Drastische Abkühlung der Konjunktur in Deutschland
„Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft hat sich im ersten Quartal deutlich abgeschwächt“, lautet zusammenfassend die Bewertung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland im April 2026. Nach den ersten drei Monaten des Jahres 2026 haben sich die Stimmung und die Erwartungen seitens der Unternehmen sowie der Verbraucher wieder eingetrübt, nachdem diese zu Beginn des Jahres noch erste Anzeichen einer Aufhellung gezeigt hatten. Mit dem Beginn des Iran-Krieges hat sich dieser Trend allerdings umgekehrt.
Der internationale Warenhandel entwickelt sich volatil, konnte aber zuletzt Zuwächse generieren. Im Januar ist der internationale Warenhandel um 2,0 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen, nachdem er im Dezember noch stagniert hatte. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index hat im Februar bei 144,8 Punkten stagniert. Die Aktivität in den europäischen Häfen hatte zwar zugenommen, allerdings aufgrund vorgezogener Geschäfte mit China, das aufgrund des Neujahrsfestes seine Aktivitäten reduziert hatte.
Die realen Umsätze im Einzelhandel sind im Februar um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldete der Einzelhandel im Januar ein reales Umsatzplus von 0,7 Prozent. Die Umfrageindikatoren für die Stimmung bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern trüben sich ein. Dies ist geprägt von abnehmenden Einkommenserwartungen aufgrund anziehender Verbraucherpreise, gekoppelt mit niedrigen Erwartungen an die Konjunktur.
Die Inflation stieg im März auf 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was einem deutlichen Monatsplus von 1,1 Prozent entspricht. Während die Kerninflation stabil bei 2,5 Prozent verharrte, beschleunigte sich die Teuerung bei Waren auf 2,3 Prozent; Dienstleistungen verharren bei 3,2 Prozent. Haupttreiber waren die Energiepreise, die aufgrund geopolitischer Spannungen im Nahen Osten um 7,2 Prozent nach oben schnellten. Rohöl notierte dabei teils über 100 US-Dollar pro Fass – deutlich über dem bisherigen Durchschnitt. Auch Gas verteuerte sich, während die Nahrungsmittelpreise mit 0,9 Prozent moderat blieben.
Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt zu Jahresbeginn weiterhin Stagnation: Die Arbeitslosigkeit bleibt unverändert, während Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung leicht zurückgehen, was auch den demografischen Wandel widerspiegelt. Eine Erholung sei in der ersten Jahreshälfte nicht mehr zu erwarten.
Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach Einschätzung des BGA in einer nicht enden wollenden Schwächephase. Auch für 2026 ist fraglich, ob es gelingt, das Ruder rumzureißen. Während die außerordentlichen geopolitischen Entwicklungen die Unternehmen massiv verunsichern, erfahren sie nach wie vor nur eine unzureichende Flankierung von Seiten der Bundesregierung. Die Trägheit, mutig effektive Reformen einzubringen, wird für die hier Ansässigen immer mehr zum Wettbewerbsnachteil. Insbesondere hemmen hohe Kosten und die überbordende Bürokratie die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Daher sind angebotsorientierte Reformen unabdinglich, damit Deutschland wieder eine Perspektive für Wachstum bekommt.
(Quelle: BMWK, Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im April 2026, Pressemitteilung vom 13. April 2026)


Michael Alber
Geschäftsführer
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