22.05.2026

EUDR: Diskussionen zum Vereinfachungspaket und aktueller Stand des EU-Informationssystems

Die Europäische Kommission führt regelmäßig ein sog. Multi-Stakeholder-Plattform-Meeting zur Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) durch. Im Mittelpunkt des letzten Treffens am 8. Mai 2026 stand das Ende April veröffentlichte Vereinfachungspaket der Kommission. Auch unser europäischer Dachverband EuroCommerce nahm an der Sitzung teil.

Insgesamt äußerten zahlreiche Stakeholder, dass die Erwartungen an das Vereinfachungspaket höher gewesen seien. Sowohl Vertreter aus der EU als auch aus Drittstaaten kritisierten insbesondere das Benchmarking-System der EUDR, da dieses weiterhin keine Kategorie für „Null-Risiko-Länder“ vorsieht.

Auch zum Stand des EU-Informationssystems („TRACES“) informierte die Kommission. Aufgrund laufender Überarbeitungen ist das System seit dem 16. Februar 2026 nicht erreichbar. Marktbeteiligte, die eine Sorgfaltserklärung abgeben müssen, sollen dies voraussichtlich erst nach Abschluss der laufenden Revision wieder tun können. Anschließend soll die Plattform erneut freigeschaltet werden.

Im Zuge der Überarbeitung wird das Informationssystem um zusätzliche Funktionen erweitert. Geplant ist unter anderem ein Verzeichnis nationaler Rechtsvorschriften aller betroffenen Länder, um Unternehmen die Prüfung der Compliance-Anforderungen zu erleichtern.

Die Kommission nannte zudem einen vorläufigen Zeitplan für die weitere Umsetzung:

  • Veröffentlichung der technischen Spezifikationen für die API-Schnittstelle: Mai 2026
  • Wiederzugang zum Informationssystem: ab Juni 2026
  • Einführung zusätzlicher Funktionen: schrittweise im Laufe des Sommers 2026


Darüber hinaus wurde auf den delegierten Rechtsakt zum Anwendungsbereich der EUDR hingewiesen. Für einzelne Produktkategorien wurde der Geltungsbereich bereits reduziert. Wie bereits mitgeteilt, läuft derzeit die öffentliche Konsultation („Call for Feedback“) zu diesem delegierten Rechtsakt noch bis zum 1. Juni 2026. Die Europäische Kommission bittet interessierte Stakeholder ausdrücklich darum, ihre Stellungnahmen und Anmerkungen im Rahmen dieser Konsultation einzubringen.

Bei Rückfragen melden Sie sich gerne bei Vanessa Kassem (vanessa.kassem@bga.de).