Direktverrechnung bei der Einfuhrumsatzsteuer
Der BGA drängt die Bundesregierung auf eine schnelle Einführung der Direktverrechnung bei der Einfuhrumsatzsteuer. In einem Schreiben an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sowie weitere Mitglieder der Bundesregierung hat BGA-Präsident Dr. Dirk Jandura erneut deutlich gemacht: Wer den Standort Deutschland stärken will, muss Unternehmen endlich von unnötiger Bürokratie und Liquiditätsbelastungen entlasten. Gerade in Zeiten wachsender Kosten und geopolitischer Unsicherheiten sind funktionierende und wettbewerbsfähige Importprozesse für die deutsche Wirtschaft entscheidend.
Hintergrund ist die im Koalitionsvertrag angekündigte Direktverrechnung von Einfuhrumsatzsteuer und Vorsteuerabzug, deren Umsetzung bislang auf sich warten lässt. Deutschland steht hier im europäischen Vergleich weiterhin im Nachteil. Dabei zeigen die Zahlen die enorme Bedeutung der Importe für den Standort: 2025 stiegen die Einfuhren nach Deutschland laut Statistischem Bundesamt um 4,4 Prozent auf 1.367 Milliarden Euro, fast die Hälfte davon stammt aus Drittstaaten. Der Großteil dieser Importe wird von wenigen großen Unternehmen abgewickelt, die besonders stark von der derzeitigen Liquiditätsbelastung betroffen sind.
Der BGA betont zudem, dass eine digitale Zollabwicklung ein wichtiger Schritt hin zu einer praktikablen Direktverrechnung wäre – auch im Interesse des Staates. Denn gerade im B2B-Handel lassen sich transparente und digital nachvollziehbare Verfahren etablieren, die gleichzeitig Bürokratie abbauen und Umsatzsteuerbetrug wirksam bekämpfen können.
Um den Druck zu erhöhen, hat sich der BGA mit weiteren Schreiben auch direkt an Bundeskanzler Friedrich Merz, Kanzleramtsminister Thorsten Frei sowie führende Vertreter der Regierungsfraktionen gewandt. Die Botschaft ist klar: Die zugesagte Reform muss jetzt kommen, damit Deutschland im internationalen Wettbewerb nicht weiter an Boden verliert.


Michael Alber
Geschäftsführer
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 571
michael.alber@bga.de

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