Außenhandel bleibt anfällig
„Die aktuellen Außenhandelsdaten zeigen eine klare Verschiebung der Wachstumsdynamik. Während die Exporte in wichtige Drittstaaten – insbesondere in die USA – zwar weiterhin unter dem Vorjahresniveau liegen, werden diese Rückgänge im April durch die Entwicklung innerhalb Europas mehr als kompensiert. Der europäische Binnenmarkt erweist sich damit erneut als wichtigster Stabilitätsanker der deutschen Exportwirtschaft. Gleichzeitig ist es ein Warnsignal, dass die Importe deutlich stärker wachsen als die Exporte und der Handelsüberschuss. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern, brauchen Unternehmen wettbewerbsfähige Energiepreise, schnellere Verfahren und weniger Bürokratie. Nur so kann die Exportwirtschaft ihre Stärke dauerhaft verbessern“, erklärt Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) zu den heute veröffentlichten deutschen Außenhandelszahlen.
Jandura weiter: „Sowohl die Zuwächse innerhalb der Eurozone aber auch im übrigen europäischen Handel zeigen, dass die Nachfrage im unmittelbaren Umfeld entscheidend zur Stützung der Gesamtexporte beiträgt. Gleichzeitig wird deutlich, dass einzelne Fernmärkte derzeit keine Dynamik entfalten und regionale Unterschiede stärker ins Gewicht fallen. Für die Exportentwicklung insgesamt bleibt damit weniger die Entwicklung einzelner Märkte ausschlaggebend als die robuste Breite der europäischen Nachfragebasis.“
„Die Entwicklung im Außenhandel bestätigt die hohe Bedeutung eines regelbasierten, offenen Welthandels für Deutschland und Europa. Gleichzeitig muss sehr sorgfältig unterschieden werden zwischen tatsächlichen unfairen Handelspraktiken und legitimen Wettbewerbsvorteilen im internationalen Vergleich. Handelspolitische Schutzinstrumente dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn Dumping, Subventionen oder Umgehungstatbestände eindeutig und belastbar nachgewiesen sind. Eine Ausweitung protektionistischer Ansätze oder eine Vermischung von Strukturproblemen mit handelspolitischen Verzerrungen schaden langfristig mehr als dass sie nutzen. Für eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Deutschland bleibt entscheidend, dass Wettbewerbsfähigkeit primär im Inland entsteht – durch Innovation, Investitionen und verlässliche Standortbedingungen – und nicht durch die Verengung internationaler Märkte", so der Außenhandelspräsident abschließend.
Im April 2026 sind die deutschen Exporte gegenüber März 2026 kalender- und saisonbereinigt um 0,9 % und die Importe um 1,2 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 nahmen die Exporte um 3,6 % und die Importe um 6,2 % zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt.


Iris von Rottenburg
Abteilungsleiterin Kommunikation
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
+49 176 60430941
iris.vonrottenburg@bga.de

Frederike Röseler
Pressesprecherin
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
+49 178 276 6013
frederike.roeseler@bga.de

Die Sozialpartner müssen Verantwortung übernehmen
Die wirtschaftliche Lage des Landes ist zu ernst, um weiter ideologische Grabenkämpfe zu führen.
mehr
Außenhandel bleibt anfällig
Der europäische Binnenmarkt erweist sich damit erneut als wichtigster Stabilitätsanker der deutschen Exportwirtschaft.
mehr
Sozialabgaben geraten außer Kontrolle
BGA zum Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsweisen
mehr
BGA zur China-Reise von Ministerin Reiche:
Starkes und notwendiges Signal
mehr
Handelsabkommen mit Mexico erneuert
Mexico zählt zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands
mehr
Großhandel schlägt Alarm aufgrund dramatischer Wirtschaftszahlen
Bundesregierung muss wirtschaftliche Realität anerkennen
mehr
Europäische Einigung ist wichtiges Signal
Europa gewinnt dadurch an Glaubwürdigkeit und kann zugleich mit Nachdruck darauf pochen, dass auch die USA ihre Zusagen einhalten.
mehr
Angebot der Arbeitgeber in der Großhandels-Tarifrunde
Die Arbeitgeber sind einen deutlichen Schritt auf Gewerkschaft und Beschäftigte zugegangen
mehr
BGA-Umfrage: Hormus-Krise lässt Preise steigen
Liquidität der Unternehmen sinkt, Engpässe möglich
mehr
Außenhandel unter Druck: Wettbewerbsfähigkeit schwindet
Handelsabkommen mit USA abschließen.
mehr
Ein Jahr Bunderegierung
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine Lücke
mehr
Macht endlich den Weg für Reformen frei!
Diese Frühjahrsprognose ist dramatisch.
mehr
Tarifrunde im Groß- und Außenhandel vertagt
Die Gespräche waren der Auftakt für die bundesweiten, regional geführten Tarifverhandlungen.
mehr
Worte reichen nicht mehr – wir fordern Taten
Gemeinsame Erklärung der Wirtschaftsverbände BGA, BFB, HDE und ZGV zur Steuerdebatte
mehr
Stimmung im Export: Eine Atempause, aber keine Trendwende
Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten verschärfen die Lage zusätzlich erheblich.
mehr
Waffenruhe in Iran bedeutet dringend benötigte Entspannung
Auwirkungen des Krieges werden spürbar bleiben
mehr
Wachstumseinbruch erhöht Reformdruck
Arbeitskosten sind bereits heute das größte Geschäftsrisiko.
mehr
Lohnzusatzkosten dürfen nicht weiter steigen
Arbeitskosten sind bereits heute das größte Geschäftsrisiko.
mehr
Richtige Diagnose – aber widersprüchliche Therapie
Umso irritierender ist es, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen häufig nicht dazu passen.
mehr
Europa muss offen bleiben und sich behaupten
Gleichzeitig muss die Europäische Union das Heft des Handelns in der Hand behalten.
mehr