Mercosur: Chance verpasst
„Wann versteht Europa, was hier auf dem Spiel steht? Es ist die falsche Zeit für Symbolik und Ränkespiele. Seit 1999 wird über dieses Abkommen verhandelt und dennoch droht es erneut in einer Endlosschleife zu verharren oder am Ende ganz zu scheitern. Die EU muss endlich aufwachen und alles daransetzen, dass das Mercosur-Abkommen im Januar abgeschlossen wird. Wir haben eine große Chance nach mehr Diversifizierung und Resilienz verpasst. Nach einem Jahr voller schlechter wirtschaftlicher Nachrichten hätte dieses Abkommen ein dringend benötigtes positives Signal sein können“, fordert Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), anlässlich der Verschiebung von Mercosur.
Jandura weiter: „Das Abkommen steht für eine wirtschaftlich wie politisch richtungsweisende Entscheidung. In einer Zeit zunehmender globaler Unsicherheiten eröffnet die neue Handelszone Europa und Deutschland zusätzliche Wachstumsperspektiven und hilft zugleich, bestehende Abhängigkeiten von einzelnen Handelspartnern zu reduzieren. Experten rechnen damit, dass die EU-Exporte bis 2040 um bis zu 39 Prozent steigen könnten.“
Europa braucht mehr Einigkeit. Nach Jahren intensiver Verhandlungen über Einzelinteressen und nationale Befindlichkeiten würde ein Scheitern dieses Abkommens die Handlungsfähigkeit der Europäischen Union massiv infrage stellen. Europa liefe Gefahr, international an Glaubwürdigkeit zu verlieren und sich selbst zu schwächen. Das Abkommen ist damit weit mehr als ein handelspolitisches Projekt, es ist ein richtungsweisender Prüfstein für die Verlässlichkeit europäischer Entscheidungen und für die Rolle Europas in einer zunehmend fragmentierten Welt,“ so Jandura abschließend.


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