Keine Belebung im zweiten Quartal
Im zweiten Quartal 2025 zeichnet sich eine schwächere Dynamik ab, lautet zusammenfassend die Bewertung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland im Juli 2025. Das BMWE bewertet zwar das erste Quartal als Schritt in eine erfreuliche Richtung, hält aber zugleich fest, dass die positive Entwicklung im zweiten Quartal nicht fortgesetzt werden konnte. Ungeachtet der verbesserten Geschäftserwartungen seien Industrieproduktion und Auftragseingänge nach wie vor volatil. Der Außenhandel könne dies nicht auffangen, im Gegenteil: Aufgrund geopolitischer Risiken und der erratischen US-Zollpolitik im Besonderen trage der Außenhandel negativ zum Wirtschaftswachstum bei. Entsprechend komme die Schwäche der deutschen Wirtschaftsleistung im realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Ausdruck, das nach Einschätzung des BMWE im zweiten Quartal 2025 voraussichtlich nur knapp über 0 Prozent liegen wird. Die Inflation lag im Juni bei 2,0 Prozent.
Die Konjunkturindikatoren zeigen nach der Einschätzung des BMWE insgesamt ein ambivalentes Bild. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe stieg im Mai um 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und die Industrie konnte dabei ein Plus von 1,4 Prozent verbuchen. Die Produktion im Baugewerbe hingegen ist um 3,9 Prozent gefallen. Innerhalb der Industrie entwickelten sich die Wirtschaftszweige jedoch unterschiedlich: Produktionsausweitungen konnten bei der Herstellung pharmazeutischer Erzeugnissen (+10,0 Prozent) und Metallerzeugnisse (+0,6 Prozent) verzeichnet werden sowie in dem gewichtigen Bereich Kfz und Kfz-Teile (+4,9 Prozent). Hingegen wurde die Produktion in den Wirtschaftszweigen chemische Erzeugnisse (-3,8 Prozent), bei elektrischen Ausrüstungen (-3,1 Prozent) und im Maschinenbau (-0,4 Prozent) gedrosselt.
Der weltweite Güterhandel hat im April im Vormonatsvergleich um 1,4 Prozent nachgelassen. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag er mit 3,8 Prozent im Plus. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index ist von 137,9 auf 138,3 Punkte gestiegen. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe sind im Mai gegenüber dem Vormonat um 1,4 Prozent zurückgegangen. Während die inländischen Kunden ihre Aufträge mit einem Minus von 7,8 Prozent spürbar kürzten, nahm die Nachfrage aus dem Ausland um 2,9 Prozent zu. Bereinigt um Großaufträge nahmen die Ordereingänge insgesamt gegenüber dem Vormonat um 3,1 Prozent ab.
Der BGA bleibt angesichts der schwachen und uneinheitlichen Entwicklung weiterhin verhalten in seiner Einschätzung der weiteren Entwicklung. Zwar berichten seit Beginn des Jahres verschiedene Wirtschaftsinstitute von gestiegenen Geschäftserwartungen, doch diese spiegeln sich bislang nicht in einer spürbaren wirtschaftlichen Belebung wider. Deutschland befindet sich wirtschaftlich in einer zementierten Seitwärtsbewegung. Zugleich steht der Standort Deutschland massiv unter Wettbewerbsdruck. Die Bundesregierung muss nach den ersten Schritten zur Stärkung von Unternehmensinvestitionen und Investitionen in die Infrastruktur die überbordende und lähmende Bürokratie gezielt, entschlossen und umfassend abbauen und bei den Entlastungen Wort halten: Unternehmen und Beschäftigte müssen bei Steuern und Abgaben sowie Kosten entlastet werden.
(Quelle: BMWE, Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juli 2025, Pressemitteilung vom 14. Juli 2025)


Michael Alber
Geschäftsführer
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 571
michael.alber@bga.de

BGA-Großhandelsumfrage: Bundesregierung muss auf Reformkurs bleiben
Leichter Aufschwung bedeutet keine Wende.
mehr
Erfolgreiches Sourcing braucht den Perspektivwechsel
Interview mit Dr. Julia Bellinghausen (IPD) & Marcus Schwenke (BGA e.V.)
mehr
Wirtschaftsforscher legen Herbstgutachten vor
Aufschwung mit Strukturproblemen
mehr
„REGELUNGEN ZU ELEKTRONISCHEN RECHNUNGEN AB 1. JANUAR 2027“
Workshop gemeinsam mit Deloitte
mehr
Mehr Planungssicherheit für die Infrastruktur
Stellungnahme des BGA zum Infrastrukturgesellschaftsfinanzierungsänderungsgesetz - Finanzierung der Autobahn GmbH
mehr
BGA-Unternehmertag 2026
Systemrelevant für Deutschlands Zukunft
mehr
State of the Union 2026
Mehr Wettbewerbsfähigkeit und neue internationale Partnerschaften
mehr
Veranstaltung zu EU-Mercosur
Vom politischen Rahmen zu konkreten Geschäftschancen
mehr
Arzneimittelversorgung braucht faire Regeln
PHAGRO-Vorsitzender Freitag formuliert Erwartungen des Pharmagroßhandels an Gesundheitsminister Linnemann.
mehr
Verbände fordern Senkung der Stromsteuer statt neuer Belastungen
Aus Sicht der Verbände wäre eine Verteuerung von Strom das falsche Signal.
mehr
Europas Wirtschaft stärken – jetzt müssen auf Worte Taten folgen
Unternehmen brauchen wieder mehr Freiraum für Investitionen und Wachstum.
mehr
Europas Wirtschaft stärken – jetzt müssen auf Worte Taten folgen
Europa braucht messbare Ergebnisse.
mehr
BGA-Unternehmertag: Großhandel mahnt vor Kanzler Merz Reformen für Mittelstand an
Unter dem Motto „Systemrelevant.“ hat der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) heute in Berlin seinen Unternehmertag veranstaltet.
mehr
BGA-Unternehmertag 2026
Unter dem Motto "Systemrelevant." begrüßen wir am 15. September unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz. Seien Sie dabei.
mehr
Neue Belastungen statt echter Entlastung
BGA kritisiert Steuerreform
mehr
Ananas, Süßkartoffeln, Software, Biokohle – und ein Kindergarten.
Erfolgreiche Fortschrittsprüfung bei PartnerAfrica-Projekt des BGA in Ghana
mehr
Datenkooperation und Data Spaces entlang von Lieferketten
BGA, Ferdinand Steinbeis Institut und Universität Ulm starten Kooperationsprojekt
mehr
22. Sanktionspaket in Vorbereitung:
EU will Druck auf Russland weiter erhöhen
mehr
BGHW startet Initiative für mehr Wertschätzung im Arbeitsalltag
Freundlichkeit und Respekt sind wichtige Voraussetzungen für ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld.
mehr
Verschenkte Chance statt Reform
Weder Wachstum noch Entlastung.
mehr