WTO-Ministerkonferenz: Stillstand beim digitalen Handel
Die WTO-Ministerkonferenz ist letzten Sonntag unerwartet in die Verlängerung gegangen – ein weiteres Zeichen dafür, wie schwierig multilaterale Einigungen im Welthandel derzeit sind. Im Zentrum stand das sogenannte E-Commerce-Moratorium, das Zölle auf digitale Güter und Datenströme untersagt und damit eine zentrale Grundlage für den internationalen digitalen Handel bildet.
Für die EU und exportorientierte Volkswirtschaften wie Deutschland ist dieses Moratorium für den BGA von hoher Bedeutung. Offene digitale Märkte sichern nicht nur den Zugang zu globalen Wertschöpfungsketten, sondern sind auch zentral für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen. Entsprechend groß ist das Interesse an einer verlässlichen und möglichst langfristigen Verlängerung.
Eine Einigung blieb jedoch aus. Zwar zeichnete sich zwischenzeitlich ein Kompromiss über mehrere Jahre ab, doch unterschiedliche Interessen – insbesondere aus großen Schwellenländern – verhinderten eine gemeinsame Lösung. Gleichzeitig verknüpften die USA ihre Zustimmung mit Fortschritten bei umfassenderen WTO-Reformen. Damit steht nicht nur das Moratorium selbst, sondern auch die Zukunft der Organisation als Ganzes mal wieder auf dem Spiel.
Bemerkenswert ist daher die wachsende Bedeutung alternativer Formate: 66 Länder, darunter die EU, haben angekündigt, das Moratorium im Rahmen einer gemeinsamen Initiative fortzuführen. Sie repräsentieren rund 70 Prozent des Welthandels – ein klares Signal, dass zentrale Regeln notfalls auch außerhalb eines vollständigen WTO-Konsenses weiterentwickelt werden.
Für Europa und Deutschland zeigt sich damit eine doppelte Herausforderung: Einerseits bleibt eine funktionsfähige WTO unverzichtbar. Andererseits gewinnen flexible Koalitionen zunehmend an Bedeutung, um zentrale Handelsregeln – insbesondere im digitalen Bereich – voranzubringen und Planungssicherheit für Unternehmen zu gewährleisten.


Lisa-Marie Kallies
Büroleiterin + Abteilungsleiterin Europa
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
030 59 00 99 552
lisa-marie.kallies@bga.de

Zuviel Bürokratie beim IAA
Brief an BMWE zum Industrial Accelerator Act
mehr
EUDR: Diskussionen zum Vereinfachungspaket und aktueller Stand des EU-Informationssystems
Vertreter aus der EU als auch aus Drittstaaten kritisieren insbesondere das Benchmarking-System der EUDR
mehr
Deutsch-Amerikanischer Wirtschaftstag 2026 am 9. Juni in Mainz
Wirtschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und den USA fördern
mehr
Ausstellung elektronischer Rechnungen
Wirtschaft fordert mehr Rechtssicherheit
mehr
BGA-Lieferantentrainings gehen in die nächste Runde
Trainings in Südafrika, Ecuador und Argentinien
mehr
Sozialabgaben geraten außer Kontrolle
BGA zum Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsweisen
mehr
Gemeinschaftsausschuss legt Studie zur Stärkung der Wachstumsgrundlagen vor
Der Gemeinschaftsausschuss der Deutschen Wirtschaft, dem der BGA angehört, eine Studie „Wachstumsgrundlagen erneuern, Sicherheit nachhaltig stärken“ in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun vorliegen und bald vorgestellt werden.
mehr
Wilhelm Schuster neuer baupolitischer Sprecher des BGA
Die jüngste Sitzung der Gesprächsrunde des baunahen Großhandels am 28. April 2026 stand im Zeichen personeller Änderungen und der aktuellen wirtschaftlichen Lage im baunahen Großhandel.
mehr
Angebot der Arbeitgeber in der Großhandels-Tarifrunde
Die Arbeitgeber sind einen deutlichen Schritt auf Gewerkschaft und Beschäftigte zugegangen
mehr
Engpässe im zweiten Halbjahr möglich
Umfrage des BGA zu den Auswirkungen der Sperrung der Straße von Hormus
mehr
Mehr Elan bei Reformen!
BGA-Steuerausschuss tagte am 11. Mai
mehr
Entlastungsprämie gestoppt
Nicht nur Unternehmen, sondern auch die Länder wollen sie nicht.
mehr
Strategische Verzahnung von Außenwirtschaftspolitik und Entwicklungszusammenarbeit
BGA und IPD beim Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Bundestag
mehr
BGA-Umfrage: Hormus-Krise lässt Preise steigen
Liquidität der Unternehmen sinkt, Engpässe möglich
mehr
EU-Mercosur-Abkommen: Vorläufige Anwendung ab 1. Mai 2026
Jetzt zählt die Umsetzung!
mehrBundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz
Das Bundeskabinett hat am 29. April 2026 den Entwurf eines Gesetzes zur GKV-Beitragssatzstabilisierung beschlossen.
mehr
Vom Marathon der Holzwürmer
BGA-Agrarausschuss tagt in Berlin
mehr
Aktuelle Herausforderungen in der Logistik
BGA-Verkehrsausschuss am 16. April 2026
mehr
CBAM-Ausweitung:
BGA fordert Verschiebung
mehr
Einladung zur diesjährigen Asien-Pazifik-Konferenz (APK) der Deutschen Wirtschaft
Seoul, Südkorea, 29. - 31.10.2026
mehr