Bürger direkt oder indirekt treffen werden. Die sogenannte Reichensteuer und die Anhebung der Pauschalbesteuerung geringfügig Beschäftigter sollen rund 2,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen bringen. Darüber hinaus sind mit dem Haushaltsbegleitgesetz 2027 bereits milliardenschwere Mehreinnahmen aus Verbrauchsteuern vorgesehen. Diese werden zwar bei den Unternehmen erhoben, letztlich aber von den Endverbrauchern getragen.
Tabaksteuer, Zuckergetränkesteuer, Alkohol-, Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuer sowie Alkopopsteuer sollen dem klammen, sparunwilligen Staat aus der Klemme helfen. Eine Plastiksteuer soll 2027 folgen. Hinzu kommen Mehreinnahmen aus der Anhebung der Bemessungsgrenzen bei den Sozialversicherungen. Zudem läuft der Tankrabatt zum Jahresende wieder aus. Von den versprochenen Entlastungen wird wenig bis nichts übrigbleiben. Unternehmen und Bürger müssen faktisch mit steigenden Steuern- und Abgabenbelastung sowie zusätzlicher Bürokratie infolge der Ausweitung steuerlicher Belastung rechnen.
Vor diesem Hintergrund hat der BGA gemeinsam mit den weiteren sieben Spitzenverbänden in einem Schreiben an die Fachebene des Bundesministeriums der Finanzen vom 7. Oktober 2026 aufgezeigt, welche Reformen notwendig sind, um die wirtschaftliche Dynamik zu stärken und dadurch wachstumsbedingt höhere Steuereinnahmen zu ermöglichen.
Im Mittelpunkt des Schreibens stehen gezielte Nachbesserungen bei Umwandlungen, der Thesaurierungsbegünstigung und der Körperschaftsteuer. Ziel ist es, diese praktikabel zu gestalten und dadurch Rechtsformneutralität für Personenunternehmen zu schaffen. Zudem plädieren die Spitzenverbände für weitere strukturelle Reformen: für Vereinfachungen bei der Lohnsteuer und bei der steuerlichen Behandlung von Werbeartikeln, eine konsequente Digitalisierung der Besteuerungsverfahren sowie die Umsetzung eines Direktverrechnungsmodells noch vor 2030.


Michael Alber
Geschäftsführer
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 571
michael.alber@bga.de

Afrika als Zukunftsmarkt der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft
262. Sitzung des Wirtschaftsausschusses für Außenhandelsfragen
mehr
Evaluation der EU-Dual-Use-Verordnung
BGA fordert EU-einheitliche Durchsetzung vor weiteren Änderungen
mehr
Handelspolitik, wirtschaftliche Sicherheit und Vertrauen im Fokus
TBI Transatlantic Dialogue 2026
mehr
Irischer Haushaltsvorschlag spart an Europas Zukunft
Er hält an neuen Unternehmensabgaben fest
mehr
Belastungsprogramm für den Mittelstand
Einkommensteuertarifreform
mehr
Wirtschaftssicherheit darf Wettbewerbsfähigkeit nicht schwächen
BGA warnt vor handelspolitischem Kurswechsel.
mehr
BGA warnt vor handelspolitischem Kurswechsel
Wer den Zugang zu wettbewerbsfähigen Vorprodukten verteuert oder beschränkt, schwächt auch unsere Exportwirtschaft.
mehr
Flexiblere Arbeitszeit – nicht mit der SPD-Basis
Eine langjährige BGA-Forderung
mehr
Erfolgreiches Sourcing braucht den Perspektivwechsel
Interview mit Dr. Julia Bellinghausen (IPD) & Marcus Schwenke (BGA e.V.)
mehr
Wirtschaftsforscher legen Herbstgutachten vor
Aufschwung mit Strukturproblemen
mehr
„REGELUNGEN ZU ELEKTRONISCHEN RECHNUNGEN AB 1. JANUAR 2027“
Workshop gemeinsam mit Deloitte
mehr
Mehr Planungssicherheit für die Infrastruktur
Stellungnahme des BGA zum Infrastrukturgesellschaftsfinanzierungsänderungsgesetz - Finanzierung der Autobahn GmbH
mehr
BGA-Unternehmertag 2026
Systemrelevant für Deutschlands Zukunft
mehr
State of the Union 2026
Mehr Wettbewerbsfähigkeit und neue internationale Partnerschaften
mehr
Veranstaltung zu EU-Mercosur
Vom politischen Rahmen zu konkreten Geschäftschancen
mehr
Arzneimittelversorgung braucht faire Regeln
PHAGRO-Vorsitzender Freitag formuliert Erwartungen des Pharmagroßhandels an Gesundheitsminister Linnemann.
mehr
Verbände fordern Senkung der Stromsteuer statt neuer Belastungen
Aus Sicht der Verbände wäre eine Verteuerung von Strom das falsche Signal.
mehr
Europas Wirtschaft stärken – jetzt müssen auf Worte Taten folgen
Unternehmen brauchen wieder mehr Freiraum für Investitionen und Wachstum.
mehr
Europas Wirtschaft stärken – jetzt müssen auf Worte Taten folgen
Europa braucht messbare Ergebnisse.
mehr
BGA-Unternehmertag: Großhandel mahnt vor Kanzler Merz Reformen für Mittelstand an
Unter dem Motto „Systemrelevant.“ hat der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) heute in Berlin seinen Unternehmertag veranstaltet.
mehr