BGA-Umweltausschuss: Bundeskabinett bringt Wasserstoffnetz auf den Weg
Eine breite Themenvielfalt wurde im BGA Umwelt- und Energieausschuss diskutiert. Mit Barbara Fischer, Geschäftsführerin des Verbands der Fernleitungsnetzbetreiber Gas, blickten die Ausschussmitglieder auf die Zukunft des Wasserstoffs in Deutschland. Sie stellte dar, dass im Mai dieses Jahres das Bundeskabinett den Aufbau eines Wasserstoffnetzes auf den Weg gebracht hat und die Fernleitungsnetzbetreiber mit Hochdruck daran arbeiten, dass der Aufbau der Infrastruktur bereits im kommenden Jahr beginnen kann. Dabei lag es in den Händen der FNB eine Netzplanung zu entwickeln, die die großen Verbrauchs- und Einspeisezentren verbindet und auf dann eine regionale und lokale Verteilung ermöglicht. Im ersten Schritt soll das Kernnetz eine Gesamtlänge von rund 11.200 km haben. Die Kosten sollen unter anderem über privatwirtschaftliche Investitionen, aber auch durch ein bundesweit einheitliches Hochlaufentgelt gedeckt werden, das dynamisch an die Marktentwicklungen angepasst werden kann. Es ist geplant, dass die Prüfung und Genehmigung des Netzes durch die Bundesnetzagentur im Frühjahr 2024 erfolgen kann, nachdem noch in diesem Jahr wichtige Gesetzliche Weichen gestellt werden.
Über die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie referierte Jens Loschwitz, Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft. Er ging dabei auch auf die Historie der aktuellen Debatte ein. Dabei hatte die Europäische Kommission in ihrer Kreislaufwirtschaftsstrategie deutlich gemacht, dass diese notwendig sei, um die Klimaneutralität 2050 zu erreichen. Da die Rohstoffverfügbarkeit immer mehr an ihre Grenzen stößt, soll ein Sekundärohstoffmarkt „Recycelt in der EU“ etabliert werden. Aber auch andere regulatorische Maßnahmen, wie der Europäische Rahmen zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen seien hier zu nennen. Gleichsam seien eine schnellere Digitalisierung und beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren unabdingbar. Er brachte eine gute Nachricht mit, dass es in den letzten Jahren eine deutliche Entkopplung von Wirtschaftsleistung und Abfallaufkommen in Deutschland gab. Abfallvermeidung spiele z.B. in der Automobilindustrie eine Rolle, vor allem kostengetrieben aber auch aufgrund eines immer stärker artikulierten Konsumentenbewusstseins.
Janis Wemhöner vom AGA Unternehmensverband stellte das Siegel "Zertifizierte Nachhaltigkeitsleistung“ vor. Der Verband unterstützt damit Unternehmen, ihren eigenen Standort bei der Nachhaltigkeit zu bestimmen, u.a. auf Grundlage des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes. Das Siegel wurde nicht nur mit wissenschaftlicher Unterstützung von Professor Stefan Müller der Helmut-Schmid-Universität Hamburg initiiert und weiterhin begleitet, auch die DEKRA ist als Prüfstelle mit an Bord, um eine unabhängige Prüfung zu gewährleisten. Das Siegel soll auch den jeweils aktuellen Stand der nationalen und supranationalen Gesetzgebung aufzeigen und verstehbar machen.


Dr. Andreas Rademachers
Leiter Politik + Strategie
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 551
andreas.rademachers@bga.de

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