Rückschlag bei Digitalisierung der Verwaltung
Am Freitag (22. März 2024) hat der Bundesrat die im Bundestag bereits beschlossene Novelle des Onlinezugangsgesetzes durchfallen lassen und auch den Vermittlungsausschuss nicht angerufen. Das sogenannte OZG 2.0 sollte wesentliche Verwaltungsleistungen verpflichtend digitalisieren und sogar einen Rechtsanspruch auf diese partiell verankern. Das umfangreiche Paket beinhaltete neben einem Fokus auf eID auch die Entwicklung wichtiger und verpflichtender Standards für digitale behördliche Kommunikation im Bund sowie den sogenannten „digital only“-Ansatz für Unternehmen.
Hintergrund der Blockade ist ein bereits seit Jahren schwelender Konflikt um die Strategie und die Steuerungshoheit sowie um die Finanzierung der Verwaltungsdigitalisierung, der zunehmend öffentlich zwischen dem Bund, den Ländern und den Kommunen ausgetragen wird. So ist bereits das erste OZG retrospektiv an einer falschen Priorisierung und problematischen Kooperation zwischen dem Bund und den Ländern gescheitert und hat die meisten seiner Ziele (die Herstellung von digitalen Zugängen zu 575 sogenannten „Verwaltungsbündeln“) verfehlt. Gleichzeitig zieht sich der Bund zunehmend aus der Finanzierung zentraler Elemente der Verwaltungsdigitalisierung zurück, darunter die Registermodernisierung, die zwingende Voraussetzung für die automatische Kommunikation zwischen Behörden aller Ebenen ist. Ohne sie werden Behörden weiter darauf angewiesen sein, zum Teil umfangreiche Informationen von Unternehmen einzuholen, die anderen Ämtern und stattlichen Einrichtungen bereits vorliegen.
Einige der Länder sowie die drei kommunalen Spitzenverbände kritisieren die fehlende Führung des Bundes in der Verwaltungsdigitalisierung und dessen zurückgehende Verlässlichkeit im Zuge der Finanzierung. Andere mahnen mehr Mitbestimmung der Länder und Kommunen bei der Entwicklung von Standards an (Anmerkung: Das zentrale Gremium zur Steuerung der Verwaltungsdigitalisierung – der IT-Planungsrat – wird bereits mehrheitlich durch die Länder besetzt). Auffällig ist hier, dass sowohl das BMI als auch einige der Länder die überaus kritische Perspektive des Deutschen Landkreistages übernommen haben. Dessen Mitglieder dürften durch eine Verwaltungsreform, die das Ziel einer Zentralisierung digitaler Verwaltungsprozesse hätte, wohl am meisten Gestaltungseinfluss verlieren.
Der Bundestag und das Kabinett haben nun die Möglichkeit selbst den Vermittlungsausschuss anzurufen. Ob und wann dies geschieht, ist derzeit noch unklar.


Michael Nitsche
Abteilungsleiter Digitalpolitik
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 582
michael.nitsche@bga.de

Außenhandel auf Rekordniveau – aber noch kein Aufschwung
Das unterstreicht, wie wichtig diversifizierte Absatzmärkte gerade in Zeiten wachsender handelspolitischer Unsicherheit sind.
mehr
Abteilungsleitung (m/w/d) für die Bereiche Arbeit und Soziales sowie Berufliche Bildung
Zum 1. November 2026 suchen wir in Vollzeit eine Abteilungsleitung (m/w/d) mit Verantwortung für die Bereiche Arbeit und Soziales sowie Berufliche Bildung.
mehr
CO₂-Zertifikatehandel betrifft zunehmend den Außenhandel
Vom Industrie- zum Handelsthema
mehr
Zugang zum Fahrer-Beruf wird erleichtert
Wichtiger Schritt gegen den Fahrermangel
mehr
BGA-Konjunkturumfrage zur Jahresmitte 2026 startet in Kürze
Sie geht vom 3. – 24. August 2026
mehr
CBAM: BGA fordert praxistaugliche Regeln für den Kauf und Rückkauf von Zertifikaten
Lediglich einen Rückkaufsantrag pro Jahr stellen können ist zu wenig.
mehr
Weniger Bürokratie, mehr Tempo für (Groß) Handel und Logistik
Verkehrsreformen beschlossen
mehr
EU-Bauproduktenverordnung: BGA sieht Nachbesserungsbedarf
Deutliche Belastungen für kleine und mittlere Unternehmen
mehr
Aktuelle Entwicklungen zum Vereinfachungspaket
BGA-Webinar zum EUDR-Vereinfachungspaket
mehr
Was ab Freitag gelten könnte
US-Zölle vor dem nächsten Umbau
mehr
EU und Mexiko modernisieren ihre Handelsbeziehungen
EU-Rat hat dem Interims-Handelsabkommen zugestimmt
mehr
Erster wegweisender Tarifabschluss im Groß- und Außenhandel in Bayern
Es ist davon auszugehen, dass dieses Ergebnis Grundlage für weitere Abschlüsse in den anderen Tarifgebieten sein wird.
mehr
Entlastungspaket: Der große Hebel fehlt
Für den Groß- und Außenhandel bleibt das Paket deutlich hinter den Erwartungen zurück.
mehr
Europa braucht offene Märkte
Handelspolitische Schutzinstrumente sind nicht die Lösung.
mehr
Digitaler Handel braucht Verlässlichkeit
Transatlantischer Datenschutzrahmen gerät erneut unter Druck.
mehr
Marktüberwachung effizienter gestalten
Staatsmodernisierung konkret.
mehr
Grünes Licht für Neue Genomische Techniken
Europäisches Parlament ebnet den Weg für die Verordnung.
mehr
Reformpaket bringt erste Fortschritte
Zentrale Entlastungen für den Mittelstand fehlen.
mehr
Schiedsgerichtsbarkeit und bevorstehende Insolvenzrechtsnovelle
BGA-Rechtsausschuss tagt in Berlin.
mehr
KI und Cyber Security
Neue Herausforderungen für Unternehmen.
mehr