Europa und China im Systemwettbewerb
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und China verändern sich grundlegend. In einer neuen BGA-Position analysieren wir, wie sich der zunehmende Systemwettbewerb auf Handel, Lieferketten und Wettbewerbsbedingungen auswirkt – und welche strategischen Antworten Europa braucht. Das Papier beschreibt die aktuelle Ausgangslage: Der Welthandel bleibt offen, ist aber stärker geopolitisch geprägt und fragmentierter geworden. China entwickelt sich dabei zu einem strukturprägenden Akteur, der wirtschaftliche Dynamik mit gezielter staatlicher Steuerung verbindet und damit Wettbewerbsbedingungen weltweit verändert. Gleichzeitig bleiben die wirtschaftlichen Verflechtungen mit Europa tief – insbesondere bei Vorprodukten, Technologien und klimarelevanten Gütern.
Der BGA plädiert daher für einen strategischen Pragmatismus in der europäischen Chinapolitik. Derisking ist richtig, darf aber nicht zu pauschaler Abschottung führen. Entscheidend sind eine differenzierte Betrachtung von Risiken, offene Märkte, diversifizierte Lieferketten und eine stärkere europäische Wettbewerbsfähigkeit. Auch die unterschiedlichen Rollen von Industrie, Groß- und Außenhandel sowie Exporteuren entlang der Wertschöpfungsketten müssen stärker berücksichtigt werden. Als Orientierungsrahmen formuliert die Position sieben strategische Leitlinien („PROFITS“), die wirtschaftliche Stärke, Offenheit, Integration und gezielte Risikoreduzierung miteinander verbinden sollen. Ziel ist es, Europas Handlungsfähigkeit im Systemwettbewerb zu stärken, ohne die Grundlagen des internationalen Handels zu untergraben.
Die vollständige BGA-Position können Sie hier herunterladen.


Alexander Hoeckle
Abteilungsleiter Außenwirtschaft + Zoll
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 565
alexander.hoeckle@bga.de

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