De-Risking im Verhältnis zu China
„Der deutsche Außenhandel findet sich wieder im Abwärtstrend. Die Exporte sinken den zweiten Monat in Folge, während die Importe steigen. Die Zahlen gehen einen Monat rauf, den nächsten runter. Das ist kein stabiler Aufwärtstrend, sondern ein Außenhandel, der sich in einem hochvolatilen Umfeld behaupten muss. Besonders kritisch bleibt die Entwicklung mit unserem wichtigen Handelspartner China. Europa braucht ein De-Risking der Wirtschaftsbeziehungen, besseren Marktzugang für europäische Unternehmen und konkrete Fortschritte bei Exportkontrollen und unfairen Wettbewerbsbedingungen", fordert Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) anlässlich der heute von Destatis veröffentlichten Außenhandelszahlen.
"China ist ein sehr wichtiger Handelspartner. Die Ausfuhren nach China lagen in den ersten acht Monaten 12,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau, während die Importe aus China allein gegenüber Juli um 11 Prozent stiegen. Wir exportieren weniger nach China und importieren gleichzeitig immer mehr von dort. Dieses wachsende Ungleichgewicht beschäftigt uns. Deshalb sind die Gespräche von EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič in Peking wichtig. Der Dialog muss zu belastbaren Ergebnissen führen und darf nicht nur Zeit kaufen", so der Außenhandelspräsident.
Jandura weiter: "Europa muss sich gegen nachgewiesene Wettbewerbsverzerrungen wehren können. Dafür brauchen wir klare Beweise, hohe Eingriffsschwellen. Schutzmaßnahmen müssen gezielt, verhältnismäßig und WTO-konform sein. Auch dürfen sie nicht Versäumnisse der Vergangenheit bei Transformation und Innovation kaschieren. Freiwillige Exportbeschränkungen und Kontingente sollten deshalb nicht zur Blaupause europäischer Handelspolitik werden. Sie können allenfalls eine eng begrenzte Übergangslösung für konkrete Problemfälle sein. Eine dauerhafte staatliche Mengensteuerung des Handels wäre der falsche Weg“, stellt Jandura klar.
„Europa muss dabei rechtlich auf festem Boden stehen. Wenn Europa andere wegen einseitiger und WTO-widriger Maßnahmen kritisiert, muss es seine eigenen Instrumente regelgebunden und überprüfbar ausgestalten. Wirtschaftliche Sicherheit darf nicht als pauschale Begründung dienen, um Handelsregeln zu umgehen", so der Unternehmer abschließend.
Im August wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 137,6 Milliarden Euro exportiert. Das waren 0,8 Prozent weniger als im Juli. Die Importe stiegen dagegen um 0,9 Prozent auf 118,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt.
8. Oktober 2026


Iris von Rottenburg
Abteilungsleiterin Kommunikation
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
+49 176 60430941
iris.vonrottenburg@bga.de

Frederike Röseler
Pressesprecherin
Am Weidendamm 1 a, 10117 Berlin
+49 178 276 6013
frederike.roeseler@bga.de

De-Risking im Verhältnis zu China
Die Exporte sinken den zweiten Monat in Folge, während die Importe steigen.
mehr
Außenhandel in einer neuen Realität - Neue Allianzen statt Abschottung
Aufhellende Stimmung, trotzdem bleiben die Belastungen am Standort Deutschland enorm.
mehr
Antworten auf unfairen Wettbewerb statt neuer Handelsbarrieren
Staatliche Subventionen brauchen handelspolitische Gegenmaßnahmen.
mehr
BGA-Großhandelsumfrage: Bundesregierung muss auf Reformkurs bleiben
Leichter Aufschwung bedeutet keine Wende.
mehr
Europas Wirtschaft stärken – jetzt müssen auf Worte Taten folgen
Unternehmen brauchen wieder mehr Freiraum für Investitionen und Wachstum.
mehr
BGA-Unternehmertag: Großhandel mahnt vor Kanzler Merz Reformen für Mittelstand an
Unter dem Motto „Systemrelevant.“ hat der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) heute in Berlin seinen Unternehmertag veranstaltet.
mehr
Außenhandel setzt weiter auf Reformen
Volatile Zahlen zeigen Zustand der deutschen Wirtschaft.
mehr
Verschenkte Chance statt Reform
Weder Wachstum noch Entlastung.
mehr
Außenhandel auf Rekordniveau – aber noch kein Aufschwung
Das unterstreicht, wie wichtig diversifizierte Absatzmärkte gerade in Zeiten wachsender handelspolitischer Unsicherheit sind.
mehr
Zwangsarbeit Vorwand, um US-Protektionismus zu rechtfertigen
Ausgerechnet der Europäischen Union Untätigkeit vorzuwerfen, ist unglaubwürdig.
mehr
Erster wegweisender Tarifabschluss im Groß- und Außenhandel in Bayern
Es ist davon auszugehen, dass dieses Ergebnis Grundlage für weitere Abschlüsse in den anderen Tarifgebieten sein wird.
mehr
Entlastungspaket: Der große Hebel fehlt
Für den Groß- und Außenhandel bleibt das Paket deutlich hinter den Erwartungen zurück.
mehr
Deutscher Export: Von Trendwende kann keine Rede sein
Doch der Welthandel wird volatiler, politischer und härter umkämpft.
mehr
Endlich Fortschritt, Entlastungen fehlen
Der Mittelstand braucht umgehend Reformen
mehr
Infrastrukturgesetz: wichtiger Impuls für Wettbewerbsfähigkeit im Handel
Davon profitieren insbesondere Logistik, Lieferketten und der internationale Handel.
mehr
Fortschritt bei der Rente, Beitragssenkung bleibt aus
Fortschritt bei der Rentenkommission trotz ausbleibender Beitragssenkung.
mehr
Erneuter Bruch des Koalitionsvertrages
Der Groß- und Außenhandel ist auf praxistaugliche Arbeitszeitregelungen angewiesen.
mehr
EU-Parlament stimmt für Kompromiss zu Neuen Genomischen Techniken
Verbändeallianz begrüßt starkes Signal für Innovation, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit
mehr
Stillstand kostet Wachstum: Infrastrukturgesetz jetzt beschließen
Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit wird zunehmend belastet.
mehr
Turnberry-Deal ein wichtiger Schritt
Europa darf im Streitfall nicht untätig bleiben
mehr