Entlastungsprämie gestoppt
Es war der Aufreger der vergangenen Woche: Die von Bundesregierung und Bundestag beschlossene steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie fand am Freitag im Bundesrat überraschend keine Mehrheit. Entgegen der Ausschussempfehlung verweigerte der Bundesrat dem zugrunde liegenden Neunten Gesetz zur Änderung des Steuerberatungsgesetzes und zur Änderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften die Zustimmung. Weil es sich um ein zustimmungspflichtiges Gesetz handelt, konnte damit auch die geplante Entlastungsprämie für Beschäftigte in Höhe von 1.000 Euro nicht in Kraft treten.
Inzwischen ist klar: Die Entlastungsprämie wird nicht weiterverfolgt und ist damit vom Tisch. Die Regierungskoalition verzichtet auf eine Anrufung des Vermittlungsausschusses.
Die Entlastungsprämie sollte es Arbeitgebern ermöglichen, ihren Beschäftigten bis zum 30. Juni 2027 steuer- und abgabenfrei eine Prämie von bis zu 1.000 Euro auszuzahlen. Sie war Teil eines Maßnahmenpakets der Bundesregierung als Reaktion auf die finanziellen Belastungen der Bürger infolge des Irankriegs. Dazu gehörte auch der sogenannte „Tankrabatt“, den der Bundesrat bereits am 24. April 2026 in einer Sondersitzung gebilligt hatte.
Die Kritik der Länder richtete sich vor allem gegen die Kosten der Prämie und deren Verteilung. Die dadurch entstehenden Steuerausfälle hätten zu fast zwei Dritteln von Ländern und Kommunen getragen werden müssen. Die zur Gegenfinanzierung vorgesehene Erhöhung der Tabaksteuer wäre dagegen ausschließlich dem Bund zugutegekommen – ohne entsprechenden Ausgleich für Länder und Kommunen.
Aus Sicht des BGA ist es zu begrüßen, dass die Entlastungsprämie nun nicht weiterverfolgt wird. Der Vorschlag lief absehbar in die falsche Richtung, weil er die Verantwortung für staatlich gewünschte Entlastungen einseitig auf die Unternehmen verlagert hätte. Gerade in einer wirtschaftlich schwierigen Lage wären damit neue Erwartungen und zusätzlicher Druck auf die Arbeitgeber entstanden, ohne die strukturellen Probleme des Standorts Deutschland zu lösen.
Die Debatte zeigt erneut: Symbolpolitik ersetzt keine echte Wirtschaftspolitik. Unternehmen brauchen keine kurzfristigen Ankündigungen mit unklarer Finanzierung, sondern verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen, Wachstum und Beschäftigung. Künftige Vorschläge aus der Koalition müssen daher besser durchdacht sein und auf echte strukturelle Reformen setzen – etwa bei Steuern, Bürokratieabbau und Wettbewerbsfähigkeit –, statt neue Belastungen für Unternehmen zu schaffen.


Denis Henkel
Arbeits- und Sozialrecht + Berufsbildung
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
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denis.henkel@bga.de

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