05.03.2026

Fahrermangel: Analyse, Realität und Lösungsansätze aus der Praxis

Der Fahrermangel bleibt eine der zentralen Herausforderungen der Logistikbranche – und das seit Jahren. In einem gemeinsamen Webinar beleuchteten der Bundesverband für Eigenlogistik und Verlader (BWVL) und der BGA die aktuelle Lage sowie politische und praktische Lösungsansätze. Als langjähriger Experte war Volker Uflacker vom DHIK-Ostfalen eingeladen. Gemeinsam mit Markus Olligschläger, Hauptgeschäftsführer wurde zunächst die aktuelle Lage analysiert und später auch an verschiedene Lösungsansätze herangegangen.

Die Diskussion zeigte: Neue gesetzliche Maßnahmen wie Anpassungen im Berufskraftfahrerqualifikationsrecht, Fremdsprachenregelungen oder Reformen in der Fahrausbildung sind gut gemeint – ihr tatsächlicher Beitrag zur Entspannung der Situation bleibt jedoch fraglich. Die Bestehensquoten sind bereits sehr hoch, zusätzliche Potenziale entstehen durch neue Prüfungsformate kaum.
Die Ursachen des Mangels liegen tiefer: Demografischer Wandel, Wettbewerbsdruck, herausfordernde Arbeitsbedingungen und Imagefragen prägen die Realität. Besonders die Infrastruktur – von Brückensperrungen bis zu unzureichend ausgestatteten Rastanlagen – beeinflusst die Attraktivität des Berufs maßgeblich. Hier ist vor allem die Politik gefordert.

Gleichzeitig zeigt sich: Unternehmen können selbst viel bewegen. Wertschätzender Umgang, gute Arbeitsorganisation und faire Rahmenbedingungen sind entscheidende Faktoren für Mitarbeiterbindung. Denn viele Fahrerinnen und Fahrer wollen ihren Beruf gar nicht aufgeben – sie erwarten jedoch bessere Bedingungen.
Fazit: Der Fahrermangel lässt sich nicht durch Einzelmaßnahmen lösen. Notwendig ist ein Zusammenspiel aus politischen Reformen, infrastrukturellen Verbesserungen und unternehmerischer Verantwortung.
 

Lena Schlett
Abteilungsleiterin Verkehr + Logistik
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
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