CSRD-Berichterstattung soll vereinfacht werden
Der Dialogprozess „Mittelstand, Klimaschutz und Transformation“ ist in der zweiten Halbzeit angekommen. Seit zwei Jahren diskutieren in dieser Plattform Verbände mit Staatssekretär Michael Kellner über den Weg zu einer klimafreundlichen Transformation der Wirtschaft.
In den bisherigen Sitzungen waren jeweils mehr als 50 Verbände involviert, auch der BGA. Am Ende wird unter anderem eine schriftliche Bilanz der Gespräche stehen. Die vorgelegte Zwischenbilanz wurde durchaus unterschiedlich bewertet. Dabei adressierte auch der BGA die hohen Energiepreise für das nicht-produzierende Gewerbe, die Fachkräfteproblematik und die enormen bürokratischen Belastungen, die immer weiter ausufern. Dies auch durch die EU getrieben, meist mit deutscher Zustimmung. Themen, die zwar in der Zwischenbilanz angesprochen werden, aber noch immer unzureichend gelöst bleiben.
Umso mehr begrüßten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Aussagen des Ministeriums, dass der Bürokratieabbau eines der wirtschaftspolitischen Top-Themen der Regierung sei. Die „umfangreicheren Berichts- und Dokumentationspflichten werden zu Recht kritisiert“, so Kellner. Fraglich bleibt dabei für die Wirtschaft, ob sich diese Erkenntnis einerseits ressortübergreifend durchsetzt, anderseits sich tatsächlich im politischen Alltag verfängt.
Mit einer Überraschung startete die Stellvertretende Vorsitzende des Rats für Nachhaltige Entwicklung, Gunda Röstel. Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex soll zu einem digitalen Unterstützungsinstrument für die Berichterstattung nach der CSRD weiterentwickelt werden. Dabei soll es ein einfach zu handhabendes Modul für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) geben, das auf dem VSME-Standard (Voluntary SME-Standard) basiert. Verbunden werden soll dies u. a. mit Schulungsangeboten und Leitfäden. Auch soll der DNK wird die Berichterstattung an Banken und andere Unternehmen genutzt werden können und damit zu einer zentralen Berichtseingabe führen. Das Projekt wird vom BMWK gefördert und soll für Unternehmen kostenlos sein.
Dennoch wird die Debatte um einen KMU-freundlichen Standard auf EU-Ebene weitergehen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die CSRD bei weitem nicht die einzige Regelung ist und in den letzten Monaten noch mehr „Bürokratiemonster“ beschlossen worden sind.


Dr. Andreas Rademachers
Leiter Politik + Strategie
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 551
andreas.rademachers@bga.de

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