Neuer Rahmen für unternehmerische Resilienz
Das Bundeskabinett hat am 18. März eine nationale Wirtschaftsschutzstrategie beschlossen. Damit konkretisiert die Bundesregierung ihren Ansatz eines „ganzheitlichen und integrierten Wirtschaftsschutzes“. Ziel ist es, die Resilienz von Unternehmen, Wertschöpfungs- und Lieferketten sowie von Forschung und Innovation gegenüber physischen, digitalen und hybriden Bedrohungen zu stärken.
Im Mittelpunkt stehen drei Handlungsfelder: bessere Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote der Sicherheitsbehörden, stärkere Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft sowie der Ausbau der individuellen Resilienz in Unternehmen. Der Staat setzt dabei insbesondere auf Information, Beratung und Koordination im Sinne einer „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Zugleich wird Wirtschaftsschutz klar in den übergeordneten Kontext der Wirtschaftssicherheit eingeordnet. Damit folgt die Strategie einer etablierten Systematik: Wirtschaftsschutz beschreibt den operativen Schutz vor konkreten Bedrohungen, während Wirtschaftssicherheit den strategischen Rahmen zur Stärkung der gesamtwirtschaftlichen Resilienz bildet.
Wer ist betroffen? Die Strategie richtet sich grundsätzlich an die gesamte Wirtschaft. Besonders im Fokus stehen jedoch kleine und mittlere Unternehmen, die häufig noch nicht über eigene Sicherheitsstrukturen verfügen, sowie Unternehmen in sensiblen Bereichen wie Forschung, Innovation und kritischen Lieferketten.
Verbände kommt eine wichtige Rolle als Multiplikatoren zu: Sie sollen Informationen weitergeben, Unternehmen sensibilisieren und den Austausch mit staatlichen Stellen unterstützen. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Sicherheitsbehörden deutlich intensiviert.
Die klare Unterscheidung zwischen Wirtschaftsschutz und Wirtschaftssicherheit ist aus Sicht des BGA ausdrücklich zu begrüßen. Sie sorgt für die notwendige begriffliche und strategische Klarheit: Wirtschaftsschutz ist als operatives Instrument zur Abwehr konkreter Gefahren zu verstehen, während Wirtschaftssicherheit die langfristige Resilienz des Standorts adressiert.
Entscheidend ist, dass diese Trennung auch in der praktischen Umsetzung beibehalten wird. Wirtschaftssicherheit erfordert vor allem strategische Maßnahmen wie Diversifizierung, stabile internationale Handelsbeziehungen und resiliente Lieferketten. Wirtschaftsschutz kann hierzu beitragen, ersetzt jedoch keine wirtschaftspolitische Gesamtstrategie.
Vor diesem Hintergrund ist darauf zu achten, dass neue Anforderungen nicht zu zusätzlicher Bürokratie führen. Unternehmen benötigen vor allem praxistaugliche Unterstützung und verlässliche Rahmenbedingungen – keine zusätzlichen regulatorischen Belastungen.
Der BGA wird die weiteren Entwicklungen aktiv begleiten. Für dieses Jahr ist eine Reihe von Webinaren geplant, die die Themen Wirtschaftsschutz und Wirtschaftssicherheit vertieft aufgreifen und auch im Kontext der gesamtstaatlichen Verteidigungsplanung der Bundesregierung einordnen, um die Unternehmen unserer Wirtschaftsstufe bestmöglich zu informieren.


Alexander Hoeckle
Abteilungsleiter Außenwirtschaft + Zoll
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 565
alexander.hoeckle@bga.de

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