EU-Kanada-Gipfel: BGA begrüßt geplantes Abkommen zu digitalem Handel
"Während weltweit neue Zölle und Handelshemmnisse errichtet werden, zeigen die EU und Kanada, dass es auch anders geht: Sie bauen Hürden ab, statt neue zu schaffen. Das ist ein wichtiges Signal für den regelbasierten Welthandel und ein konkreter Fortschritt für unsere Unternehmen. Gerade für den Außenhandel, dessen Geschäftsprozesse zunehmend digital organisiert sind, bietet dies erhebliche Chancen. Handel findet längst nicht mehr nur zwischen Containern und Zollschaltern statt, sondern auch über digitale Plattformen, elektronische Dokumente und vernetzte Lieferketten. Wenn Unternehmen ihre Geschäfte einfacher, schneller und rechtssicherer abwickeln können, spart das Zeit und Kosten – gerade im Mittelstand“, so Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), anlässlich der Unterzeichnung des Abkommens zum digitalen Handel.
Jandura weiter: "Das Abkommen unterstreicht die strategische Bedeutung Kanadas als Handelspartner. Angesichts wachsender geopolitischer Unsicherheiten und zunehmender handelspolitischer Abschottung müssen Unternehmen ihre Absatz- und Beschaffungsmärkte breiter aufstellen können. Die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen mit Kanada leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Wirtschaftliche Sicherheit entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch verlässliche Partner und vielfältige Handelsbeziehungen. Das Digitalabkommen ist deshalb mehr als ein technisches Regelwerk: Es ist ein Bekenntnis zu Offenheit, Zusammenarbeit und gemeinsamen Handelsregeln.“
"Umso unverständlicher ist es, dass das bestehende Freihandelsabkommen CETA auch zehn Jahre nach seiner Unterzeichnung noch immer nicht vollständig ratifiziert ist. Das ist ein handelspolitischer Skandal: Wir wollen angesichts der globalen Verwerfungen enger mit Kanada zusammenrücken, aber neun EU-Mitgliedstaaten schaffen es seit zehn Jahren nicht, unser wichtigstes Freihandelsabkommen mit diesem Partner zu ratifizieren. Wer von strategischen Partnerschaften spricht, muss auch bereit sein, sie konsequent umzusetzen. Die ausstehenden Ratifizierungen müssen endlich erfolgen", so Jandura abschließend.
30. Oktober 2026


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