Deutscher Export: Von Trendwende kann keine Rede sein
„Die Entwicklung im Mai ist zunächst eine gute Nachricht. Ein genauer Blick zeigt jedoch: Von einer Trendwende kann noch keine Rede sein. Die Welt kauft weiterhin deutsche Produkte. Doch der Welthandel wird volatiler, politischer und härter umkämpft. Absatzmärkte müssen breiter diversifiziert, Lieferketten widerstandsfähiger und neue Handelsabkommen konsequent genutzt werden. Deutschland braucht dafür eine langfristige Handelsstrategie, die neue Märkte erschließt, bestehende Partnerschaften stärkt und die internationale Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts nachhaltig sichert“, fordert Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), zu den heute von Destatis veröffentlichten Außenhandelszahlen.
Jandura weiter: „Deshalb entscheidet der Standort Deutschland mehr denn je über den Erfolg im Export. Wer international erfolgreich exportieren will, muss auch international wettbewerbsfähig produzieren können. Hohe Energiekosten, langwierige Genehmigungsverfahren, überbordende Regulierung und eine schleppende Digitalisierung wirken wie eine Exportbremse – lange bevor ein Produkt überhaupt die Grenze überschreitet. Außenhandelspolitik und Standortpolitik lassen sich heute nicht mehr voneinander trennen.“
„Der Anstieg der Ausfuhren und der höhere Handelsüberschuss zeigen, dass deutsche Unternehmen auf den Weltmärkten weiterhin wettbewerbsfähig sind. Die Impulse kommen derzeit vor allem aus Drittstaaten. Insbesondere die Vereinigten Staaten haben nach mehreren schwachen Monaten erheblich zum Exportanstieg beigetragen. Das spricht eher für Nachhol- und Vorzieheffekte sowie einzelne Großaufträge als für eine nachhaltige Erholung des Welthandels. Entscheidend bleibt der langfristige Trend: Europa schwächelt, die Dynamik verlagert sich auf einzelne Drittmärkte, während geopolitische Risiken und handelspolitische Eingriffe weiter zunehmen“, so Jandura abschließend.
Im Mai 2026 sind die deutschen Exporte gegenüber April 2026 kalender- und saisonbereinigt um 0,9 % gestiegen und die Importe um 2,5 % gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 nahmen die Exporte um 6,1 % und die Importe um 6,9 % zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt.
9. Juli 2026


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