CBAM-Ausweitung:
Die Weiterentwicklung des CO₂-Grenzausgleichssystems (CBAM) nimmt konkrete Formen an. Ein aktueller Bericht aus dem Europäischen Parlament zeigt klar: Der Anwendungsbereich soll ausgeweitet und das System deutlich verschärft werden. Künftig könnten auch nachgelagerte Produkte – etwa stahl- und aluminiumintensive Güter – einbezogen werden. Gleichzeitig sollen Anti-Umgehungsmaßnahmen massiv ausgebaut werden.
Das Ziel ist nachvollziehbar: CO₂-Kosten sollen nicht entlang der Wertschöpfungskette „verlagert“ werden, sondern tatsächlich Anreize zur Emissionsreduktion setzen. Auch gleiche Wettbewerbsbedingungen für europäische Hersteller und Importeure bleiben ein zentrales Leitprinzip.
Aus Sicht des Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) ist die Stoßrichtung jedoch ambivalent. Wir sehen die Gefahr, dass der CBAM zunehmend zu einem komplexen Handelsinstrument wird, dessen administrativer Aufwand für Unternehmen erheblich steigt. Bereits heute sind die Melde- und Nachweispflichten mehr als anspruchsvoll – eine Ausweitung auf weitere Produktgruppen und zusätzliche Kontrollmechanismen würde diese Belastung deutlich verschärfen.
Besonders kritisch ist der geplante Fokus auf Anti-Umgehungsmaßnahmen. Zwar ist es richtig, Missbrauch zu verhindern. Gleichzeitig droht jedoch eine Überregulierung: Immer detailliertere Nachweispflichten, strengere Klassifizierungsregeln und zusätzliche Eingriffsbefugnisse der EU-Kommission erhöhen die Unsicherheit und erschweren die praktische Umsetzung – insbesondere für mittelständische Unternehmen.
Hinzu kommt: Der CBAM entwickelt sich damit zunehmend von einem Klimaschutzinstrument zu einem handelspolitischen Steuerungsinstrument. Damit steigen nicht nur die Anforderungen an Unternehmen, sondern auch die Risiken für internationale Handelsbeziehungen. Ohne praktikable Regeln, internationale Abstimmung und verlässliche Verfahren drohen Wettbewerbsnachteile für europäische Unternehmen.
Die Kernforderung des BGA ist damit klar: Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise käme eine Ausweitung zur Unzeit. Ein Stop the Clock-Verfahren ist geboten.


Alexander Hoeckle
Abteilungsleiter Außenwirtschaft + Zoll
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 565
alexander.hoeckle@bga.de

Europäische Einigung ist wichtiges Signal
Europa gewinnt dadurch an Glaubwürdigkeit und kann zugleich mit Nachdruck darauf pochen, dass auch die USA ihre Zusagen einhalten.
mehr
Angebot der Arbeitgeber in der Großhandels-Tarifrunde
Die Arbeitgeber sind einen deutlichen Schritt auf Gewerkschaft und Beschäftigte zugegangen
mehr
Engpässe im zweiten Halbjahr möglich
Umfrage des BGA zu den Auswirkungen der Sperrung der Straße von Hormus
mehr
Mehr Elan bei Reformen!
BGA-Steuerausschuss tagte am 11. Mai
mehr
Entlastungsprämie gestoppt
Nicht nur Unternehmen, sondern auch die Länder wollen sie nicht.
mehr
Strategische Verzahnung von Außenwirtschaftspolitik und Entwicklungszusammenarbeit
BGA und IPD beim Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Bundestag
mehr
BGA-Umfrage: Hormus-Krise lässt Preise steigen
Liquidität der Unternehmen sinkt, Engpässe möglich
mehr
EU-Mercosur-Abkommen: Vorläufige Anwendung ab 1. Mai 2026
Jetzt zählt die Umsetzung!
mehrBundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz
Das Bundeskabinett hat am 29. April 2026 den Entwurf eines Gesetzes zur GKV-Beitragssatzstabilisierung beschlossen.
mehr
Vom Marathon der Holzwürmer
BGA-Agrarausschuss tagt in Berlin
mehr
Aktuelle Herausforderungen in der Logistik
BGA-Verkehrsausschuss am 16. April 2026
mehr
CBAM-Ausweitung:
BGA fordert Verschiebung
mehr
Einladung zur diesjährigen Asien-Pazifik-Konferenz (APK) der Deutschen Wirtschaft
Seoul, Südkorea, 29. - 31.10.2026
mehr
DAHD-Seminar Kartellrechtliche Compliance
In Kooperation mit DAHD
mehr
Kleinster gemeinsamer Nenner ist zu wenig
Ergebnisse des Koalitionsausschusses sind enttäuschend
mehr
Tarifrunde im Groß- und Außenhandel startet
Verhandlungsauftakt im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld
mehr
BGA in Brüssel:
Großhandel zwischen Regulierung und Realität
mehr
Humanitäre Krise im Sudan
Verantwortung übernehmen – jetzt handeln
mehr
Forschungspreis der ForveG geht in die zweite Runde
Öffentliche Verleihung in Stuttgart
mehr
Drastische Abkühlung der Konjunktur in Deutschland
BMWK korrigiert positive Tendenzen vom Janhresanfang
mehr