Fortschritt bei der Rente, Beitragssenkung bleibt aus
"Das ist ein mutiger, erster Schritt und weist in die richtige Richtung - auch wenn er mit neuen Belastungen für die Unternehmen einherkommt. Ich hätte mir auch noch eine ganze Reihe weitergehender Maßnahmen vorstellen können. Aber es ist gut, dass die Regierungsparteien in dieser zentralen Zukunftsfrage einen Kompromiss gefunden haben. Die Abschaffung der Rente mit 63 war überfällig, ebenso wie die Anpassung des Renteneintrittsalters an das gestiegene Lebensalter. Wichtig aber wäre gewesen, den Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge nicht nur zu bremsen, sondern die Beiträge zu senken. Dieses Signal bleibt der Kommission leider schuldig", kommentiert Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) die bekannt gewordenen Vorschläge der Rentenkommission.
Jandura weiter: „Die Vorschläge enthalten zugleich Maßnahmen, die für die Arbeitgeberseite mit zusätzlichen Belastungen verbunden sind und die wir nicht uneingeschränkt begrüßen. Dennoch sind wir bereit, unseren Beitrag zu leisten. Der Groß- und Außenhandel trägt Verantwortung für die Zukunft unseres Landes. Deshalb unterstützen wir einen ausgewogenen Reformprozess, auch wenn er für alle Beteiligten Zugeständnisse erfordert. Daran sollten sich auch die Gewerkschaften orientieren. Die ständige Blockadehaltung gegenüber jeder Veränderung des Status Quo ist weder angemessen noch gerechtfertigt."
„Bedauerlich ist allerdings, dass die Kommission keine Rückführung beziehungsweise Kürzung der Mütterrente vorsieht. Angesichts der finanziellen Herausforderungen unseres Rentensystems wäre eine kritische Überprüfung dieser Subvention notwendig gewesen. Die Rentenreform kann nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn sie nicht einseitig über höhere Beiträge finanziert wird. Genau hier bleibt das Paket hinter den Erwartungen zurück. Ohne eine wirksame Begrenzung der Sozialversicherungsbeiträge wächst die Belastung für Unternehmen und Beschäftigte weiter und schwächt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unseres Landes“, schließt Jandura.
22. Juni 2026


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