Großhandel in Deutschland - eine unterschätze Wirtschaftsgröße

Welche Bedeutung hat der Großhandel für die deutsche Wirtschaft und vor welchen Herausforderungen steht die Branche? Diesen Fragen geht eine gemeinsame Studie des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) nach. Sie zeichnet ein umfassendes Bild der wirtschaftlichen Bedeutung, der Strukturen und der Leistungsfähigkeit des Großhandels. Gleichzeitig beleuchtet sie aktuelle Entwicklungen, den tiefgreifenden Strukturwandel und die Zukunftsperspektiven der Branche. Ziel ist es, die häufig unterschätzte Rolle des Großhandels sichtbar zu machen und eine fundierte Grundlage für die wirtschaftspolitische Diskussion zu schaffen.

 

Hier finden Sie die gesamte Studie zum Dowload.

 

 

Tag 1: Der Großhandel ist Infrastruktur

Wenn in Deutschland über Infrastruktur gesprochen wird, denken viele an Straßen, Schienen oder Stromnetze.

Dabei gibt es eine weitere Infrastruktur, ohne die keine Lieferkette funktioniert: den Großhandel.

89,5 % der befragten Unternehmen bewerten die warenbezogene Funktion des Großhandels als wichtig oder sehr wichtig. Der Großhandel organisiert Warenströme, bündelt Nachfrage, hält Sortimente vor und macht Versorgung überhaupt erst skalierbar. 

Der Großhandel ist nicht nur eine Zwischenstufe.

Er ist die Infrastruktur zwischen Produktion und Markt.

 

#Großhandel #Lieferketten #Wirtschaft #Mittelstand

 

 

Tag 2: Der Großhandel sichert Deutschlands Versorgung

Der Großhandel erwirtschaftet rund 14 % des Umsatzes der deutschen Wirtschaft.

Bei den Importen liegt sein Anteil jedoch bei mehr als 25 %.

Das zeigt:

Der Großhandel ist weit mehr als ein Handelssektor. Er ist die Beschaffungsorganisation der deutschen Wirtschaft.

92 % der Großhändler kaufen im Ausland ein und erschließen damit Weltmärkte insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. 

Wer über Versorgungssicherheit spricht, sollte deshalb auch über den Großhandel sprechen.

 

#Außenhandel #Mittelstand #Lieferketten #Großhandel

 

Tag 3: Der Großhandel finanziert Wertschöpfung

Eine der überraschendsten Erkenntnisse unserer Studie:

Der Großhandel ist einer der größten stillen Finanzierer der deutschen Wirtschaft.

106,7 Milliarden Euro Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stehen in den Büchern der Branche. Das entspricht 18,5 % aller kurzfristigen Lieferantenkredite in Deutschland. 

Der Großhandel liefert also nicht nur Waren.

Er verschafft Kunden Liquidität, überbrückt Zahlungsziele und stabilisiert ganze Wertschöpfungsketten.

Über diese Funktion wird selten gesprochen.

Dabei wäre ohne sie vieles in der Wirtschaft deutlich schwieriger.

 

#Finanzierung #Mittelstand #Liquidität #Großhandel

 

Tag 4: Das Scharnier der Wertschöpfung

Wenn der Großhandel wächst, wächst nicht nur der Großhandel.

Die Studie zeigt: Steigt die Bruttowertschöpfung des Großhandels um einen Euro, entsteht in anderen Branchen nochmals etwa ein Euro zusätzliche Wertschöpfung. 

Der Grund ist einfach:

Der Großhandel verbindet Hersteller, Logistik, Handwerk, Industrie und Handel. Er sorgt dafür, dass Waren, Informationen und Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette fließen.

Deshalb ist der Großhandel kein Randbereich der Wirtschaft.

Er ist ihr Scharnier.

Wer Wachstum will, muss die Bedingungen für den Großhandel verbessern.

 

#Wertschöpfung #Mittelstand #Wirtschaft #Großhandel

 

Tag 5: Der Mittelstand im Großhandel steht unter Druck

Der Strukturwandel im Großhandel verläuft leise.

Aber er ist tiefgreifend.

Seit 2018 ist die Zahl der Großhandelsunternehmen um 12 % zurückgegangen. Gleichzeitig liegt die Schließungsrate über der Gründungsrate. 

Besonders bemerkenswert:

Der Großhandel ist deutlich mittelständischer geprägt als die Gesamtwirtschaft. 70 % des Umsatzes und 78 % der Beschäftigten entfallen auf Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten. 

Viele dieser Unternehmen stehen aktuell unter erheblichem Druck.

Wer den Mittelstand stärken will, darf den Großhandel nicht vergessen.

 

#Mittelstand #Transformation #Wirtschaft #Großhandel

 

Ihre Ansprechpartnerinnen

Iris von Rottenburg

Abteilungsleiterin Kommunikation

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Frederike Röseler

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