05.02.2026

„Weckruf zur Bekämpfung des Fahrermangels im Straßengüterverkehr“

Bereits 2018 hat die Verbändeinitiative zum Lkw-Fahrermangel mit einem Fünf-Punkte-Plan auf drohende Logistikengpässe und den zunehmenden Fahrermangel im Straßengüterverkehr hingewiesen. Die damalige Prognose von rund 40.000 fehlenden Berufskraftfahrern ist inzwischen deutlich übertroffen: Heute fehlen in Deutschland mehr als 70.000 Fahrer – mit weiter steigender Tendenz. Auch der europäische Markt kann kaum Entlastung bieten.

Der demografische Wandel verschärft die Lage zusätzlich. Rund ein Drittel der Fahrer ist älter als 55 Jahre, jährlich gehen bis zu 35.000 in den Ruhestand, während nur 15.000 bis 20.000 neue Berufseinsteiger hinzukommen. Dabei bleibt der Lkw unverzichtbar: Über 70 Prozent der Güterverkehrsleistung in Deutschland werden auf der Straße erbracht. Störungen im Straßengüterverkehr gefährden daher unmittelbar Lieferketten, Wertschöpfung und Versorgungssicherheit.

Gleichzeitig ist das Verlagerungspotenzial auf die Schiene begrenzt. Wo es möglich ist, wird die Bahn bereits genutzt. Häufig stehen jedoch kurze und dezentrale Transportstrecken, fehlende Infrastruktur, mangelnde Verzahnung der Verkehrsträger, unzureichende Zuverlässigkeit, wirtschaftliche Nachteile oder Zeitdruck einer Verlagerung entgegen.

Vor diesem Hintergrund erinnert die Verbändeinitiative mit einem aktualisierten Positionspapier an den Fünf-Punkte-Plan und betont: Dem Fahrermangel kann nur mit aufeinander abgestimmten, langfristig wirkenden Maßnahmen begegnet werden. Dafür braucht es ein politisch koordiniertes Vorgehen.

Im Fokus stehen drei zentrale Handlungsfelder: Erstens die Erhöhung der Attraktivität des Fahrerberufs durch bessere Arbeitsbedingungen, eine leistungsfähige Infrastruktur, ausreichende Lkw-Stellplätze sowie verlässlichere Arbeitszeiten. Zweitens die Modernisierung von Ausbildung und Qualifizierung hin zu praxisnahen, zeitgemäßen und bezahlbaren Modellen, die den Berufsalltag realistisch abbilden. Drittens ein entschlossener Abbau von Bürokratie. Insbesondere die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen und Nicht-EU-Fahrerlaubnisse muss vereinfacht und die Zuwanderung aus Drittstaaten in den Fahrerarbeitsmarkt deutlich erleichtert werden.

Gemeinsam mit zehn weiteren Verbänden setzt sich der BGA dafür ein, dass die Vorschläge umgesetzt werden.

Das Positionspapier finden Sie hier.
 

Lena Schlett
Abteilungsleiterin Verkehr + Logistik
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
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lena.schlett@bga.de