Großhandel: Unverzichtbar für Wirtschaft, unterschätzt von der Politik
„Der Großhandel ist eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft – wird in seiner Bedeutung aber noch immer unterschätzt. Er verbindet Produzenten und Abnehmer, sichert leistungsfähige Wertschöpfungsketten und übernimmt zentrale Aufgaben in Logistik, Finanzierung und Beratung. Damit schafft er Wohlstand weit über die eigene Branche hinaus. Die neue Studie zeigt: Großhandel steht für 5,4 Prozent der Bruttowertschöpfung und stärkt mit jedem Euro Wertschöpfung weitere Branchen“, so Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. (BGA), anlässlich der heute veröffentlichten Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung des Großhandels in der Wertschöpfungskette. Die Studie wurde von IW Consult, Köln, im Auftrag des BGA erstellt.
Mehr als ein Drittel aller Handelswarengeschäfte werden über den Großhandel abgewickelt. Mit einem Anteil von 5,4 Prozent an der deutschen Bruttowertschöpfung liegt die Branche zudem vor der Automobilindustrie mit 3,7 Prozent und der Bauwirtschaft mit 5,1 Prozent. Jeder Euro Wertschöpfung im Großhandel löst weitere 1,54 Euro Wertschöpfung im Großhandel und in anderen Branchen aus.
„Diese Zahlen zeigen, welche Hebelwirkung der Großhandel für Wachstum und Wohlstand entfaltet. Der Großhandel ist ein Wirtschaftsmotor, der zu selten im Blick ist. Seine Leistungen bleiben im Alltag oft unsichtbar, sind für die Versorgung von Unternehmen und Bürgern aber unverzichtbar. Umso wichtiger ist es, dass die Politik die Branche und ihre wirtschaftliche Bedeutung stärker berücksichtigt“, so Jandura.
„Auch als Arbeitgeber leistet der Großhandel einen wichtigen Beitrag. Steigende Produktivität, Innovationen und anspruchsvolle Dienstleistungen stärken seine Wettbewerbsfähigkeit. Davon profitieren auch die Beschäftigten: Die Arbeitnehmerentgelte je geleisteter Arbeitsstunde liegen rund 17 Prozent über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt“, so der Unternehmer.
„Gleichzeitig steht die Branche unter Druck. Stagnation darf nicht zum neuen Normalzustand werden. Deutschland braucht mehr wirtschaftliche Dynamik, um globale Herausforderungen zu bewältigen und den Strukturwandel erfolgreich zu gestalten. Der Großhandel treibt die Digitalisierung voran. Doch auch die Politik muss liefern: mit verlässlichen Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und spürbaren Entlastungen bei Kosten, Steuern und Abgaben“, fordert Jandura abschließend.
Die IW-Studie „großhandel in deutschland – Eine unterschätzte Wirtschaftsgröße“ kann hier (https://bga.de/presse/statements/iw-studie-2026/) auf der BGA-Homepage abgerufen werden.
27. Oktober 2026


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