Merz bringt Hoffnung aus China mit
Die China-Reise von Bundeskanzler Merz Ende Februar hat für Teile der Agrarbranche positive Signale gebracht. So wurde zwischen Deutschland und China sowohl ein "memorandum of understanding" über eine engere Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Tierseuchen als auch Absichtserklärungen zur Ausarbeitung von Regionalisierungsabkommen bezüglich der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) und der Afrikanischen Schweinepest (ASP) unterzeichnet. Der BGA hatte sich im Vorfeld der Reise mit einem Schreiben an das Bundeskanzleramt für letzteres eingesetzt. Nach Informationen des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMLEH) wurde im Zuge der Reise von Bundeskanzler Merz nun ein Fahrplan zur Anerkennung der ASP-Regionalisierungsmaßnahmen vereinbart.
Neben den Fortschritten bei der Regionalisierung wurden im Zuge der Reise auch erste konkrete Marktzugänge vereinbart. So einigten sich beide Seiten auf ein Exportprotokoll für bestimmte Geflügelprodukte, das künftig Lieferungen wärmebehandelter Geflügelerzeugnisse aus Deutschland nach China ermöglicht. Dazu zählen unter anderem gegarte Hühnerfüße – Produkte, die auf dem deutschen Markt kaum nachgefragt werden, in China jedoch als Delikatesse gelten und entsprechend hohe Absatzchancen bieten. Für die Geflügelwirtschaft eröffnet sich damit ein zusätzlicher Absatzkanal in einem der weltweit größten Agrarmärkte.
Von noch größerer Bedeutung für die Branche ist jedoch die Perspektive einer Regionalisierung im Falle der Afrikanischen Schweinepest. Seit dem ersten ASP-Nachweis in Deutschland im Jahr 2020 gilt in China ein landesweiter Importstopp für deutsches Schweinefleisch. Ein Regionalisierungsabkommen würde künftig ermöglichen, dass Exportbeschränkungen nur für tatsächlich betroffene Regionen gelten, während Betriebe in seuchenfreien Gebieten weiterhin liefern können. Neben Fleischprodukten betrifft dies auch eine Reihe wichtiger Nebenprodukte wie Häute, Gelatine oder Därme, die für viele Unternehmen einen bedeutenden Teil des Exportgeschäfts ausmachen. Das in Aussicht gestellte Regionalisierungsabkommen würde die Wettbewerbssituation der deutschen Fleischwirtschaft auch im Verhältnis zu anderen EU-Staaten wie z. B. Frankreich und Spanien verbessern, die bereits Regionalisierungsabkommen mit China abgeschlossen haben. Darauf hatte der BGA in seinem Schreiben an das Bundeskanzleramt hingewiesen.


Sebastian Werren
Abteilungsleiter Agrar + Ernährungswirtschaft
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 561
sebastian.werren@bga.de

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