09.06.2026

Außenhandel bleibt anfällig

„Die aktuellen Außenhandelsdaten zeigen eine klare Verschiebung der Wachstumsdynamik. Während die Exporte in wichtige Drittstaaten – insbesondere in die USA – zwar weiterhin unter dem Vorjahresniveau liegen, werden diese Rückgänge im April durch die Entwicklung innerhalb Europas mehr als kompensiert. Der europäische Binnenmarkt erweist sich damit erneut als wichtigster Stabilitätsanker der deutschen Exportwirtschaft. Gleichzeitig ist es ein Warnsignal, dass die Importe deutlich stärker wachsen als die Exporte und der Handelsüberschuss. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern, brauchen Unternehmen wettbewerbsfähige Energiepreise, schnellere Verfahren und weniger Bürokratie. Nur so kann die Exportwirtschaft ihre Stärke dauerhaft verbessern“, erklärt Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) zu den heute veröffentlichten deutschen Außenhandelszahlen.

Jandura weiter: „Sowohl die Zuwächse innerhalb der Eurozone aber auch im übrigen europäischen Handel zeigen, dass die Nachfrage im unmittelbaren Umfeld entscheidend zur Stützung der Gesamtexporte beiträgt. Gleichzeitig wird deutlich, dass einzelne Fernmärkte derzeit keine Dynamik entfalten und regionale Unterschiede stärker ins Gewicht fallen. Für die Exportentwicklung insgesamt bleibt damit weniger die Entwicklung einzelner Märkte ausschlaggebend als die robuste Breite der europäischen Nachfragebasis.“

„Die Entwicklung im Außenhandel bestätigt die hohe Bedeutung eines regelbasierten, offenen Welthandels für Deutschland und Europa. Gleichzeitig muss sehr sorgfältig unterschieden werden zwischen tatsächlichen unfairen Handelspraktiken und legitimen Wettbewerbsvorteilen im internationalen Vergleich. Handelspolitische Schutzinstrumente dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn Dumping, Subventionen oder Umgehungstatbestände eindeutig und belastbar nachgewiesen sind. Eine Ausweitung protektionistischer Ansätze oder eine Vermischung von Strukturproblemen mit handelspolitischen Verzerrungen schaden langfristig mehr als dass sie nutzen. Für eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Deutschland bleibt entscheidend, dass Wettbewerbsfähigkeit primär im Inland entsteht – durch Innovation, Investitionen und verlässliche Standortbedingungen – und nicht durch die Verengung internationaler Märkte", so der Außenhandelspräsident abschließend.

Im April 2026 sind die deutschen Exporte gegenüber März 2026 kalender- und saisonbereinigt um 0,9 % und die Importe um 1,2 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 nahmen die Exporte um 3,6 % und die Importe um 6,2 % zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt.
 

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